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Europäischer Tag der Wiederbelebung

Reanimation an Dummy © wellphoto
16.10.2013

Schnelle Hilfe durch Laien ist bei lebensbedrohlichen Situationen ein Um und Auf. Bis zum Eintreffen des Rettungs- oder Notarztteams liegt es an Ihnen zu handeln und entscheidende Minuten durch rasche Wiederbelebungsmaßnahmen zu nutzen. 

Aber nicht nur Erwachsene sollten mit Erster Hilfe vertraut sein. Auch Kindern kann das Thema bereits früh und auf kindgerechte Art und Weise näher gebracht werden.
Am „Ersten Europäischen Tag der Wiederbelebung“ (16. Oktober 2013) macht das European Resuscitation Council (ERC) gemeinsam mit Rettungsorganisationen und über seine Partner (in Österreich: Austrian Resuscitation Council) auf die Bedeutung von Kreislaufstillstand und Reanimation von Laien aufmerksam. Die Österreichische Ärztekammer unterstützt die Initiativen.

Wenige Minuten entscheiden

Bei einem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses zählt jede Minute. Neben dem hochqualifizierten und flächendeckenden Notarztsystem ist die Mithilfe der Laien wesentlich. Innerhalb von drei Minuten müssten Ersthelferinnen und Ersthelfer mit der Reanimation beginnen – um bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durch Wiederbelebungsmaßnahmen die Überlebenschancen der/des Betroffenen um ein Vielfaches zu steigern.

Durch Erste Hilfe Leben retten

Zumindest 10.000-mal jährlich kommt es in Österreich zu Herzstillstand außerhalb von Kliniken – oftmals in den eigenen vier Wänden. Betroffene sind in den ersten Minuten auf die rasche Erste Hilfe von anwesenden Mitmenschen angewiesen. Hört das Herz zu schlagen auf, werden wichtige Organe wie das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Erste irreparable Gehirnschäden treten bereits nach drei Minuten auf. Beim „klassischen“ Herz-Kreislauf-Stillstand befindet sich bei Erwachsenen noch Sauerstoff im Blut, der zumindest mittels Herzdruckmassage im Körper verteilt werden kann und zu den Organen gelangt.

Die Überlebenschancen der Betroffenen gehen unter anderem Hand in Hand mit der Reanimation (Herzdruckmassage, Defibrillator) durch Ersthelferinnen und -helfer. Sie steigen bei sofortiger Wiederbelebung an, sinken hingegen bei unterlassener Hilfeleistung ab. Etwa doppelt so viele Menschen als derzeit könnten einen Herz-Kreislauf-Stillstand mit guter Lebensqualität überleben – und nach dem Krankenhausaufenthalt ihr Leben wieder in Angriff nehmen sowie sich selbst versorgen. Voraussetzung dafür ist allerdings das rasche Handeln von Laien und eine sofort einsetzende Herzdruckmassage.

Unwissen & Angst

In Österreich ist zwar jede volljährige Staatsbürgerin/jeder volljährige Staatsbürger im Notfall zur Leistung von Erster Hilfe verpflichtet. Allerdings wagen in Deutschland und Österreich nur etwa 15 Prozent den Versuch einer Reanimation. Anders verhält es sich beispielsweise in den Niederlanden und in Schweden – dort leisten etwa 60 Prozent Wiederbelebungsmaßnahmen als Ersthelferin/Ersthelfer. Reanimationsunterricht wird in diesen Ländern bereits in der Schule verpflichtend angeboten.

Die Angst etwas falsch zu machen, ist einer der Gründe des „Nicht-Reanimierens“. Das Wissen aus Erste-Hilfe-Kursen, das z.B. einmalig bei der Vorbereitung auf den Führerschein erlernt wurde, ist rasch wieder vergessen. Teils mangelt es außerdem am Bewusstsein für die Wichtigkeit des Handelns und der Ersten Hilfe. Strafrechtlich belangt kann in Österreich niemand werden, der beim Leisten von Erster Hilfe Schaden zufügt.

Handeln & reanimieren

Kenntnisse zu Erste-Hilfe-Maßnahmen sind erlernbar – sollten jedoch immer wieder aufgefrischt werden. Damit Erste Hilfe selbstverständlich wird, setzt sich der Österreichische Rat für Wiederbelebung (Austrian Resuscitation Council, ARC) u.a. für einen verpflichtenden Reanimationsunterricht in Schulen ein. Bereits von Kindesbeinen an und durch regelmäßige Wiederholungen sollten die Jüngsten langsam mit dem Thema Erste Hilfe vertraut gemacht werden.

Weitere Informationen:

Infos, Kurse & Filme zur Ersten Hilfe:

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