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Österreichisches Krebsrahmenprogramm

Symbolbild zur Untersuchung beim Hautarzt zur Hautkrebsfrüherkennung © Alexander Raths
04.12.2014

Nach Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Österreich. Moderne Forschung, Diagnostik und Behandlung führen jedoch dazu, dass viele Tumorerkrankungen in der heutigen Zeit gut behandelbar sind. Die Versorgung von Betroffenen in Österreich ist im internationalen Vergleich sehr gut. 

Dennoch gibt es Optimierungsbedarf, wie eine Analyse der aktuellen Lage der Onkologie in Österreich ergab. Das österreichische Krebsrahmenprogramm wurde im Auftrag des Gesundheitsministeriums vom Onkologie-Beirat – einem multiprofessionellen und interdisziplinären Expertengremium – erstellt. Das Expertenpapier soll für die Gesundheitspolitik einen Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder der Onkologie liefern.

Krebserkrankungen in Österreich

Pro Jahr erkranken in Österreich ca. 38.000 Menschen an Krebs. Männer sind generell häufiger betroffen als Frauen, wobei dies jedoch nach Altersgruppen unterschiedlich ist. Krebserkrankungen treten gehäuft im Alter auf. Allerdings gibt es in jeder Altersklasse Betroffene. Die Diagnose Krebs stellt einen großen Wendepunkt im Leben eines Menschen dar und birgt generell große Herausforderungen und Ängste in sich.

Doch dank moderner Forschung, Diagnostik und Therapie sind viele Tumorerkrankungen mittlerweile gut behandelbar. Moderne Therapiemethoden (z.B. Chemo- oder Strahlentherapie) führen bei mehr als 50 Prozent der onkologischen Patientinnen und Patienten zu einer Heilung.

Nähere Informationen finden Sie unter Krebserkrankungen.   

Nationales Krebsrahmenprogramm

An oberster Stelle steht der Nutzen für die österreichische Bevölkerung sowie für die an Krebs erkrankten Patientinnen/Patienten. Die strategischen Ziele des Krebsrahmenprogramms sind:

  • Verringerung der Inzidenz von Krebserkrankungen in der Bevölkerung durch Prävention/Gesundheitsförderung
  • Verringerung der Mortalität bei Krebserkrankungen sowie längeres Überleben der Patientinnen/Patienten durch evidenzbasierte und zeitgerechte Früherkennung, Diagnostik und Therapie
  • Verbesserung bzw. Erhalt der Lebensqualität von Krebskranken in allen Krankheitsstadien – sowie auch von Angehörigen und Bezugspersonen
  • Gleicher Zugang zu allen Versorgungsstrukturen und zu Innovation und Fortschritt für die österreichische Bevölkerung – unabhängig von Alter Geschlecht, Herkunft und sozioökonomischem Hintergrund
  • Hochwertige Daten und verbesserte evidenzbasierte Information als Entscheidungshilfe für gesunde Menschen, Patientinnen/Patienten, Leistungserbringer sowie politische Entscheidungsträger
  • Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Onkologie in allen Bereichen

Zu den definierten Präventionszielen bzw. –maßnahmen gehören z.B. Rauch-Stopp, Screeningkonzepte oder Impfprogramme gegen Virus-assoziierte Krebserkrankungen sowie etwa die Reduktion von Verkehrsemissionen – im Sinne einer „Health in all Policies“. In den Bereichen Diagnostik, Behandlung und Forschung liegen die Schwerpunkte auf der Sammlung und Analyse von Daten als Grundlage für weitere Handlungsempfehlungen sowie auf den Ausbau von Qualitätssicherungsmaßnahmen. Weiters sollen die Krebsstatistik optimiert und ein klinisches Krebsregister entwickelt werden.
In den Bereichen der Psychoonkologie, onkologischen Rehabilitation sowie der Palliativ- und Hospizversorgung wird empfohlen, bedarfsgerechte, spezifische Betreuungsangebote sicherzustellen. Aus-, Fort- und Weiterbildungen in diesen Fachgebieten sollen aus- bzw. aufgebaut werden.
Für die onkologische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie älteren Menschen wurden eigenständige Ziele formuliert. Zu diesen gehören etwa – in Bezugnahme auf die Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie– ein bedarfsorientierter Zugang zu kindgerechter Rehabilitation sowie die multiprofessionelle Betreuung über ein sogenanntes Care Management für ältere Menschen.

„Fahrplan“ für die nächsten Jahre

Diese Maßnahmen sollen sektorenübergreifend gemeinsam mit Bund, Ländern, Sozialversicherungen, der Ärzteschaft und den Gesundheitsberufen – auch in Hinblick auf den „Health in all Policies“-Ansatz – umgesetzt werden. Parallel dazu wäre vorgesehen, Evaluierung und Berichterstattung aufzubauen. Ein nächster Schritt ist die Priorisierung der umzusetzenden Maßnahmen, die sich auch international als sinnvoll erwiesen hat. Die Empfehlungen sollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren umgesetzt werden.

Nähere Informationen finden Sie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

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