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„Drück mich“: So einfach ist Erste Hilfe

Frau leistet Herzdruckmassage © Dron
13.10.2014

Ungefähr jede zehnte Person in Österreich erleidet im Laufe des Lebens einen unerwarteten Herzstillstand. Jedes Alter kann davon betroffen sein. Die Fälle plötzlichen Herzstillstands nehmen laut Informationen der MedUni Wien seit einigen Jahren zu. Eine neue Infokampagne zeigt nun, wie einfach und wichtig Erste Hilfe ist.

Herzstillstand: Überlebenschancen erhöhen

Einem plötzlichen Herzstillstand können Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit vorausgehen und auf einen Herzinfarkt hinweisen. Ein Herzstillstand kann aber auch ohne derartige Symptome eintreten. Bei einem Herzstillstand sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Betroffenen pro Minute ohne Wiederbelebung um etwa zehn Prozent. Nach drei bis fünf Minuten treten bleibende Schäden im Gehirn auf.

Die ersten Minuten entscheiden

Trotz des gut ausgebauten österreichischen Rettungssystems trifft professionelle Hilfe im Durchschnitt erst nach acht bis zehn Minuten ein. Daher ist Erste Hilfe gerade in den ersten Minuten für das Überleben entscheidend. Derzeit überleben einen plötzlichen Herzstillstand nur etwa zehn Prozent der Betroffenen.

Im Notfall: „Drück mich!“

Wenn ein Mensch keine Reaktion und keine normale Atmung hat, ist rasche Hilfe erforderlich. Die neue Informationskampagne „Drück mich“ zeigt, wie einfach bei einem Herzstillstand Erste Hilfe geleistet werden kann:

  • Rufen: Notruf 144 wählen.
  • Drücken: Schnell und kräftig in die Mitte des Brustkorbs drücken – mindestens 100 mal pro Minute.
  • Schocken: Falls ein Defibrillator vorhanden ist, schalten Sie diesen ein, und befolgen Sie die Anweisungen.

Die Initiative „Drück mich!“ wird von der Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN) und dem Verein PULS zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes getragen. Partner sind u.a. das Gesundheitsministerium, die MedUnis Graz und Wien, das Wiener AKH, die Ärztekammern von Steiermark und Wien und die Stadt Wien.

Mehr Wiederbelebung durch Laien

Dass rasche Erste-Hilfe-Maßnahmen Leben retten können, unterstreichen Studien der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien. Von 701 Patientinnen/Patienten mit Herzstillstand, die in der Zeitspanne von August 2013 bis April 2014 von der Berufsrettung Wien wiederbelebt wurden, waren mehr als die Hälfte in Anwesenheit von anderen Menschen zusammengebrochen.

Bei 45 Prozent wurde von Zeugen daraufhin mit Erste-Hilfe-Maßnahmen noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte begonnen. Und das zahlte sich aus. „Personen, die Erste Hilfe erhielten, hatten eine signifikant höhere Überlebenschance als jene Personen, bei denen keine Ersthelfer reanimierten“, erklärt Fritz Sterz, Leiter der Studiengruppe Vienna Cardiac Arrest Registry von der Universitätsklinik für Notfallmedizin.

Bei der Mehrheit der beobachteten Herzstillstände wurde zwar die Rettung alarmiert, aber niemand setzte Wiederbelebungsmaßnahmen. Hier gibt es noch großes Verbesserungspotenzial, zeigen die Notfallmediziner auf.

Weitere Informationen:

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