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Mit Messer & Gabel gegen den Krebs

Salat mit Huhn © Nitr
05.03.2014

Anlässlich des ersten Jahreskongresses des Dachverbands onkologisch tätiger Fachgesellschaften Österreichs (DONKO) sprachen Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Medizin sowie der Ernährungswissenschaft über aktuelle Entwicklungen in der Krebsbehandlung und Möglichkeiten der Vorbeugung.

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Krebs“ wurde der Stellenwert interdisziplinärer Tumorboards in der Therapie hervorgehoben. Auch die Rolle von Lebensstilfaktoren in der Entstehung von Krebserkrankungen wurde thematisiert.

Krebs könne in vielen Fällen durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden, sind sich die Expertinnen und Experten einig. Neben der Gefahr durch Rauchen wurde insbesondere auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten eingegangen. Denn bei verschiedensten Tumorformen bestehen Zusammenhänge mit Ernährung, Körpergewicht und Bewegung, so der World Cancer Research Fund (WCRF). Dies betrifft bösartige Tumore an z.B. Dickdarm, Mund, Rachen, Leber, Magen, aber auch der Brust.

Wie bestimmte Bestandteile der Nahrung die Krebsentstehung beeinflussen können, erfahren Sie unter .

Krebsschutz in Regenbogenfarben

Dem aktuellen WCRF-Bericht zufolge bedingt der individuelle Lebensstil mit Ernährung und Bewegung zu 30 Prozent die Entstehung von Krebs. Auch Rauchen stellt für sich alleine einen 30-prozentigen Risikofaktor dar, der unbedingt vermieden werden sollte – sowohl aktiv als auch passiv. Als Vergleich dazu steht laut WCRF die Genetik als Risikofaktor nur zu 4 Prozent in Zusammenhang mit Krebserkrankungen.

Insbesondere das lebenslange Halten des Normalgewichts sowie das Vermeiden der Zunahme des Bauchumfanges im Erwachsenenalter sind wichtig. Förderlich sind zudem eine pflanzenbetonte Kost sowie ein reduzierter Konsum von tierischen Lebensmitteln. Hier wurden vor allem rotes Fleisch – alles außer Fisch und Huhn – sowie gepökelte Wurstwaren im negativen Sinne erwähnt. Empfohlen wird der Genuss von Obst und Gemüse in den „Regenbogenfarben“. Die verschiedenen Farben bedeuten auch unterschiedliche sekundär aktive Pflanzeninhaltsstoffe, die viele positive Effekte im Körper ausüben.

Darüber hinaus wirkt eine geringere Kochsalzaufnahme positiv. Alkohol sollte nur moderat  konsumiert werden. Die WCRF-Empfehlung spricht von einer maximalen Menge für Männer von zwei Gläsern pro Tag, bei Frauen von einem Glas pro Tag. Die detaillierten Empfehlungen zur Krebsvorbeugung durch Ernährung des World Cancer Research Funds finden Sie unter Prävention von Krebs.

Dem Krebs davon laufen

Nicht minder effektiv hisichtlich der Vorbeugung von Krebs ist Bewegung: Durch regelmäßige körperliche Aktivität lasse sich das Brustkrebsrisiko um 30 bis 40 Prozent, das Dickdarmkrebsrisiko gar um bis zu 50 Prozent verringern, so ein Ernährungsexperte anlässlich des DONKO-Jahreskongresses. Die allgemeinen Bewegungsempfehlungen für Österreich finden Sie unter Gesund durch Bewegung.

Interdisziplinäre Tumorboards

Zur Optimierung von Diagnose und Therapie bösartiger Erkrankungen werden in Österreich derzeit sogenannte Tumorboards etabliert. In diesen Plattformen werden der medizinische Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten einer Patientin/eines Patienten interdisziplinär geprüft und diskutiert. Derartige Panels müssen aus mindestens fünf Expertinnen/Experten bestehen, jeweils aus dem Fachgebiet der internistischen Onkologie, der Radioonkologie, der Radiologie, der Pathologie sowie nach Art und Lokalisation des Tumors der entsprechenden Fachonkologie. Im Team wird die weitere diagnostische und therapeutische Vorgangsweise besprochen und festgelegt – natürlich in Abstimmung mit der Patientin/dem Patienten.

Tumorboards sind per Gesetz vorgeschrieben, um sich als Krankenhaus oder Abteilung „onkologisches Zentrum“ nennen zu dürfen. Umgesetzt werden die Tumorboards gemäß dem Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG).

Zusammenfassend unterstrichen die Expertinnen und Experten die Wichtigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen wie z.B. Darmspiegelung, Krebsabstrich oder die Untersuchung der Brust zur Früherkennung von krebsartigen Veränderungen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
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