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Mehr Organspenden und Transplantationen

Nierentransplantation © horizont21
10.07.2015

Wenn ein Organ wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr funktioniert, besteht Lebensgefahr. Eine Transplantation ist für chronisch Kranke oft die letzte Möglichkeit der Behandlung. Transplantationen sind heute bewährte Therapien mit hohen Erfolgsraten. Voraussetzung ist, dass ein Spenderorgan rechtzeitig zur Verfügung steht.

Mehr Organspenden

In Österreich ist die Versorgungslage mit Spenderorganen gut. Der Transplant-Jahresbericht 2014 zeigt einen Anstieg der Organspenden um elf Prozent gegenüber 2013. Die durchgeführten Organtransplantationen stiegen um sieben Prozent.

Auch die Anzahl der Lebendspenden von Nieren- und Lebern ist beträchtlich. 2014 erhielten 71 Patientinnen/Patienten eine Niere und sechs Patientinnen/Patienten eine Leber als Lebendspende von einer verwandten oder nahestehenden Person.

Bei den Lebendspenden werden dank spezieller Behandlungsmaßnahmen öfter Transplantationen durchgeführt, auch wenn eine Blutgruppen-Unverträglichkeit (AB0-Inkompatibilität) zwischen Empfängerin/Empfänger und Spenderin/Spender vorliegt.

Wartezeit auf Organe

Die Zahl der Patientinnen/Patienten, die auf ein Spenderorgan warteten, ging 2014 auf 921 Personen zurück. 2013 waren noch 988 Personen auf einer Warteliste. Die Autorinnen/Autoren des Transplant-Jahresberichts weisen darauf hin, dass noch immer Menschen sterben, die nicht die Chance auf eine Organtransplantation erhalten, obwohl sie in einer Warteliste eingetragen sind. Vermutlich ist das Potenzial an postmortalen Organspenden noch nicht ausgeschöpft.

Die durchschnittliche Wartezeit bis zur Transplantation ist von Organ zu Organ verschieden (in der Liste sind Lebendspenden nicht enthalten):

  • Niere: 42,1 Monate
  • Herz: 4,2 Monate
  • Lunge: 3,2 Monate
  • Leber: 3,5 Monate
  • Bauchspeicheldrüse: 7,4 Monate

Stammzellentransplantationen

2014 wurden 515 Transplantationen von Stammzellen in Österreich durchgeführt. Insgesamt sind in Österreich derzeit 66.000 Spender/innen im Österreichischen Stammzell-Register an der Gesundheit Österreich GmbH gelistet. Die Expertinnen/Experten des Stammzell-Registers können bei Anfragen auch in ausländischen Spenderbanken suchen. So stehen weltweit 25 Millionen Spenderinnen/Spender zur Verfügung.

Bericht über Transplantationswesens

Der Transplant-Jahresbericht wird jährlich vom Koordinationsbüro für das Transplantationswesen an der Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellt. Er beinhaltet eine detaillierte Analyse des nationalen Transplantationsgeschehens: Entwicklungen der Zahl der Spender und Transplantationen, Informationen über die regionale Versorgungssituation und die Wartelisten etc. Der Bericht informiert auch über rechtliche Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen des Transplantationswesens in Österreich.

Mehr Informationen: Transplant-Jahresbericht 2014

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