Metamyelozyten sind Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen, die normalerweise nur im Knochenmark bzw. nur vereinzelt im peripheren Blut zu finden sind. Diese Zellen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst, bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.
Im Blutausstrich können bei bestimmten Erkrankungen oder Zuständen (z.B. schweren Entzündungen, Leukämien, Chemotherapie) Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gefunden werden.
Normalerweise kommen diese Zellen im Knochenmark vor, wo die Bildung der weißen Blutkörperchen stattfindet („Granulopoese“ oder „Granulozytopoese“).
Zu den Vorstufen der weißen Blutkörperchen in Bezug auf die Granulozytopoese zählen:
Auch diese Zellen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.
Metamyelozyten sind nicht mehr teilungsfähige Vorläuferzellen bei der Entstehung der weißen Blutkörperchen.
Im peripheren Blut können Metamyelozyten normalerweise auch vereinzelt vorkommen (sogenannte Linksverschiebung).
Ein vermehrtes Auftreten von Metamyelozyten sowie jungen neutrophilen Granulozyten (sogenannten „Stabkernigen“) wird als Linksverschiebung bezeichnet.
Bei einer Linksverschiebung können zwei Formen unterschieden werden:
Eine Leukämie ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einer ungehemmten Bildung („Proliferation“) von weißen Blutkörperchen kommt.
Es gibt unterschiedliche Formen von Leukämien, die nach den folgenden Kriterien eingeteilt werden:
Ein Verdacht auf eine Leukämie kann durch die Untersuchung des peripheren Blutes gestellt werden. Finden sich im Blutausstrich verdächtige Zellen, ist eine weiterführende Abklärung erforderlich:
Die Behandlung einer Leukämie hängt von der Leukämieform sowie vom Verlauf der Erkrankung ab. Bei bestimmten Formen ist gar keine Behandlung notwendig: z.B. bei symptomlosen Formen der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL).
Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:
Weitere Informationen zu Leukämien.
LOINC: 740-1, 739-3
Für Metamyelozyten gibt es keine Referenzwerte im peripheren Blut, da sie hier normalerweise nur vereinzelt vorkommen. Finden sich Metamyelozyten im Blut, werden diese Zellen entweder im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes miterfasst oder es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.
Referenzwerte dienen als Orientierungshilfe bei der Interpretation der Ergebnisse eines Laborbefundes. Unabhängig davon, ob Ihr Testergebnis innerhalb des Referenzbereichs des Labors liegt oder nicht, muss das Ergebnis in Zusammenhang mit Ihren persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft usw.), Krankengeschichte, Medikation und Ergebnissen anderer Untersuchungen betrachtet werden. Sie können einen Wert außerhalb eines Referenzbereichs haben und dennoch völlig gesund sein, und umgekehrt können Sie trotz unauffälliger Werte mit einer unentdeckten Erkrankung leben. Daher sollten diagnostische Untersuchungen (inkl. Laborwerte) immer von einer Ärztin bzw. einem Arzt angefordert und interpretiert werden. In verschiedenen Laboren kommen unterschiedliche Geräte und Testmethoden zum Einsatz, deren Referenzwerte nicht unbedingt deckungsgleich sind. Daher stellen die oben aufgelisteten Referenzbereiche lediglich einen Orientierungsrahmen dar.
Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Referenzwerte?
Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.