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Junger Mann stützt Kinn auf Hand © Gina Sanders

Wenn Jugendliche nicht mehr leben wollen

Hast du oft Streit mit deinen Eltern, Geschwistern, Freunden oder Bekannten? Hast du Schwierigkeiten in der Schule oder Probleme mit deiner Freundin oder deinem Freund? Negative Gefühle zu haben, ist vollkommen normal. Hole dir Unterstützung und glaube daran, es geht wieder bergauf, auch wenn das im Moment für dich schwer vorstellbar ist.

Hole dir Hilfe!

Es ist gut, wenn du deine Gefühle ernst nimmst. Auch wenn es schwer vorzustellen ist, manche Dinge im Leben erscheinen oft viel gewichtiger als sie tatsächlich sind – vor allem, wenn man jung ist. Wird man älter und hat schon mehr Erfahrungen mit der Bewältigung von Problemen gesammelt, sieht man diese oft mit anderen Augen. Doch die Herausforderungen gilt es im Hier und Jetzt zu bewältigen. Das ist manchmal schwer vorstellbar. Hole dir Hilfe, wenn du nicht mehr weiter weißt! Egal, was passiert ist, Suizid ist keine Lösung! Wenn du noch jung bist, erscheint es oft so, als ob sich die Dinge nie ändern könnten. Aber in Wirklichkeit besteht das Leben aus laufenden Veränderungen. Du hast sicher schon die Erfahrung gemacht, dass positive Erlebnisse nicht dauerhaft anhalten. Denke immer daran, dass umgekehrt negative Phasen genauso vorübergehen! Kontaktadressen zu Hilfseinrichtungen findest du unter Krisentelefone und Notrufnummern sowie unter Kriseneinrichtungen und psychosoziale Hilfsangebote

Auf der Website bittelebe.at findest du neben Infos auch Videos zum Thema Suizid & Jugendliche.  

Zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen

Was ist eigentlich Suizid? Es bedeutet Selbstmord. Dieser Begriff ist jedoch in der Fachwelt nicht in Verwendung, um sprachlich einen Zusammenhang mit Verbrechen zu vermeiden. Suizidalität ist ein Ausdruck der Hoffnungslosigkeit gegenüber Lebensproblemen, die scheinbar nicht lösbar sind. Betroffene sehen keinen anderen Ausweg mehr, als sich das Leben zu nehmen. Doch es gibt immer einen Ausweg und Hilfsmöglichkeiten! 

Suizid kommt bei Kindern relativ selten vor, das Suizidrisiko steigt jedoch im Jugendalter stark an. Nach Angaben der ÖGS (Österreichische Gesellschaft für Suizidprävention) ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Es ist daher vermehrte Sensibilität für den Unterstützungsbedarf in dieser Lebensphase notwendig. 

Erwachsenwerden ist nicht leicht 

Die Zeit der Pubertät ist eine Zeit vieler Möglichkeiten, aber auch eine Periode, die von Kummer und Sorge geprägt sein kann. Es gibt Druck, sich in soziale Gemeinschaften einzufügen, gute Noten zu bekommen und verantwortungsvoll zu handeln. Es ist auch die Zeit, in der sich Sexualität und Beziehungen entwickeln. Die Schritte zur Unabhängigkeit führen oft zu Konflikten mit den Regeln und Erwartungen anderer. Jugendliche machen viele Veränderungen in ihrem Leben durch, die belastend sind und Anlass zu Suizidgedanken sein können. Die Gründe für Suizidalität bei jungen Menschen können sehr verschieden und komplex sein. 

Risikofaktoren & Warnsignale

Zu den Risikofaktoren bzw. Warnsignalen für Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen gehören: 

  • Kummer, Reizbarkeit oder Unruhe,

  • Hoffnungslosigkeit und verminderter Selbstwert, oft in Begleitung von Depressionen,

  • vorangegangene Suizidversuche,

  • Depressionen oder Suizidalität in der Familie,

  • psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt ,

  • mangelnde soziale Unterstützung, schlechte Beziehung zu den Eltern, wenig Freundschaften oder Gefühle von sozialer Isolation,

  • Probleme bezüglich Bi- oder Homosexualität, oft auch in wenig unterstützenden Familien oder Gemeinschaften, oder Unklarheit über die eigene Geschlechteridentität und sexuelle Orientierung,

  • Sucht/Abhängigkeit,

  • Probleme hinsichtlich Mobbing oder Bullying. 

Umgang mit Stress

Stress ist etwas, das alle Jugendliche zu unterschiedlichen Zeiten in ihrem Leben betrifft. Egal ob es sich dabei um Probleme mit der Familie oder in der Beziehung oder um Probleme in der Schule oder andere Faktoren handelt. Es gibt Möglichkeiten, auf eine gesunde Art und Weise mit dem dadurch entstehenden Stress umzugehen, z.B. durch sportliche Aktivitäten oder durch Entspannung und ausreichend Schlaf. Wichtig sind hierbei insbesondere Gespräche mit einer anderen Person sowie Unterstützung durch die Familie und den Freundeskreis. Vorsicht beim Surfen im Internet: Es gibt im Internet Online-Foren, in denen falsche Informationen über Suizid verbreitet werden und auf denen zu Suizid und selbstschädigendem Verhalten aufgerufen wird. Solche Foren solltest du meiden! 

Tipp Unter Kids & Teens findest du jede Menge Infos zur seelischen Balance im Jugendalter sowie Anlaufstellen bei Problemen.

Konflikte in Freundschaften & Beziehungen

Im Jugendalter sind Freundschaften und Beziehungen besonders wichtig. Jedoch gibt es in allen Beziehungen gute und schlechte Zeiten, das betrifft auch Freundschaften und Partnerbeziehungen. Manchmal kann es so aussehen, als ob die Zeiten dauerhaft schlecht bleiben. Doch eine Beziehung muss noch lange nicht zu Ende gehen, nur weil in der Beziehung etwas Negatives passiert ist. Probleme in Beziehungen und Freundschaften sind völlig normal und bessern sich oft nach einiger Zeit zumindest deutlich. 

Tipp In Krisensituationen kann ein Gespräch mit einer vertrauten erwachsenen Person sehr hilfreich sein! Du kannst auch beispielsweise bei „Rat auf Draht“ unter der Telefonnummer 147 anrufen, wenn du anonym bleiben möchtest.

Vorsicht bei Online-Foren!

Austausch mit anderen Personen in Diskussionsforen im Internet kann zu Erleichterung führen. Es gibt jedoch auch Online-Foren, in denen falsche Informationen verbreitet werden und die zu Suizid und selbstschädigendem Verhalten aufrufen. Die Erklärungen, die in diesen Foren dargeboten werden, mögen vielleicht auf den ersten Blick schlüssig erscheinen. Die dort präsentierten Informationen sind jedoch schlichtweg falsch. Solche Foren solltest du meiden, da sie nicht nur Falschinformationen verbreiten, sondern auch dazu führen können, dass du dich in weiterer Folge schlechter fühlst. Es ist daher empfehlenswert, sich außerhalb von Online-Foren bzw. dem Internet (am besten professionelle) Hilfe zu suchen. 

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