Metamyelozyten (MET)

Metamyelozyten sind Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen, die normalerweise nur im Knochenmark bzw. nur vereinzelt im peripheren Blut zu finden sind. Diese Zellen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst, bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Inhaltsverzeichnis

Metamyelozyten sind unreife Vorstufen von weißen Blutkörperchen

Im Blutausstrich können bei bestimmten Erkrankungen oder Zuständen (z.B. schweren Entzündungen, Leukämien, Chemotherapie) Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gefunden werden.

Normalerweise kommen diese Zellen im Knochenmark vor, wo die Bildung der weißen Blutkörperchen stattfindet („Granulopoese“ oder „Granulozytopoese“).

Zu den Vorstufen der weißen Blutkörperchen in Bezug auf die Granulozytopoese zählen:

  • Blasten (unreife Vorstufen sämtlicher Leukozyten im Knochenmark),
  • Promyelozyten (diese entwickeln sich aus den Blasten),
  • Myelozyten (diese entwickeln sich aus den Promyelozyten) sowie
  • Metamyelozyten (diese entwickeln sich aus den Myelozyten).

Auch diese Zellen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Wann können sich Metamyelozyten im Blut befinden?

Metamyelozyten sind nicht mehr teilungsfähige Vorläuferzellen bei der Entstehung der weißen Blutkörperchen.

Im peripheren Blut können Metamyelozyten normalerweise auch vereinzelt vorkommen (sogenannte Linksverschiebung).

Linksverschiebung

Ein vermehrtes Auftreten von Metamyelozyten sowie jungen neutrophilen Granulozyten (sogenannten „Stabkernigen“) wird als Linksverschiebung bezeichnet.

Bei einer Linksverschiebung können zwei Formen unterschieden werden:

  • reaktive Linksverschiebung: diese tritt bei einer Vielzahl von Infektionserkrankungen (Entzündungen) auf.
  • pathologische Linksverschiebung: diese kann bei Leukämien auftreten.

Leukämien

Eine Leukämie ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einer ungehemmten Bildung („Proliferation“) von weißen Blutkörperchen kommt.

Es gibt unterschiedliche Formen von Leukämien, die nach den folgenden Kriterien eingeteilt werden:

  • Typ der bösartigen Vorläuferzelle:
    • Myeloblasten: myeloische Leukämie
    • Lymphoblasten: lymphatische Leukämie
  • Verlaufsform:
    • akut: verläuft meist dramatisch und lebensbedrohlich
    • chronisch: verläuft meist weniger dramatisch (protrahiert)
  • weitere Einteilungskriterien:
    • Reifegrad der bösartigen Zellen
    • Menge der bösartigen Zellen (Leukämiezellen) im Blut

Ein Verdacht auf eine Leukämie kann durch die Untersuchung des peripheren Blutes gestellt werden. Finden sich im Blutausstrich verdächtige Zellen, ist eine weiterführende Abklärung erforderlich:

Die Behandlung einer Leukämie hängt von der Leukämieform sowie vom Verlauf der Erkrankung ab. Bei bestimmten Formen ist gar keine Behandlung notwendig: z.B. bei symptomlosen Formen der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL).

Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Weitere Informationen zu Leukämien.

Weitere Informationen

LOINC: 740-1, 739-3

Referenzwerte

Für Metamyelozyten gibt es keine Referenzwerte im peripheren Blut, da sie hier normalerweise nur vereinzelt vorkommen. Finden sich Metamyelozyten im Blut, werden diese Zellen entweder im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes miterfasst oder es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Hinweis

Referenzwerte dienen als Orientierungshilfe bei der Interpretation der Ergebnisse eines Laborbefundes. Unabhängig davon, ob Ihr Testergebnis innerhalb des Referenzbereichs des Labors liegt oder nicht, muss das Ergebnis in Zusammenhang mit Ihren persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft usw.), Krankengeschichte, Medikation und Ergebnissen anderer Untersuchungen betrachtet werden. Sie können einen Wert außerhalb eines Referenzbereichs haben und dennoch völlig gesund sein, und umgekehrt können Sie trotz unauffälliger Werte mit einer unentdeckten Erkrankung leben. Daher sollten diagnostische Untersuchungen (inkl. Laborwerte) immer von einer Ärztin bzw. einem Arzt angefordert und interpretiert werden. In verschiedenen Laboren kommen unterschiedliche Geräte und Testmethoden zum Einsatz, deren Referenzwerte nicht unbedingt deckungsgleich sind. Daher stellen die oben aufgelisteten Referenzbereiche lediglich einen Orientierungsrahmen dar.

Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Referenzwerte?

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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Quelle: www.gesundheit.gv.at: Metamyelozyten - Leukozyten

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