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Symbolfoto Gespräch © Photographee.eu

Was sollen Angehörige (nicht) tun?

Geäußerte Suizidgedanken und/oder -absichten stellen eine große Herausforderung für das soziale Umfeld von Betroffenen dar. Was soll man tun? Wie verhält man sich richtig? Durch Mitgefühl, Offenheit und Hilfeleistung können Sie viel bewirken. Wie Sie ein Gespräch beginnen können, was Sie tun und was Sie lieber lassen sollten, erfahren Sie hier . . .

Wie beginne ich ein heikles Gespräch? 

Ein offenes Gespräch ist meist ein ganz wichtiger erster Schritt zur Bewältigung der Krise. Eine Möglichkeit für einen Gesprächsanfang könnte dabei lauten: „Ich habe den Eindruck, dass es dir sehr schlecht geht, möchtest du mit mir darüber reden?“ Wenn die betroffene Person nicht zugänglich für ein Gespräch sein sollte, können Sie selbst Rat und Hilfe bei professionellen Hilfseinrichtungen suchen. Oft kristallisiert sich mithilfe von professioneller Unterstützung ein neuer Ansatzpunkt für ein Gespräch mit der/dem Betroffenen bzw. für das weitere Vorgehen heraus. Wenn Sie das Gefühl haben, eine suizidale Handlung stehe unmittelbar bevor und Ihre Bemühungen verbessern die Situation nicht, verständigen Sie umgehend die Polizei unter der Telefonnummer 133. Diese ruft dann die Rettung. Scheuen Sie nicht davor zurück, für sich selbst ebenfalls Hilfseinrichtungen in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich unsicher oder von der Situation überfordert fühlen. Es ist absolut verständlich, wenn Sie in einer solchen Lage Hilfe benötigen!  

 Was soll ich tun, wenn jemand suizidgefährdet ist? 

  • Nehmen Sie Suizidandeutungen und -ankündigungen ernst.

  • Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Gegenüber hat Suizidgedanken, fragen Sie offen nach (z.B. „Bist du so verzweifelt, dass du schon daran gedacht hast, dir das Leben zu nehmen?“).

  • Hören Sie der/dem Betroffenen zu.

  • Seien Sie offen und ehrlich, und sprechen Sie auch eigene Gefühle an (z.B. „Ich mache mir große Sorgen um dich und würde dir gerne dabei helfen, Hilfe zu organisieren“).

  • Holen Sie sich Rat und Hilfe von professionellen Hilfseinrichtungen.

  • Ermutigen Sie die betroffene Person, sich professionelle Hilfe zu suchen (z.B.„Ich weiß eine Stelle, die dir helfen kann“).

  • Entfernen Sie Gegenstände, mit denen sich die/der Betroffene verletzen oder schaden könnte (z.B. Messer, Seile, Medikamente/Drogen, eventuell auch Autoschlüssel). Um Konflikte mit der betroffenen Person zu vermeiden, sollte dieser Schritt in Absprache mit dieser erfolgen.

  • Wirkt die betroffene Person plötzlich unerwartet entspannt, dann sollten Sie hellhörig werden. Menschen, die sich nach einigem Durchringen für einen Suizid entschieden haben, wirken oft ruhiger. Fragen Sie nach!

Was soll ich NICHT tun?

  • Vermeiden Sie  moralisierende Vorhaltungen (z.B. „Das hätte ich nicht von dir erwartet.“ Oder „Lass dich nicht so hängen“), Belehrungen (z.B. „Das ist doch kein Grund, sich umzubringen“) oder vorschnelle Ratschläge.

  • Vermeiden Sie simple Aufmunterungen (z.B. „Kopf hoch!“) oder vorschnelles Trösten (z.B. „Morgen ist alles wieder gut“, „Das ist doch alles kein Problem“).

  • Lassen Sie die betroffene Person bei akuter Suizidgefahr nicht alleine!

  • Machen Sie keine vorschnellen Versprechungen. Treffen Sie keine nicht einlösbaren Abmachungen. 

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