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Kind spielt mit Putzmittelflasche © antiksu
Kind spielt mit Putzmittelflasche © antiksu

Vergiftung: Gefahren im Haushalt

Von Vergiftungserscheinungen durch Haushaltsprodukte sind in erster Linie Kinder und Kleinkinder betroffen, die möglichen Gefahrenquellen sind vielfältig. Aber auch Erwachsene sind nicht vor Vergiftungen gefeit. Zwar führen nur wenige Substanzen, die sich in einem durchschnittlichen Haushalt finden, zu schweren Vergiftungen, dennoch ist rasches Handeln wichtig. Hier finden Sie Informationen, was in einzelnen Fällen zu tun ist.

Bei Vergiftungsverdacht gilt in jedem Fall: frühzeitig Vergiftungsinformationszentrale +43 (0)1 406 43 43 kontaktieren, um Gefährdung abzuschätzen.

Die wichtigste Maßnahme ist, den eigenen Haushalt „giftsicher“ zu gestalten. Mehr Informationen dazu unter Vergiftung: Vorbeugung

Hinweis Die folgenden Informationen beziehen sich nur auf irrtümlich aufgenommene, sehr kleine Mengen der jeweiligen Substanzen! Eine übermäßige Aufnahme bei Vergiftungs- oder Suizidabsicht ist in jedem Fall bedrohlich, es muss umgehend der Notruf 144 (und gegebenenfalls die Vergiftungsinformationszentrale +43 (0)1 406 43 43) gewählt werden.

Was tun bei Vergiftung mit Putzmittel?

Allzweckreiniger

Werden de facto in jedem Haushalt verwendet und enthalten waschaktive, schaumbildende Substanzen (Tenside, Seife). Meistens sind auch geringe Konzentrationen von Lösungsmitteln enthalten.

Symptome: schleimhautreizend, Husten und Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen) möglich.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Verpackung oder Etikett des Reinigungsmittels sicherstellen.

WC-Reiniger & WC-Beckenstein

Die Eigenschaften sind sehr von der Zusammensetzung des Produktes abhängig. In WC-Steinen sind Tenside und Duftstoffe enthalten, und daher sind sie meist ungefährlich. In WC-Reinigern sind Tenside mit Zitronen- oder Essigsäure gemischt. Meistens besitzen die Produkte nur reizende Eigenschaften.

Symptome: schleimhautreizend, Husten und Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen) möglich.

Selten können auch Ameisensäure oder Salzsäure beigemengt sein, vor allem in industriellen Produkten. Von diesen geht ein erhebliches Gefahrenpotenzial aus.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen.

Geschirrspülmittel & Spülmaschinenreiniger

Hier ist die Unterscheidung zwischen manuellen Spülmitteln und Geschirrreinigern für die Maschine wichtig. Während flüssige Spülmittel zum größten Teil nur Tenside enthalten und damit relativ ungefährlich sind (siehe Allzweckreiniger), enthalten Maschinenprodukte reizende Inhaltsstoffe. Diese werden als Tabs oder Gel eingesetzt.

Symptome: Abschlecken und knabbern führt meist nicht zu wesentlichen Beschwerden. Je nach Konzentration der Inhaltsstoffe können Reizungen auftreten. Schmerzen und Brennen im Mund und Rachen, Schwellungen, Rötungen sowie Magen-Darm-Beschwerden sind möglich.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
  • Bei Beschwerden Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen. Das weitere Vorgehen ist von den Produktinhaltsstoffen abhängig.

Glasreiniger & Fensterreiniger

Diese enthalten Tenside (siehe Allzweckreiniger) und diverse Lösungsmittel, z.B. Alkohole. In der Regel führen Glasreiniger nicht zu schweren Vergiftungen, sondern zu ähnlichen Symptomen wie Allzweckreiniger.

Symptome: Schleimhautreizung.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen.

Rohrreiniger

Diese finden Verwendung vor allem bei verstopften Abflussrohren. Sie können stark ätzende Laugen wie z.B. Natronlauge (Ätznatron) enthalten und werden häufig als Pulver oder Granulat abgefüllt.

Symptome: Abhängig von der Einnahmemenge kann es zu sehr starken und sofort auftretenden Schmerzen, Schwellung und Rötung des betroffenen Haut- oder Schleimhautareals, starkem Speichelfluss sowie Erbrechen und Übelkeit kommen.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, wenige Schluck Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    • Sofort Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
    • Bei lebensbedrohlichen Symptomen sofort den Notruf 144 wählen.
    • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen/fotografieren.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, anschließend augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.

Was tun bei Vergiftung mit Industriereiniger?

Industriereiniger können z.B. Kalium- oder Natriumhydroxid oder giftige Chemikalien enthalten und stark ätzend sein. Diese Produkte haben im Haushalt nichts verloren! 

Symptome: Abhängig von der Einnahmemenge kann es zu sehr starken und sofort auftretenden Schmerzen, Schwellung und Rötung des betroffenen Haut- oder Schleimhautareals, starkem Speichelfluss sowie Erbrechen und Übelkeit kommen. Bei Produkten mit Lösungsmitteln können Benommenheit bis zu Bewusstlosigkeit dazukommen. 

Hinweis Verätzungen der Speiseröhre können zu narbigen Verengungen führen.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, wenige Schluck Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43
    • Bei lebensbedrohlichen Symptomen sofort den Notruf 144 wählen.
    • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, anschließend augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.

Was tun bei Vergiftung mit Entkalker?

Diese Mittel werden zum Entkalken von z.B. Kaffeemaschinen oder Wasserkochern verwendet. Unfälle passieren vor allem, wenn die Entkalkerflüssigkeit im Gerät vergessen wird und anschließend Getränke zubereitet werden – Vorsicht insbesondere bei der Zubereitung von Säuglingsnahrung!

Hinweis Wasserkocher kennzeichnen (z.B. mit einem angeklebten Zettel), wenn Entkalker eingefüllt ist!

Die Bestandteile sind meist Amidoschwefel-, Zitronen-, eventuell Apfel- und Milchsäure. Manchmal wird auch Essigsäure verwendet. Unverdünnt sind diese Produkte reizend. Entkalker sind in flüssiger oder in fester Form erhältlich. Bei unklarer Kennzeichnung Vergiftungsinformationszentrale anrufen!

Symptome: Die Wirkung ist sehr stark abhängig von der Konzentration des Gemisches, möglich sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schmerzen.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
    • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.

Was tun bei Vergiftung mit Waschmittel & Weichspüler?

Auch bei diesen Stoffen stehen die Tenside in verschiedenen Formen im Vordergrund. Zusätzlich enthalten sie Bleichmittel, Duftmittel und Hilfsstoffe. Das Vergiftungsrisiko ist gering.

Symptome: Schleimhautreizung, Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen) möglich. Vorsicht ist bei Waschmitteln in wasserlöslicher Folie bzw. Gelkapseln (Pods, Caps, Tabs) geboten; sie enthalten höher konzentriertes Flüssigwaschmittel, es ist eine stärkere Symptomatik möglich! Zudem besteht das Risiko einer Aspiration.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Verpackung oder Etikett des Reinigungsmittels bereithalten.

Was tun bei Vergiftung mit Kosmetikprodukten?

Nagellack

Bei Nagellacken wird von Kindern meistens nur der Pinsel abgeleckt, damit ist die eingenommene Menge zu gering, um eine Vergiftung herbeizuführen.

Symptome: Schleimhautreizung.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser und Seife abspülen, keine Lösungsmittel oder Nagellackentferner verwenden! Getränkte Kleidung gegebenenfalls wechseln.
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.

Nagellackentferner

Symptome: starkes Brennen auf den Schleimhäuten, Übelkeit, Erbrechen. Bei größeren Mengen eventuell Benommenheit, Gangunsicherheit und Schläfrigkeit.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken (nur wenn keine Schläfrigkeit oder Benommenheit besteht!). Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
    • Bei stärkeren Symptomen als Schleimhautreizung Notruf 144 wählen.
    • Verpackung oder Etikett des Produktes sicherstellen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser und Seife abspülen, verunreinigte Kleidung unbedingt ausziehen (Dämpfe!).

Haarshampoo, Duschgel, Seife, Badezusatz

Symptome: Die schäumende Wirkung führt im Magen unter Umständen zu Übelkeit mit Erbrechen.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen.

Körperpuder

Puder auf Basis von Talk kann dann gefährlich werden, wenn es eingeatmet wird und die Partikel in die Atemwege gelangen. Betroffen sind insbesondere Babys und Kleinkinder, die z.B. in Rückenlage mit einer Puderdose spielen, die sich dabei öffnet.

Symptome: Husten bis hin zu Atemproblemen.

Erste Hilfe:

Bei Verschlucken: Mundhöhle reinigen, schluckweise Wasser nachtrinken.

  • Bei Einatmen: Aspirationsgefahr!
    • bei keinem Husten oder nur kurzem Räuspern: weitere Beobachtung zu Hause,
    • bei starkem Husten sofort RETTUNG 144 anrufen.

  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.

Parfüm & Rasierwasser

Bei Parfüm oder Rasierwasser gilt dasselbe Vorgehen wie bei Alkohol (s. unten).

Was tun bei Vergiftung mit Alkohol?

Umgangssprachlich werden als Alkohol Getränke mit berauschender Wirkung beschrieben. Alkohol ist aber auch in vielen Haushaltsprodukten enthalten, wie z.B. in manchen Kosmetika, Spiritus, Desinfektionsmitteln und bestimmten Reinigungsmitteln.

Trinkalkohol (Ethanol)

Hochprozentige Getränke wie z.B. Wodka, Schnaps oder Whisky schrecken Kinder aufgrund des brennenden Gefühls auf Schleimhäuten generell ab. Daher wird meistens nur ein Schluck getrunken. Ausnahmen sind Liköre und Cocktails.

Symptome: Abhängig von der Einnahmemenge kann es zu Übelkeit, Erbrechen,Gangunsicherheit und eventuell Schläfrigkeit kommen.

Erste Hilfe:

  • Mit Zucker gesüßten Saft oder Tee zu trinken geben.
  • Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Im Zweifelsfall Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43 und Verpackung oder Etikett des Produktes sicherstellen.
  • Bei Kindern mit Bewusstseinseintrübung den Notruf 144 wählen.

Hinweis Bei einer Alkoholvergiftung aufgrund der Einnahme großer Mengen an Alkohol gilt ein anderes Vorgehen! Mehr zum Thema: Vergiftung: Alkohol & Drogen.

Was tun bei Vergiftung mit Klebstoff?

Unfälle mit Klebstoffen betreffen insbesondere Kinder und Kleinkinder. Man unterscheidet unterschiedliche Produkte:

  • Alleskleber enthält Lösungsmittel wie z.B. Alkohol, Aceton oder Methylethylketon. Die Mengen, die Kinder schlucken, sind meist unbedenklich. Bei absichtlichem Schnüffeln besteht jedoch die Gefahr von Benommenheit, Schwindel oder Übelkeit.
  • Kinderbastelkleber enthält keine Lösungsmittel. Bei Mengen, die Kinder üblicherweise probieren, ist er vollkommen unbedenklich.
  • Klebesticks enthalten z.B. Sorbit oder Polyvinylpyrrolidon und sind in kleinen Mengen harmlos.
  • Sekundenkleber: Bei diesem Produkt steht nicht die Vergiftung mit Inhaltsstoffen im Vordergrund, da er sofort aushärtet. Bei Kontakt kann es jedoch innerhalb von Sekunden zu Verklebungen kommen. Im Auge kann zudem aufgrund von Wärmeentwicklung eine starke Reizwirkung entstehen. Verklebungen mit Sekundenkleber können weder mit Lösungsmitteln noch mit Benzin abgelöst werden. Verklebte Stellen (insbesondere Augenlider) niemals mit Gewalt lösen! Dabei besteht die Gefahr einer Verletzung. 

Erste Hilfe bei allen Klebstoffen:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43. 
  • Verpackung oder Etikett des Mittels sicherstellen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten lang spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen. Nach Augenkontakt mit Sekundenkleber muss unbedingt eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden!
  • Bei Hautkontakt: sofort Haut mit Wasser/Seife reinigen. Mit Sekundenkleber betroffenes Hautareal mehrmals mit Körperöl einreiben.

Weitere Produkte im Haushalt

Silicagel

Die kleinen abgepackten Kügelchen zum Schutz vor Feuchtigkeit kommen z.B. bei empfindlichen Geräten, Handtaschen oder anderen Gebrauchsgegenständen zum Einsatz. Sie sind bei Verschlucken vollkommen ungiftig und werden mit dem Stuhl unverändert wieder ausgeschieden.

Zigaretten und Zigarettenkippen

Zigaretten werden oft von Kindern gekostet, eine Vergiftung ist aber selten. Bei Kleinkindern kann auch die Einnahme von Nikotinkaugummis und Nikotinpflastern Beschwerden verursachen. Nachfüllpackungen für E-Zigaretten und Kautabak (z.B. Snus) enthalten mehr und besser resorbierbares Nikotin.

Symptome: Bei geringen Mengen treten in der Regel keine Beschwerden auf. Mögliche Beschwerden sind Übelkeit und Erbrechen. Bei größeren Mengen können zusätzlich Durchfall, Unruhe, Zittern, Blässe und Herzrasen auftreten.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund ausräumen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
    • Bei ausgeprägten Symptomen Notruf 144 wählen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig spülen.

Ätherisches Öl, Duftöl

Symptome: Schleimhautreizung, Übelkeit, Erbrechen, Husten

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
    • Bei ausgeprägten Symptomen Notruf 144 wählen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: Haut mit Wasser und Seife reinigen. 

Lampenöl

Dieses kann gefährlich werden, wenn kleinste Mengen in die Atemwege gelangen.

Symptome: Husten, Atemnot und erhöhte Atemfrequenz (Erstickungsgefahr).

Erste Hilfe:

  • Bei ausgeprägten Symptomen Notruf 144 wählen.

Quecksilber (Fieberthermometer, Energiesparlampe)

Quecksilber ist nur in den alten Fieberthermometern enthalten, die heutigen Thermometer mit silberner Flüssigkeit enthalten das harmlose Galinstan. Auch Energiesparlampen können Quecksilber in niedrigen Konzentrationen enthalten.

Prinzipiell sind Quecksilberdämpfe gesundheitsschädlich, jedoch sind die Mengen, die in einem Fieberthermometer bzw. einer Energiesparlampe enthalten sind, zu gering, um eine Vergiftung zu verursachen.

Beim Zerbrechen eines Quecksilberthermometers bzw. einer Energiesparlampe:

  • Scherben und Quecksilberkügelchen einsammeln (z.B. mit Klebeband oder zwei Blättern Papier) und in einen luftdicht verschließbaren Behälter (z.B. Glasbehälter, Plastiksack) geben; diesen zur Problemsammelstelle bringen. Staubsaugen möglichst vermeiden, nur wenn die Entfernung manuell nicht möglich ist; Staubsaugersack anschließend zum Sondermüll bringen.
  • Raum gut durchlüften.
  • Bei Verschlucken kleiner Mengen Quecksilber besteht keine Vergiftungsgefahr, da es kaum resorbiert wird.
  • Achtung bei Haut- und Schleimhautverletzungen!
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.

Seifenblasenlösung

Symptome: Schleimhautreizung, Magen-Darm-Beschwerden möglich.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.

Knicklicht

Symptome: Schleimhautreizung, leichte Magen-Darm-Beschwerden möglich.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.

Streichholzkopf

Bei Verschlucken ist keine Vergiftung zu erwarten, ein paar Schluck Wasser nachtrinken.

Farben & Stifte

Materialien wie Wasserfarben, Fingerfarben, Buntstifte, Filzstifte, Tinte, Kugelschreiber etc. sind bei Einnahme von geringen Mengen unbedenklich. Eventuell ein paar Schluck Wasser nachtrinken.

Hinweis Dies gilt nicht für Künstlerfarben (z.B. Acrylfarbe, Ölfarbe)! Diese können ätzend und schleimhautreizend sein. Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale +43 (0)1 406 43 43 kontaktieren.  

Düngemittel

Chemische Pflanzendünger gibt es in unterschiedlichen Ausführungen mit verschiedenen Inhaltsstoffen. Unfälle passieren in erster Linie, wenn flüssiger Dünger z.B. in Gießkannen vergessen wird und so in die Hände von Kindern gelangt.

Symptome: meist schleimhautreizend, Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen).

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
  • Bei Unsicherheit Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.

Achtung! Nicht verwechseln mit Pflanzenschutzmitteln (Insektizide, Herbizide, Fungizide)! Diese sind weit giftiger und können Schleimhäute und Organe schädigen. Eine Vergiftung mit diesen Produkten kann lebensbedrohlich sein, es muss bei Beschwerden der Notruf 144 gewählt werden!

Benzin

Zu Vergiftungen mit Benzin kann es einerseits durch das Einatmen von Benzindämpfen, andererseits durch Verschlucken von Benzin kommen (z.B. beim Ansaugen einer verstopften Benzinleitung).

Symptome: Schleimhautreizung, Magen-Darm-Beschwerden (Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen), Husten, Atemnot sowie Schwindel, Rauschzustand bis Benommenheit oder Bewusstlosigkeit.

Erste Hilfe:

  • Bei Verschlucken: den Mund mit Wasser ausspülen, schluckweise Wasser nachtrinken. Auf keinen Fall Erbrechen auslösen!
    Bei anhaltendem Husten wegen Verdacht auf Aspiration Notruf 144 wählen.
  • Bei Augenkontakt: unter fließendem lauwarmem Wasser vorsichtig ca. zehn Minuten spülen, bei anhaltenden Beschwerden augenärztlich kontrollieren lassen.
  • Bei Hautkontakt: mit Wasser und Seife abspülen, getränkte Kleidung wechseln.
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