Plasmazellen (PLZ)

Plasmazellen sind eine besondere Form der weißen Blutkörperchen, welche Antikörper bilden. Diese Zellen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst, bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Plasmazellen?

Plasmazellen sind eine besondere Form der weißen Blutkörperchen – eine Untergruppe der Lymphozyten (B-Lymphozyten). Die wichtigste Aufgabe der Plasmazellen ist die Bildung von

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist ihre Schutzfunktion vor allem, was dem Körper fremd ist – sprich: was nicht direkt zum Körper dazugehört wie

  • Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Parasiten etc.),
  • Viren,
  • Tumorzellen und Fremdgewebe,
  • Blütenpollen, Tiergifte sowie
  • viele andere natürliche und künstliche Stoffe und Substanzen.

Gemeinsam mit einer Reihe spezieller Abwehrzellen (Fresszellen, Killerzellen etc.) sowie anderer komplexer Abwehrsysteme (z.B. dem Komplementsystem) bilden die Antikörper das

Im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes werden auch Plasmazellen (sofern nachweisbar) miterfasst bzw. es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Wann können sich Plasmazellen im Blut befinden?

Normalerweise kommen Plasmazellen v.a. in den Organen des lymphatischen Systems vor:

Im Blutausstrich können Plasmazellen bei bestimmten Erkrankungen oder Zuständen gefunden werden, wie beispielsweise

  • schweren, chronischen Virusinfektionen,
  • Leberzirrhose,
  • Multiples Myelom (Plasmozytom).

Multiples Myelom (Plasmozytom)

Das Multiple Myelom (auch Plasmozytom bzw. Morbus Kahler genannt) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einer unkontrollierten Vermehrung einer einzigen Sorte von Plasmazellen (einem sogenannten „Plasmazellklon“) kommt. In ca. 98 Prozent der Fälle bilden diese Plasmazellen auch Antikörper.

Im Allgemeinen bedeutet der Begriff „Lymphom“ eine Lymphknotenschwellung. Diese kann folgende Ursachen haben:

  • infektiös-entzündlich oder
  • bösartig.

Bösartige Lymphome können grob in zwei Formen unterteilt werden:

  • Hodgkin-Lymphome (besondere Form eines bösartigen Lymphoms, bei der es zum Auftreten sogenannter Hodgkin-Zellen sowie Sternberg-Riesenzellen in den befallenen Lymphknoten kommt) und
  • Non-Hodgkin-Lymphome (diese können entweder aus B- oder T-Lymphozyten entstehen).

Das Multiple Myelom gehört zu den niedrig malignen B-Zellen „Non-Hodgkin-Lymphomen“, da Plasmazellen aus den B-Lymphozyten entstehen.

Die Symptome des Multiplen Myeloms entstehen durch

  • die Zerstörung von Knochengewebe, da das Multiple Myelom zumeist im Knochenmark seinen Ursprung hat:
    • Knochenschmerzen, Knochenbrüche etc. können die Folge sein;
  • die vermehrte Bildung von Antikörpern durch die bösartigen Plasmazellen:
    • Durchblutungsstörungen, Nierenversagen etc. können die Folge sein;

Die Diagnose des Multiplen Myeloms erfolgt durch den Nachweis

  • von bösartigen Plasmazellen in Blut und Knochenmark,
  • einer monoklonalen Gammopathie („Paraproteinämie“) – hierbei findet sich in der Serumeiweiß-Elektrophorese eine schmale Bande (Gradient) im Bereich der β/γ-Fraktion („M-Gradient“ bzw. Paraprotein) sowie
  • von Knochenveränderungen (Röntgen, Computertomographie).

Die Behandlung des Multiplen Myeloms hängt vom Stadium der Erkrankung ab, wobei die Prognose insgesamt schlecht ist.

Weitere Informationen

LOINC: 24103-4, 13047-6

Referenzwerte

Für Plasmazellen gibt es keine Referenzwerte im peripheren Blut, da sie normalerweise nur im Knochenmark und in den Organen des lymphatischen Systems (Lymphknoten, Milz, Darmschleimhaut) vorkommen. Vereinzelt können Plasmazellen manchmal auch im peripheren Blut vorkommen. Finden sich Plasmazellen im Blut, werden diese Zellen entweder im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes miterfasst oder es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Hinweis

Referenzwerte dienen als Orientierungshilfe bei der Interpretation der Ergebnisse eines Laborbefundes. Unabhängig davon, ob Ihr Testergebnis innerhalb des Referenzbereichs des Labors liegt oder nicht, muss das Ergebnis in Zusammenhang mit Ihren persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft usw.), Krankengeschichte, Medikation und Ergebnissen anderer Untersuchungen betrachtet werden. Sie können einen Wert außerhalb eines Referenzbereichs haben und dennoch völlig gesund sein, und umgekehrt können Sie trotz unauffälliger Werte mit einer unentdeckten Erkrankung leben. Daher sollten diagnostische Untersuchungen (inkl. Laborwerte) immer von einer Ärztin bzw. einem Arzt angefordert und interpretiert werden. In verschiedenen Laboren kommen unterschiedliche Geräte und Testmethoden zum Einsatz, deren Referenzwerte nicht unbedingt deckungsgleich sind. Daher stellen die oben aufgelisteten Referenzbereiche lediglich einen Orientierungsrahmen dar.

Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Referenzwerte?

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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Quelle: www.gesundheit.gv.at: Plasmazellen

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