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Demenz: aufklären, informieren, früh erkennen

Senioren spielt mit Pflegerin Puzzle © Alexander Raths
16.02.2015

Nach aktuellen Schätzungen leben in Österreich bis zu 130.000 Menschen mit einer Demenz-Erkrankung. Aufgrund des Altersanstiegs in der Bevölkerung wird bis zum Jahr 2050 mit einer Verdoppelung der Fälle gerechnet. Eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen ist der damit verbundene Anstieg des Pflege- und Betreuungsbedarfs.

Bei der Auftaktveranstaltung zur Entwicklung einer österreichischen Demenzstrategie am 11. 2. 2015 wurde der neue Demenzbericht vorgestellt. Der von Gesundheits- und Sozialministerium sowie der Gesundheit Österreich GmbH erarbeitete Bericht beschreibt die Versorgungssituation von Demenzkranken in Österreich.

Angst vor Stigmatisierung

Die ersten Zeichen einer Demenzerkrankung werden von den Betroffenen und ihren Angehörigen häufig verdrängt oder heruntergespielt. Die Angst vor Stigmatisierung im Alltag ist einfach zu groß. Dabei kann eine frühzeitige Abklärung und entsprechende Behandlung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Auch der richtige Umgang mit ungewohnten Verhaltensweisen hilft das Wohlbefinden im Alltag zu verbessern. „Mit einer nationalen Demenzstrategie wollen wir das Thema Demenz enttabuisieren, für Aufklärung sorgen und die Früherkennung fördern“, betont Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser.

Begegnung auf Augenhöhe

Im Vorwort des Berichts kommt die von Demenz betroffene Helga Rohra, Vorstand von Alzheimer Europa, zu Wort. Sie betont: „Ganz gleich, um welche Form und Phase der Demenz es sich handelt, die Teilhabe und unsere Autonomie sind wesentlich. Die Begegnung muss immer auf Augenhöhe stattfinden und unsere Würde steht im Mittelpunkt.“ Rohra streicht besonders das Kapitel des Berichts über die Betroffenenperspektive hervor: Hier sprechen Menschen mit Demenz für sich selbst und bringen Mutmach-Beispiele für ein gelungenes Leben.

Auch für Laien verständlich fasst der Demenzbericht alle Angebote der Diagnostik, Therapie und Pflege zusammen. Dazu zählt auch der bisher noch wenig erforschte Bereich der nicht-medikamentösen Therapien, z.B. Diätologie oder Bewegungsinterventionen.
Obwohl Demenz bis heute nicht heilbar ist, gelingt es dank der bisherigen Forschungen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und mit gezielten Methoden die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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