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Nachdenklicher Mann © Peter Atkins

Wenn Männer nicht mehr leben wollen

Vor allem Männer sind von Suizid betroffen. Woran liegt das und wie häufig ist Suizid bei Männern? Verschiedene Lebensereignisse (zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Probleme am Arbeitsplatz, Partnerschaftskonflikte) und auch psychische Erkrankungen können emotionalen Stress auslösen. Um diesen zu bewältigen, werden oft viele Möglichkeiten in Betracht gezogen . . .

Was würden Sie einem guten Freund raten?

Vielleicht haben sogar Sie schon einmal daran gedacht, dass sich ein Problem lösen würde, wenn Sie nicht mehr am Leben wären. Jedoch sollten Sie bedenken, dass Sie auch einem Freund niemals raten würden, diesen unwiderruflichen Schritt zu setzen, der viel Leid für Sie und andere bedeutet. Denken Sie daran, was Sie einem Freund oder einer Freundin sagen würden. Sie würden wollen, dass die betreffende Person jemanden kontaktiert, über die Probleme redet und professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein gutes soziales Netzwerk und emotionale Unterstützung wichtig für die psychische Gesundheit sind. 

Zahlen und Fakten zu Suizid bei Männern

Männer sterben dreimal so häufig durch Suizid wie Frauen. Hierbei gilt es allerdings zu bedenken, dass die Suizidraten nur die Zahl der vollzogenen Suizide beinhalten. Suizidversuche kommen bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Suizid gehört in vielen westlichen Ländern bei Männern bis zum 45. Lebensjahr zu den häufigsten Todesursachen. Aber auch Männer im Alter von über 65 Jahren gehören zu einer Hochrisikogruppe. 

Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche

Männer begeben sich seltener als Frauen in medizinische oder psychologische Behandlung. Oft tendieren Männer dazu, persönliche Probleme eher für sich zu behalten und seltener ärztlichen Rat hinzuzuziehen. Dies ist in vielen Fällen auf Scham oder Stolz zurückzuführen. Auch besteht in unserer Gesellschaft nach wie vor ein stereotypes männliches Rollenbild, wonach Männer Stärke zeigen, bei Problemen Ruhe bewahren und diese schnell lösen sollen. Solche Vorstellungen können mitunter dafür mitverantwortlich sein, dass Männer sich seltener in medizinische oder psychologische Behandlung begeben. Ebenso sind Männer oft wesentlich skeptischer gegenüber psychologischen Behandlungen. Durch die fehlende Inanspruchnahme dieser Behandlungen werden hinter Symptomen stehende Probleme oft nicht erkannt und therapeutische Maßnahmen verzögert. 

Hinweis Auch Männer sollten nicht zögern, sich Hilfe bei einer Krise zu suchen. Hilfe anzunehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein beachtenswerter Schritt, der oft viel Überwindung kostet. 

Anlaufstellen finden Sie unter Krisentelefone & Notrufnummern sowie unter Kriseneinrichtungen und psychosoziale Hilfsangebote

Die Website vaeter-in-krisen.at des Kriseninterventionszentrums Wien bietet Infos und Beratung für Väter bzw. Männer in Krisen. Nähere Informationen finden Sie auch im Folder dieser Website.

Depressionen und Stress bei Männern

Suizidalität wird häufig durch Depressionen mitausgelöst. Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass ein Großteil durch Suizid verstorbener Männer unter einer Depression litt. Diese kann Botenstoffe im Gehirn beeinflussen und somit – oft vorerst unbemerkt – die Denkweise verändern. Zudem sind Fähigkeiten der Stressbewältigung beeinträchtigt. Es werden nur noch die negativen Seiten des Lebens wahrgenommen, das Positive wird ausblendet. Depressionen lassen sich meist gut mit Medikamenten in Kombination mit Psychotherapie bzw. Methoden der klinischen Psychologie behandeln.   

Gründe für Suizid bei Männern

Der Grund, warum gerade Männer so häufig durch Suizid sterben, kann mit verschiedenen Faktoren in Zusammenhang stehen. Bei vielen Ehepaaren ist es z.B. nach wie vor der Fall, dass insbesondere die Ehefrau die Pflege sozialer Beziehungen und Kontakte übernimmt. In der Folge sind Männer bei Trennung oder Tod der Ehefrau – zumindest vorerst – mit einem Verlust oder einer Einschränkung des sozialen Lebens konfrontiert. Anregungen auch im Alter aktiv zu bleiben und neue Leute kennenzulernen finden Sie unter Gesund älter werden.
Ebenso könnte Suizidalität bei Männern mit beruflichem Stress verbunden sein. „Männertypische“ Berufe gehen möglicherweise mit sozialer Isolation, Trennung von der Familie und großer Verletzungsgefahr einher. Dies kann zu einem erhöhten Risiko für Arbeitsunfähigkeit, Alkohol- und Drogensucht sowie posttraumatischem Stress führen – die Suizidgefahr ist erhöht.  

Weiters kann Suizid mit bestimmten Lebensereignissen in Zusammenhang stehen, die besonders Männer mittleren Alters betreffen. Zu diesen Lebensereignissen gehört z.B. Scheidung. Durch diese können Männer (wie auch Frauen) ihr Heim, ihre Kinder, gegebenenfalls ihr Ansehen und einen Teil ihres Einkommens verlieren. 

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