Gesunde Bewegung ist jede körperliche Aktivität, die dem Körper guttut und bei der das Verletzungsrisiko gering ist. Körperliche Aktivität ist muskuläre Bewegung, die zu einem erhöhten Energieverbrauch führt. Sie kann einfach in den Allag eingebaut werden, zum Beispiel Spazierengehen, Stiegen steigen, Radfahren bzw. aktive Mobilität und viele Sportarten.
Damit gesundheitsfördernde Wirkungen eintreten, sollte körperliche Aktivität bestimmte Voraussetzungen erfüllen:
Gesunde körperliche Aktivität besteht aus einem Bewegungsmix verschiedener Aktivitätstypen wie Ausdauer oder Kraft. Wichtig für ein gesundes Bewegungspensum ist die richtige Dosierung der Aktivitätstypen.
Die Österreichischen Bewegungsempfehlungen des Fonds Gesundes Österreich geben Antworten auf die Frage, wie viel Bewegung aus gesundheitlicher Sicht empfehlenswert ist. Dabei kann das gesunde Bewegungspensum durch verschiedene körperliche Aktivitäten im Alltag oder gezieltes Training und Sport erreicht werden.
Sowohl muskelkräftigende Übungen als auch ausdauerorientierte Bewegungen werden empfohlen. Für Umfang und Intensität der körperlichen Aktivität wird ein Bereich pro Woche angegeben, z.B. 150 bis 300 Minuten. Will man von den gesundheitsfördernden Wirkungen profitieren, sollte Bewegung in diesem Bereich umgesetzt werden.
Generell gilt: Langes Sitzen soll vermieden werden und immer wieder durch Bewegung unterbrochen werden! Aktivität im Alltag sollte so oft wie möglich betreiben werden.
Die Zielgruppen der Bewegungsempfehlungen
Die Empfehlungen wurden für sechs Zielgruppen ausgearbeitet. In den sechs Bewegungsempfehlungen finden sich ausführliche Erklärungen mit Hinweisen und praktischen Tipps für die Umsetzung:
Zudem wurden auch Empfehlungen formuliert, um sicher körperlich aktiv zu sein.
Wichtig für den gesundheitlichen Nutzen sind vor allem ausdauerorientierte und muskelkräftigende Aktivitäten. Durch die Kombination verschiedener Aktivitätstypen können wir unsere körperliche Leistungsfähigkeit und unsere motorischen Fähigkeiten gezielt erhalten oder verbessern. Neben Ausdauer und Kraft zählen auch Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Beweglichkeit zu den grundlegenden motorischen Fähigkeiten.
Ausdauerorientierte Bewegung und Ausdauertraining: Bei diesen körperlichen Aktivitäten werden die großen Muskelgruppen des Körpers rhythmisch belastet und die Ausdauerleistungsfähigkeit des gesamten Körpers positiv beeinflusst. Dazu zählen z.B. Nordic Walking, Wandern, Laufen, Radfahren, Rudern, Langlaufen, Schwimmen, aber auch Sportspiele mit dauerhafter Belastung.
Ausdauerorientierte Bewegung findet häufig im Alltag statt. Im Gegensatz zum Ausdauertraining wird dabei jedoch meist kein konkretes Trainingsziel festgelegt.
Muskelkräftigende Übungen und Krafttraining: Muskelkräftigende Übungen lassen sich regelmäßig in den Alltag einbauen, z.B. durch Stiegen steigen, Bergaufgehen oder Radfahren. Für kräftigende Übungen eignen sich Übungen mit dem eigenen Körpergewicht - z.B. Liegestütz, Klimmzüge, Training an Maschinen oder mit freien Gewichten oder Übungen mit dem Thera-Band. Eine kräftige Muskulatur unterstützt die Wirbelsäule langfristig, fördert eine gesunde Haltung und kann Rückenschmerzen vorbeugen.
Knochenstärkende Bewegung: Muskelbewegungen, wie sie beim Krafttraining ausgeführt werden, haben auch eine knochenstärkende Wirkung. Es kommt zum Aufbau von Knochenmasse und zur Steigerung der Knochendichte. Knochenstärkende Bewegung kann teilweise über das Krafttraining abgedeckt werden. Bei bestimmten Bewegungsformen werden noch stärkere Anreize für das Knochenwachstum ausgelöst, z.B. Schnurspringen, Stiegen steigen, Wandern oder Bergwandern, Tanzen, Laufen, Gewichtheben.
Koordinationsübungen: Sie trainieren das Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur. Ziel gesundheitswirksamer Koordinationsübungen ist die Verbesserung der Bewegungssteuerung. Gute koordinative Fähigkeiten ermöglichen u.a. sichere motorische Reaktionen und eine gute Gleichgewichtsfähigkeit. Zu den Übungen zählen z.B. Stehen auf einem Bein, Balancieren auf Baumstämmen, Wackelbretter, Gehen über unterschiedliche Untergründe oder Reaktionsspiele. Bei körperlichen Aktivitäten wie Tai-Chi, Qigong oder Yoga werden verschiedene Übungen kombiniert, die die Koordinationsfähigkeit verbessern. Dies fördert auch den Gleichgewichtssinn.
Beweglichkeitsübungen: Mit gezieltem Beweglichkeitstraining lässt sich der Bewegungsumfang der Gelenke erhalten oder verbessern. Verschiedene Dehnübungen, etwa aus dem Yoga, tragen zur Verbesserung der Beweglichkeit bei. Auch wenn die Gelenkbeweglichkeit mit dem Alter abnimmt, kann sie durch regelmäßiges Üben in jeder Lebensphase gesteigert werden. Beweglichkeitsübungen fördern zudem die Stabilität und das Gleichgewicht, besonders wenn sie mit Kraftübungen kombiniert werden. Darüber hinaus helfen sie, Verletzungen an Muskeln, Sehnen und Bändern vorzubeugen und Fehlbelastungen durch einseitige oder falsche Bewegungen zu vermeiden.
Das individuelle Aktivitätsniveau einer Person wird in den Österreichischen Bewegungsempfehlungen durch den Wochenumfang ausdauerorientierter Bewegung beschrieben, z.B. in Minuten pro Woche.
Um die Gesundheit zu fördern und das Erkrankungsrisiko zu senken, ist ein bestimmtes Aktivitätsniveau notwendig. Vielen Menschen sind wenig körperlich aktiv und verbringen ihren Alltag mit vorwiegend sitzenden Tätigkeiten. Der wichtigste Schritt ist jener von „körperlich inaktiv“ zu „ein wenig körperlich aktiv“.
Zuerst geht es darum, möglichst regelmäßig Bewegung in den Alltag einzubauen. Anschließend kann die Dauer der Bewegungseinheiten erhöht werden. Nachdem mit diesen körperlichen Aktivitäten die Fitness verbessert wurde, kann auch die Intensität gesteigert werden – von geringer zu mittlerer und schließlich zu höherer Intensität.
Hier finden Sie Tipps, wie Sie regelmäßige Bewegung in Ihrem Alltag unterbringen:
Weitere Tipps und Infos finden Sie in der Broschüre „Bewegung“ des FGÖ.