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Generika: Gleicher Wirkstoff, gleiche Wirkung

Medikamente © grthirteen
17.06.2014

Eine Patientin mit Epilepsie bekommt eines Tages ein neues Medikament verschrieben. Ihr Arzt erklärt, dass sie nun mit einem wirkstoffgleichen Generikum behandelt wird, das die gleiche Wirksamkeit besitzt. Ein fiktives Beispiel aus der Praxis. Was bedeutet es? Und wie bewerten wissenschaftlich Studien Fragen der Wirksamkeit?

Generika – Was ist das?

Generika sind Medikamente, die nach Ablauf des Patentschutzes eines Originalmedikamentes als wirkstoffgleiche Nachfolgeprodukte von anderen Pharmafirmen verkauft werden dürfen. Der Hersteller muss die gleiche therapeutische Wirksamkeit nachweisen. Der Nachweis erfolgt in sogenannten Bioverfügbarkeits- bzw. Bioäquivalenzstudien. Generika werden meist preisgünstiger als das Originalpräparat angeboten. Ihr Vertrieb erfolgt üblicherweise unter dem Namen des enthaltenen Wirkstoffes mit dem Zusatz einer Herstellerbezeichnung.

Studien vergleichen Wirksamkeit

Von medizin-transparent.at wurde nun die Frage untersucht, ob sich in wissenschaftlichen Studien Hinweise auf eine schlechtere Wirksamkeit von Generika im Vergleich zu Originalpräparaten finden lassen. Das Ergebnis: Anhand der bisher veröffentlichten Studien aus den Jahren 2008, 2010 und 2012 lassen sich keine Hinweise auf eine Minderwertigkeit von Generika im Vergleich zu Originalmedikamenten finden. Allerdings wurden in den Vergleichsstudien nur Wirkstoffe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Epilepsie untersucht.

Über medizin-transparent

„medizin-transparent.at“ bewertet die Wirksamkeit von medizinischen Behandlungen oder Interventionen anhand der wissenschaftlichen Beweislage (Evidenz). Das Angebot unterstützt dabei, informierte Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Die Web-Seite ist ein Service des Departments für evidenzbasierte Medizin und klinische Epidemiologie an der Donau-Universität Krems.

Weitere Informationen:

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