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Frau tröstet Kind © Michael Schütze

Kinder & Jugendliche nach Suizid unterstützen

Der Trauerprozess von Kindern und Jugendlichen ist anders als jener von Erwachsenen. Durch ein offenes Ohr und das Zeigen von Gefühlen ermöglichen Sie eine Atmosphäre, die Halt und Sicherheit bietet. Als Bezugsperson haben Sie eine große Verantwortung. Achten Sie dennoch auch gut auf sich selbst, Sie müssen nicht alles alleine schaffen . . . 

Wie sage ich es meinem Kind?

Vor allem bei Kindern ist es oft schwierig, die richtigen Worte für den Umgang mit dem Thema Suizid zu finden. Dennoch ist es besser, die Wahrheit zu sagen. Je nach Alter und Entwicklungsstand können Details ausgespart werden. Es ist hilfreich, sich beim Gespräch mit Kindern an deren Fragen zu orientieren. Greifen Sie nicht zu Notlügen, das kann in der Folge zu einem Vertrauensverlust führen. Zudem ist es für den Trauerprozess wichtig zu wissen, wie ein Mensch gestorben ist. Für die Bezugspersonen selbst kann es eine große Erleichterung sein, die Wahrheit nicht verbergen zu müssen. In der Broschüre des Forums für Suizidprävention und Suizidforschung Zürich: „Den Kindern helfen. Wie Sie Kinder nach einem Suizid unterstützen können . . .“ finden Sie Ratschläge, wie Sie die richtigen Worte finden und Kinder auf Abschiednahme und Beerdigung vorbereiten.

Kinder & Jugendliche trauern anders

Kinder trauern meist nicht durchgehend, sondern eher sprunghaft. Manchmal merkt man ihnen vorerst gar nichts an. Kinder schützen sich auch selbst durch Spielen oder Ausblenden von Informationen (z.B. Wegsehen oder -hören) vor Überforderung. Sie drücken ihre Gefühle oft durch Verhalten aus (z.B. in Spielszenen, in denen Tod vorkommt). Auch Einnässen oder andere Verhaltensauffälligkeiten können sich nach einem belastenden Ereignis bei Kindern zeigen. In vielen Fällen suchen Kinder besonders die Nähe der verbliebenen Bezugsperson und haben Angst, diese auch zu verlieren. Sagen Sie am besten klar, wann und warum Sie nicht da sind. So kann Ihr Kind, Ihre Abwesenheit besser einordnen. Kinder und Jugendliche sollten Raum dafür bekommen, über ihre Gefühle (z.B. Traurigkeit, Wut, Schuldgefühle, Verzweiflung) und Gedanken zu sprechen sowie Fragen zu stellen. Jugendliche reden allerdings oft lieber mit Gleichaltrigen über belastende Ereignisse. Trauer sollte kein „Muss“ sein, sondern kommen und gehen dürfen, wie sie individuell empfunden wird. Es gibt keine einzige, „richtige“ Art zu trauern, weder für Kinder noch für Erwachsene. 

Unterstützung im Alltag

Achten Sie auf möglichst gewohnte Tagesabläufe (z.B. Kindergarten, Schule, Hobbies, gemeinsames Abendessen). Zeigen Sie zudem aktive Gesprächsbereitschaft: Kinder und Jugendliche brauchen Zeit und ein offenes Gegenüber, um sich immer wieder auf eigene Art und Weise mit Themen wie Suizid, Tod und Trauer auseinanderzusetzen. So erkennen Sie auch möglichst früh die jeweiligen Bedürfnisse oder eine Verschlechterung des seelischen Befindens Ihres Kindes. Nähere Informationen zu professionellen Unterstützungsangeboten finden Sie unter Krisentelefone & Notrufnummern sowie unter Kriseneinrichtungen und psychosoziale Hilfsangebote

Als Bezugsperson auf sich achten

Regelmäßigkeiten geben Sicherheit und Halt. Das betrifft auch erwachsene Angehörige. Für Kinder und Jugendliche nach einem Suizid da zu sein, benötigt viel Kraft. Es vermittelt jedoch auch eine Aufgabe im Leben. Die eigene Trauer sollte allerdings nicht zu kurz kommen. Vor Kindern zu weinen, ist nicht immer leicht. Sie spüren jedoch meist ohnehin, wie es Ihnen geht. Zudem sind Eltern Vorbilder, sie zeigen damit: Es ist in Ordnung, Gefühle zu zeigen und zu weinen. Holen Sie sich Hilfe aus der Familie bzw. dem Freundeskreis. Sie müssen nicht alles alleine schaffen. Wenn diese Unterstützung nicht ausreicht, nehmen Sie möglichst rasch professionelle Hilfsangebote in Anspruch.

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