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Auf Skitouren gesund & sicher unterwegs

Skitourengeherin im Gebirge © Jakub Cejpek
07.01.2013

Skitourengehen wird zum Trendsport: Jährlich begeistern sich immer mehr Menschen für den gesunden Outdoor-Sport. Aus eigener Kraft auf einen Berg zu steigen und abseits gesicherter Pisten abzufahren, verspricht Naturerlebnis und Abenteuer zugleich. Nebenbei werden Muskulatur und Herz-Kreislauf-System wirkungsvoll gestärkt. Eine gute Grundkondition ist fürs Tourengehen jedoch Voraussetzung.

Der Österreichische Alpenverein hat zehn Empfehlungen für sicheres Tourengehen und Freeriden veröffentlicht. „Auf Skitour zu gehen, ohne über die lauernden Gefahren Bescheid zu wissen, kann schnell zum Russischen Roulette werden. Erst wer das Risiko eines Lawinenunfalls einschätzen und minimieren kann, wird die Abfahrt im Gelände auch wirklich genießen“, erklärt Michael Larcher, Bergsportexperte im Alpenverein.

Zehn Empfehlungen für sicheres Tourengehen und Freeriden

1. Gesund in die Berge: Skitouren sind Ausdauersport. Die
wertvollen Belastungsreize für Herz und Kreislauf setzen
Gesundheit und eine gute Selbsteinschätzung voraus. Vermeide
Zeitdruck und wähle das Tempo so, dass niemand in deiner Gruppe
außer Atem kommt. Achte auf Kraftreserven für die Abfahrt.

2. Sorgfältige Planung: Karten, Führerliteratur, Internet und
Experten informieren über Länge der Tour, Höhendifferenz,
Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Besondere
Beachtung verdient der Wetterbericht, da starker Wind und
schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen.

3. Lawinenlagebericht studieren: Informiere dich vor Antritt der
Tour eingehend über die aktuelle Gefahrenstufe (Europäische
Gefahrenskala für Lawinen in 5 Stufen). Achte besonders auf die
Angaben zu den Gefahrenstellen (Wo ist es heute gefährlich?) und
den Gefahrenquellen (Was ist heute die Hauptgefahr?).

4. Vollständige Ausrüstung: Passe deine Ausrüstung den winterlichen
Verhältnissen an und achte auf ein geringes Rucksackgewicht.
Für den Lawinen-Notfall sind LVS-Gerät, Schaufel und Sonde
Standard, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon.
Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen.

5. Regelmäßig Trinkpausen: Flüssigkeit, Energie und Pausen sind
notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten.
Heiße, isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher und
Wärmespender. Leicht Verdauliches, wie Müsliriegel, Trockenobst
und Kekse, stillt den kleinen Hunger unterwegs.

6. Lawinenrisiko abwägen: Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem
Menschen enge Grenzen gesetzt. Stütze deine Entscheidungen daher
auf bewährte Methoden der Risikoeinschätzung („Stop or Go“)
und lerne, Gefahrenzeichen im Gelände zu erkennen.

7. Abstände einhalten: Entlastungsabstände von 10 Meter beim Aufstieg
in Steilhängen (über 30 Grad) reduzieren die Belastung auf die
Schneedecke und steigern den Komfort bei Spitzkehren. Halte bei
der Abfahrt grundsätzlich Abstände von mindestens 30 Meter ein und
befahre sehr steile Hänge (über 35 Grad) einzeln.

8. Stürze vermeiden: Stürze bei der Abfahrt sind die häufigste
Unfallursache auf Skitouren. Für die Schneedecke bedeuten sie
zudem eine große Zusatzbelastung. Gute Skitechnik und eine dem
Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Ein
Skihelm kann vor Kopfverletzungen schützen.

9. Kleine Gruppen: Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe
und verringern das Risiko, Lawinen auszulösen. In der Gruppe
zusammen bleiben. Achtung Alleingänger: Bereits kleine
Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen. Daher immer
vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren.

10. Respekt für die Natur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm
vermeiden, Aufforstungsflächen nicht betreten, Schutz- und
Sperrgebiete respektieren. Besondere Rücksicht auf Wildtiere im
Winter! Zur Anreise Fahrgemeinschaften bilden oder öffentliche
Verkehrsmittel nutzen.

Hinweis Anhand bewährter Entscheidungshilfen, wie der „Stop or Go“-Methode, kann das Risiko eines Lawinenunfalls Schritt für Schritt minimiert werden. Dabei werden einfache Faustregeln für den Sicherheitscheck eingesetzt, um Risikosituationen während der Tour zu vermeiden.

Weitere Informationen:

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