Lymphozyten (LYM)

Die Lymphozyten sind die Zellen des Immunsystems. Sie sind für die Abwehr von Virus- und Pilzinfektionen verantwortlich und bilden die Antikörper. Die Bestimmung dieser Labormessgröße erfolgt bei der Untersuchung des Blutbildes.
 

Inhaltsverzeichnis

Warum werden die Lymphozyten im Blut bestimmt?

Die Lymphozyten sind die Zellen des spezifischen/erworbenen Immunsystems. Sie sind für die Abwehr von Virus- und Pilzinfektionen verantwortlich und bilden die Antikörper (diese werden von besonderen Lymphozyten – den Plasmazellen – produziert). Die Lymphozyten werden im Knochenmark und Thymus gebildet und wandern anschließend in die sogenannten sekundären Organe des lymphatischen Systems (Lymphknoten, Milz, Mandeln, Lymphknötchen der Schleimhäute – z.B. im Darm).

Die Bestimmung der Lymphozyten im Blut erfolgt bei der Untersuchung des Differenzialblutbildes.

  • Das Differenzialblutbild wird entweder vom Blutbild-Analysegerät automatisiert gemacht: automatisches Differenzialblutbild.
  • Oder das Blut wird im Labor händisch ausgestrichen, gefärbt und ausgezählt: manuelles Differenzialblutbild.
     

Die Werte des Differenzialblutbildes bestehen für jede Zellgruppe (Neutrophile, Basophile, Eosinophile, Lymphozyten und Monozyten) stets aus jeweils zwei Zahlen:

  • Relativer Wert in Prozent (%):
    • Dieser bezieht sich immer auf den Anteil der entsprechenden Zellgruppe der weißen Blutkörperchen bezogen auf die gesamte Leukozytenzahl.
    • Folglich muss die Summe der Prozentzahlen der Zellgruppen der weißen Blutkörperchen immer 100 Prozent ergeben.
  • Absoluter Wert in Giga pro Liter:
    • Die Summe der absoluten Zahlen der Zellgruppen der weißen Blutkörperchen muss den gesamten Leukozytenwert ergeben.

Was bedeuten erhöhte/erniedrigte Lymphozyten-Werte?

Eine Erhöhung der Lymphozyten wird als „Lymphozytose“ bezeichnet. Diese findet man unter anderem bei:

  • bestimmten Infektionen (z.B. Hepatitis),
  • Heroinsüchtigen,
  • bösartigen Erkrankungen des Blutes (Leukämien) bzw. des lymphatischen Systems (Lymphomen),
  • Einnahme bestimmter Medikamente

Eine Erniedrigung der Lymphozyten wird als „Lymphopenie“ bezeichnet. Diese findet man unter anderem bei:

  • bestimmten Infektionserkrankungen (z.B. Masern),
  • Erkrankungen des Immunsystems (z.B. HIV-Infektion),
  • Kortisontherapie.

Weitere Informationen

LOINC: 26478-8, 26474-7

Referenzwerte

Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre Einheit
18–45 % 18–45 % 18–45 % 18–45 % % (Prozent) der Leukozyten
1,2–3,5 G/L 1,2–3,5 G/L 1,2–3,5 G/L 1,2–3,5 G/L G/L (Giga pro Liter)
Für Neugeborene gelten andere Normalwerte

Hinweis

Referenzwerte dienen als Orientierungshilfe bei der Interpretation der Ergebnisse eines Laborbefundes. Unabhängig davon, ob Ihr Testergebnis innerhalb des Referenzbereichs des Labors liegt oder nicht, muss das Ergebnis in Zusammenhang mit Ihren persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft usw.), Krankengeschichte, Medikation und Ergebnissen anderer Untersuchungen betrachtet werden. Sie können einen Wert außerhalb eines Referenzbereichs haben und dennoch völlig gesund sein, und umgekehrt können Sie trotz unauffälliger Werte mit einer unentdeckten Erkrankung leben. Daher sollten diagnostische Untersuchungen (inkl. Laborwerte) immer von einer Ärztin bzw. einem Arzt angefordert und interpretiert werden. In verschiedenen Laboren kommen unterschiedliche Geräte und Testmethoden zum Einsatz, deren Referenzwerte nicht unbedingt deckungsgleich sind. Daher stellen die oben aufgelisteten Referenzbereiche lediglich einen Orientierungsrahmen dar.

Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Referenzwerte?

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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Quelle: www.gesundheit.gv.at: Lymphozyten - LYM - Zellen

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