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„Demenzfreundliche Apotheke“: Anlaufstelle für Betroffene

Apothekerin berät alte Dame © belahoche
02.11.2015

80 Prozent der Menschen mit Demenz leben zu Hause und werden dort von Angehörigen betreut. Deshalb besteht ein großer Bedarf bei den Betroffenen, dass unterstützende Angebote in unmittelbarer Nähe des Wohnorts verfügbar sind.

Das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ stellt die Bedürfnisse von Menschen mit einer Demenzerkrankung und der betreuenden Personen in den Mittelpunkt. Apotheken werden zur Drehscheibe für unterstützende Beratung. Sie geben zum Beispiel Tipps, welche Einrichtungen in der Nähe bei Pflege und Betreuung helfen können. 18 Apotheken in Niederösterreich und Wien nehmen an dem seit April 2013 laufenden Projekt teil.

Apotheken als Anlaufstelle für Beratung

Apothekerinnen und Apotheker haben oft langjährige Kontakte mit ihren Kundinnen und Kunden und sie betreuen dabei auch immer wieder Demenzpatientinnen und -patienten. Nach Ansicht von Betroffenen sind Apotheken ideale Orte, nicht nur um über Arzneimittel zu informieren, sondern auch um Entlastung durch die Vermittlung von professioneller Unterstützung zu bieten. Auch das „Sprechen über Demenz“ sei wichtig und trägt zur Entstigmatisierung bei, beschreibt Projektleiterin Petra Plunger vom Institut für Pallative Care und OrganisationsEthik/IFF/Alpen Adria Universität.

In der ersten Projektphase bis März 2014 wurden Workshops mit Apothekerinnen/Apothekern abgehalten und diese speziell geschult. „So ist es gelungen, wirkungsvolle Maßnahmen für die Beratung und Betreuung in den Apotheken zu entwickeln“, erklärt Plunger. Die zweite Projektphase von April 2014 bis Dezember 2015 stellt Praxisprojekte mit lokalen Organisationen in dem Mittelpunkt.

Auszeichnung „Demenzfreundliche Apotheke“

Die Apotheken, die die Entwicklung zur „Demenzfreundlichen Apotheke“ durchlaufen haben, werden mit einem entsprechenden Logo ausgezeichnet. Damit werden die Bemühungen und Aktivitäten der Apotheke nach außen und vor allem für die Betroffenen sichtbar gemacht.

Für all jene Apotheken, die Interesse haben, ebenfalls eine „Demenzfreundliche Apotheke“ zu werden, wurde aufbauend auf die Erfahrungen und Ergebnisse des Projektes eine Toolbox erstellt, mit der Apotheken das Projekt nachhaltig implementieren können. „Ziel ist es, in Zukunft österreichweit „Demenzfreundliche Apotheken“ zu etablieren und die Kompetenz der Apotheken in diesem Bereich noch weiter auszubauen“, so Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Die teilnehmenden Apotheken

Folgende Apotheken nehmen am Projekt teil:

Projektapotheken in Wien:

  • Fasana Apotheke, 1030 Wien
  • St. Anna Apotheke, 1140 Wien
  • Sonnenschein Apotheke, 1150 Wien
  • Lindenapotheke, 1170 Wien
  • Marienapotheke, 1180 Wien
  • Humanitas Apotheke, 1210 Wien
  • Apotheke zum Löwen von Aspern, 1220 Wien
  • Apotheke im Donauzentrum, 1220 Wien
  • Apotheke Liesing Riverside, 1230 Wien

Projektapotheken in Niederösterreich:

  • Bahnhof-Apotheke, Bruckneudorf
  • Marchfeldapotheke, Deutsch-Wagram
  • Apotheke Gmünd Neustadt, Gmünd
  • Stadt-Apotheke, Klosterneuburg
  • Apotheke Sankt Nikolaus, Leopodsdorf
  • Salvator-Apotheke, Mödling
  • Rosenapotheke, St. Pölten
  • Sonnen-Apotheke, Tulln

Das bis Ende 2015 laufende Projekt wird vom Institut für Pallative Care und OrganisationsEthik geleitet und in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria und der Österreichischen Apothekerkammer umgesetzt. Weitere Kooperationspartner sind der Fonds Gesundes Österreich, die Wiener Gesundheitsförderung, Tut Gut! Niederösterreich und das Forum Praxis Pallative Geriatrie.

Weitere Informationen:
Demenz (Gesundheitsportal)

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