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Vergiftung: Pilze

Pilzvergiftungen entstehen entweder infolge von Verwechslung von Speisepilzen mit Giftpilzen oder durch den Verzehr verdorbener Pilze. Schwere Pilzvergiftungen können z.B. zu ernsthaften Schäden an Leber und Nieren führen oder sogar tödlich verlaufen. Besonders tückisch ist, dass bei schwerwiegenden Vergiftungen die Symptome teilweise erst sechs bis 24 Stunden nach dem Verzehr auftreten.

Bei Vergiftungsverdacht gilt in jedem Fall: frühzeitig Vergiftungsinformationszentrale 01 406 43 43 kontaktieren, um Gefährdung abzuschätzen.

Was sollte im Umgang mit Pilzen beachtet werden?

  • Verzichten Sie auf den Verzehr selbst gesammelter Pilze, wenn Sie sich nicht sehr gut auskennen oder die Pilze nicht fachgerecht bestimmt wurden.
  • Von einer Internet-Recherche zur Pilzbestimmung ist abzuraten. Apps und KI sind nicht geeignet zur Pilzerkennung!
  • Zuverlässige Beratung zur Pilzbestimmung erhalten Sie u.a. beim Marktamt (MA59, Pilzberatung) sowie in österreichweiten Pilzberatungsstellen.
  • Bei Pilzen aus dem Handel sind generell eher keine Vergiftungen zu erwarten; auf Märkten, Restaurants etc. fragen Sie im Zweifel nach, ob die Pilze kontrolliert wurden.
  • Pilze verderben schnell, sie sollten daher möglichst frisch zubereitet und verzehrt werden. Zu lange oder falsch gelagerte Pilze (z.B. ungenügende Kühlkette) können zu Vergiftungserscheinungen führen.
  • Pilze sollten nicht in Plastiksäcken gesammelt oder aufbewahrt werden, weil sie dadurch rascher verderben. Besser geeignet sind z.B. ein luftiger Korb oder eine Stofftragetasche.
  • Rohe Pilze sind im Allgemeinen giftig! Auch ungenügend gegart bzw. gedünstet sind sie oft unbekömmlich. Achten Sie auf die richtige Zubereitung und deren Dauer.
  • Wärmen Sie Pilzgerichte nicht wieder auf.
  • Pilze sind generell eher schwer verdaulich (vor allem für kleine Kinder!), daher nie in großen Mengen verzehren.

Mehr zum Thema: Pilzvergiftungen vorbeugen

Welche Symptome können bei einer Pilzvergiftung auftreten?

Die Symptome, die nach dem Verzehr giftiger Pilze auftreten können, sind vielfältig und hängen davon ab, um welchen Pilz es sich handelt. Am häufigsten kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall). Je nach Giftstoff können weitere Symptome wie z.B. Halluzinationen, Schwindel, Pulsanstieg, Blutdruckabfall, Schweißausbrüche, Hitzegefühl, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit hinzukommen.

Achtung

Bei plötzlichen Symptomen nach einem Pilzgericht sollten Sie immer an eine Vergiftung denken! Je nach Pilz können sich die Beschwerden auch erst bis zu 24 Stunden nach der Einnahme bemerkbar machen. Im Zweifelsfall immer ein Krankenhaus aufsuchen!

Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)

90 Prozent aller schweren Pilzvergiftungen werden durch den Knollenblätterpilz verursacht. Dabei treten folgende Symptome auf:

  • bis 24 Stunden nach dem Verzehr (im Durchschnitt nach sechs bis zwölf Stunden): wiederholte bzw. anhaltende heftige und schwere Brechdurchfälle (choleraartig),
  • nach 48 bis 72 Stunden schwere Leberschädigung und eventuell Nierenversagen. Es besteht Lebensgefahr!

Hinweis

Wenn ein Pilzgericht aus verschiedenen Pilzen zubereitet wurde, ist die Latenzzeit nicht verlässlich!

Bei plötzlichen Brechdurchfällen nach Pilzgerichten mit langer Latenzzeit (6–24 Stunden) sollten Sie immer an eine Knollenblätterpilzvergiftung denken.

Was ist nach der Einnahme giftiger Pilze zu tun?

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung gehen Sie wie folgt vor:

  • Umgehend Vergiftungsinformationszentrale 01 406 43 43 kontaktieren bzw. bei schweren Symptomen Notruf 144 wählen.
  • Geben Sie am Telefon so genau wie möglich bekannt:
    • Welche Pilze wurden gegessen?
    • Woher stammen die Pilze (gekauft oder gesammelt?)
    • Wie wurden die Pilze zubereitet und wie viel wurde gegessen?
    • Wann wurden die Pilze gegessen?
    • Welche Beschwerden sind aufgetreten?
    • Wer aller hat davon gegessen?
  • Heben Sie wenn möglich Reste der eingenommenen Pilze auf, und bringen Sie ins Krankenhaus mit.
  • Den Mund mit Wasser ausspülen
  • Niemals Erbrechen auslösen!

Hinweis

Alle Personen, die die gleichen Pilze/das gleiche Gericht verzehrt haben, sollten sich vorsorglich untersuchen lassen!

Bei Bewusstlosigkeit:

  • Aufgrund der Erstickungsgefahr in Rückenlage soll die bewusstlose Person in eine stabile Seitenlage gebracht werden.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Mehr zum Thema: Erste-Hilfe-Maßnahmen

 

  • Andresen, H.; et al.: Liquid Ecstasy – ein relevantes Drogenproblem; Deutsches Ärzteblatt; Jg. 105; Heft 36; 5. September 2008. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.aerzteblatt.de
  • Austria Codex 2026
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (2026): Drogen. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.sozialministerium.at
  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (2024): Steirische Käferbohne. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.bmluk.gv.at
  • Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V.: Pilze sammeln & Vergiftungen. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.dgfm-ev.de
  • Informationszentrale gegen Vergiftungen des Zentrum für Kinderheilkunde Universitätsklinikum Bonn: Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.gizbonn.de
  • Kuratorium für Verkehrssicherheit: Vorsicht giftig! Jährlich rund 800 Kinder-Vergiftungsfälle; Presseaussendung 25.01.2017. Online abgerufen im April Jänner 2026 unter www.kfv.at
  • Müller, D.; Desel, H. (2013): Ursachen, Diagnostik und Therapie häufiger Vergiftungen; Deutsches Ärzteblatt; Jg. 110; Heft 41; 11. Oktober 2013. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.aerzteblatt.de
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) (2025): Bärlauch. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.ages.at
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) (2025): Marillenkerne/Blausäure. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.ages.at
  • Österreichische Apothekerkammer, Österreichisches Bildungswerk, Salzburger Bildungswerk (Hrsg.): Informationsbroschüre „Giftpflanzen - Ein Begleiter für Eltern und Interessierte“. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.salzburgerbildungswerk.at
  • Österreichische Mykologische Gesellschaft: Online abgerufen im Jänner 2026 unter myk.univie.ac.at
  • www.univie.ac.at
  • Österreichisches Rotes Kreuz: Strukturierte Erste Hilfe Tipps von A bis Z. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.roteskreuz.at
  • Sucht- und Drogenkoordination Wien: Broschüre: Was ist zu tun im Drogennotfall? Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.sdw.wien
  • Tox Info Suisse: Giftinfo & Prävention. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.toxinfo.ch
  • Vergiftungsinformationszentrale: Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.goeg.at
  • Vergiftungsinformationszentrale (2023): ViZ-Vergiftungsprävention 2023 - Knopfzellenbatterie. Online abgerufen im Jänner 2026 unter www.goeg.at

Letzte Aktualisierung: 23. Februar 2026

Erstellt durch: Vergiftungsinformationszentrale (VIZ)

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