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Studie: Je weniger Alkohol, desto besser

Mann füllt Glas nach © Photograpee.eu
19.04.2018

Eine Mitte April veröffentlichte wissenschaftliche Übersichtsstudie untersuchte den Einfluss von regelmäßigem Alkoholkonsum auf die Lebenserwartung. Die Auswertung der Daten von knapp 600.000 Personen ergab: Bereits der Konsum von 100 bis 200 Gramm Alkohol pro Woche senkt die statistische Lebenserwartung um sechs Monate. 100 Gramm Alkohol entsprechen etwa vier großen Bier oder sieben Achtelgläsern Wein. Für die Übersichtsstudie analysierte ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der MedUni Innsbruck die Ergebnisse von insgesamt 83 Studien aus 19 Ländern. 

Das Risiko frühzeitiger Sterblichkeit steigt mit der regelmäßig konsumierten Alkoholmenge, so die Studienautoren. Bei einem wöchentlichen Konsum von 200 bis 350 Gramm Alkohol pro Woche sinkt die Lebenserwartung bereits um ein bis zwei Jahre und bei 350 Gramm pro Woche um vier bis fünf Jahre.

In der im Fachjournal Lancet veröffentlichten Übersichtsstudie wurden die Zusammenhänge von Alkoholkonsum mit verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen analysiert. „Das Mortalitätsrisiko steigt bei einem Alkoholkonsum von mehr als 100 Gramm pro Woche an“, erklärte der Epidemiologe und Mitautor der Studie Peter Willeit von der MedUni Innsbruck gegenüber der APA. „Eine geringe Menge Alkohol - und das war bereits bekannt - stellt einen gewissen Schutzfaktor beim Herzinfarkt dar. Aber bei allen anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle, chronische Herzschwäche, Bluthochdruck und Ähnliches erhöht sich das Risiko ebenfalls. Die schädlichen Effekte überwiegen also“, so er Experte. Sein Kollege Stefan Kiechl, der ebenfalls an der Studie beteiligt war, ergänzt: „Wer den Alkoholkonsum reduziert und höchstens sechs bis sieben Achtel Wein beziehungsweise maximal vier große Bier pro Woche trinkt, kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gering halten und dazu beitragen, länger zu leben.“ 

Doch nicht nur die Menge, auch die Qualität des Alkohols konnten in der aktuellen Untersuchung als Risikofaktoren bestätigt werden. Die sogenannten „harten“ Getränke wie Schnaps oder Wodka wirken sich auf die Gesundheit schädlicher aus als Bier und Wein.

Tipp Das Buch „Alkohol – zwischen Genuss und Gefahr“ ist für alle geschrieben, die sich mit dem Thema Alkohol näher auseinandersetzen möchten. Sie können es über die Webseite der Sozialversicherung kostenlos bestellen oder herunterladen. Info-Videos der Sozialversicherung informieren über risikoarmen Alkoholkonsum.


Weitere Informationen: Alkohol: Substanz und Wirkung

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