Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Zwei Männer im Gespräch © loreanto

Erste Hilfe für Angehörige von Suizidgefährdeten

Als erste Hilfe können Sie durch Zuhören, Einfühlungsvermögen und direktes Ansprechen der Suizidgedanken Unterstützung leisten. Bringen Sie Verständnis für die betroffene Person und ihre Probleme beziehungsweise Krise auf. Dies vermittelt das Gefühl, nicht alleine mit ihren Schwierigkeiten zu sein. Es ist ebenfalls wichtig, dem betroffenen Menschen die Möglichkeit zu geben, negative Gefühle zuzulassen und auszudrücken sowie sozialen Rückzug zu verhindern. Ein offener und ehrlicher Umgang mit der betroffenen Person kann entlastend wirken . . .

Holen Sie Hilfe

Wenn eine Person davon spricht, dass sie sich das Leben nehmen möchte, sollten Sie dies immer ernst nehmen. Oft wird es notwendig sein, professionelle Hilfe (z.B. Ärztin/Arzt) zu holen. Besprechen Sie die Notwendigkeit dieser Unterstützung mit der/dem Betroffenen. Sie können auch gemeinsam mit der/dem Betroffenen Hilfseinrichtungen aufsuchen. Lassen Sie eine Person bei Suizidgefahr nicht alleine. Denken Sie auch daran, dass Sie verpflichtet sind, Menschen bei Gefahr Hilfe zu leisten. 
 

Kontaktinformationen zu Einrichtungen, die sowohl Betroffenen als auch Angehörigen und anderen Helferinnen/Helfern im Akutfall Hilfe und Beratung anbieten, finden Sie unter Krisentelefone und Notrufnummern. Anlaufstellen zum Thema finden Sie auch unter Kriseneinrichtungen und psychosoziale Hilfsangebote. Weitere Tipps für den Notfall finden Sie unter Was sollen Angehörige (nicht) tun?

Hinweis Bei Notfällen (zum Beispiel bei unmittelbaren Suizidankündigungen) sollten Sie umgehend die Polizei unter der Telefonnummer 133 verständigen oder die Rettung unter der Telefonnummer 144 rufen.

Warnsignale beachten

Seien Sie immer für Warnsignale einer Suizidgefährdung aufmerksam, um diese nicht zu übersehen. Nähere Informationen finden Sie unter Suizid: Warnsignale und Suizid-Mythen. Wenn Sie Suizidgefahr vermuten, fragen Sie konkret danach! Dies kann ein wichtiger erster Schritt zur Bewältigung der Krise sein. So können mögliche Suizidgedanken und -pläne offen und direkt besprochen werden. Auch indirekte Hinweise auf eine Suizidabsicht (z.B. „Alles ist sinnlos“) sollten thematisiert werden. Haben Sie keine Angst, dass Sie mit Ihrem Gesprächsangebot einen Suizid auslösen könnten. Ganz im Gegenteil: Für gewöhnlich reagieren Menschen erleichtert, wenn sie mit jemandem über diese Gefühle und Gedanken sprechen können, ohne verurteilt zu werden.

Hinweis Wirkt die betroffene Person plötzlich unerwartet entspannt, dann sollten Sie hellhörig werden. Menschen, die sich nach einigem Durchringen für einen Suizid entschieden haben, wirken oft ruhiger. Fragen Sie nach!

Links zu Websites, die sich speziell an junge und alte Menschen richten, finden Sie unter Broschüren, Downloads und Links.

Holen Sie auch für sich selbst rechtzeitig Hilfe

Es ist wichtig, auch auf sich selbst zu schauen, nicht zu viel Verantwortung zu übernehmen und in der Folge in eine Überforderung zu geraten. Scheuen Sie nicht davor zurück, für sich selbst ebenfalls Hilfseinrichtungen in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich unsicher oder von der Situation überfordert fühlen. Es ist absolut verständlich, wenn Sie in einer solchen Lage Hilfe benötigen! Selbsthilfegruppen (z.B. für Angehörige von Menschen mit Depression) etwa bieten Halt und Austausch. Diese Gruppen stehen jedem offen, der Hilfe bei dieser Thematik sucht. 

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse