Eine ausgewogene Ernährung fördert die Gesundheit im Alter und kann bestimmten Erkrankungen vorbeugen.
Ernährung hat auch einen Einfluss auf die körperlichen Folgen der Alterung. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Zusammensetzung des Körpers. So nehmen die Muskel- und Knochenmasse sowie der Wassergehalt im Körper ab, während der Körperfettgehalt steigt. Schwache Muskeln erhöhen die Gefahr für Stürze und Knochenbrüche. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft, Muskeln und Knochen zu stärken.
Neben einer ausgewogenen Ernährung trägt auch regelmäßige Bewegung entscheidend dazu bei, Muskelmasse und -kraft zu erhalten. Je geringer die Muskelmasse und Muskelkraft vor Beginn des höheren Lebensalters sind, desto höher ist das Risiko für Stürze und Gebrechlichkeit.
Eine ausgewogene Ernährung wirkt zudem positiv auf das Körpergewicht. Aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels, der durch die Veränderungen in der Körperzusammensetzung – u.a. Abnahme der Muskelmasse, Zunahme der Fettmasse – bedingt ist, neigen jüngere Seniorinnen und Senioren häufiger zu Übergewicht. Zu wenig Bewegung ist ebenfalls ein Risikofaktor.
Übergewicht gilt im Allgemeinen als Gesundheitsrisiko. Bei älteren Menschen kann leichtes bis mittleres Übergewicht jedoch einen gesundheitlichen Nutzen haben. Denn: Im Falle einer Erkrankung oder Phasen mit geringer Nahrungsaufnahme kann der Energiebedarf durch die vorhandenen Fettreserven gedeckt werden. Ein höherer BMI ist somit bei älteren Menschen wünschenswert. In diesem Zusammenhang spricht man vom „Obesity Paradox“.
Um aber die Entstehung von starkem Übergewicht – Adipositas – zu vermeiden, empfehlen Fachleute eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung sowie körperliche Aktivität. Damit kann das Gewicht stabil gehalten und Adipositas vorgebeugt werden.
Gesunde Ernährung im Alter ist abwechslungsreich und bedarfsgerecht. Die Österreichische Ernährungspyramide gilt als Orientierung für Personengruppen jeden Alters, also auch für Seniorinnen und Senioren.
Die österreichischen Ernährungsempfehlungen veranschaulichen die empfohlene Menge verschiedener Lebensmittel für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Die empfohlene Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Liter täglich ist besonders für Seniorinnen und Senioren häufig eine Herausforderung. Ältere Menschen haben oft weniger Durst. Umgekehrt verlieren sie auch mehr Flüssigkeit. Das kann durch Medikamente oder eine verminderte Nierentätigkeit passieren. Hier kann es helfen, Getränke bewusst in den Alltag einzubauen und zu trinken. Über den Tag verteiltes Trinken hilft auch bei einem trägen Darm.
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Regelmäßige Bewegung stärkt Muskeln und Knochen und fördert Herz und Kreislauf. Bewegung in der frischen Luft stärkt zusätzlich das Immunsystem und wirkt u.a. förderlich auf den Schlafrhythmus und die Stimmung.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Bewegungsempfehlungen - ältere Erwachsene
Fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sind für Seniorinnen und Senioren oft bekömmlicher als drei große Portionen am Tag. Auch bei Kau- oder Schluckstörungen im Alter werden mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt meist besser akzeptiert als wenige große Mahlzeiten.
Im Alter lässt das Geschmacks- und Geruchsempfinden oft nach. Dadurch ist man verleitet, Speisen nachzusalzen. Besser ist allerdings, Salz zu reduzieren und frische Kräuter und Gewürze zu verwenden. Diese regen den Appetit und die Verdauung an.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährungsempfehlungen - Fettes, Süßes und Salziges
Im Alter ist es wichtig, auf bestimmte Nährstoffe besonders zu achten. So kann eine bedarfsdeckende Zufuhr erreicht werden. Bei gesunden älteren Menschen ist der Bedarf zwar nicht erhöht, doch durch die Abnahme des Grundumsatzes und den damit verringerten Energiebedarf müssen nun kleinere Essensmengen gleich viel an Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen liefern. Dadurch ist eine ausreichende Deckung mit Vitaminen und Mineralstoffen manchmal schwer zu realisieren. Weiters kann die Einnahme von Medikamenten den Bedarf an Nährstoffen erhöhen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Eiweiß.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Vitamin D.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D kann über Lebensmittel allein nicht erreicht werden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Kalzium.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Vitamin B12.
Bei rein pflanzlicher – veganer – Ernährung ist eine bedarfsdeckende Zufuhr von Vitamin B12 nicht möglich.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Folsäure.
Die Empfehlungen für Fette und Kohlenhydrate unterscheiden sich nicht von den Empfehlungen jüngerer Altersgruppen.
Generell gilt: Je abwechslungsreicher die Zusammenstellung der Mahlzeiten ist, umso mehr Nährstoffe sind enthalten.
Die physiologischen Veränderungen im Körper, die sich mitunter ändernden Essgewohnheiten, Krankheiten und die damit verbundene Medikamenteneinnahme können die Ernährung im Alter beeinflussen. Die Veränderungen treten häufig gemeinsam auf und beeinflussen sich gegenseitig. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf das Essverhalten, die Verdauung und letztlich auf den Gesundheitszustand haben. Häufige Veränderungen im Alter sind u.a.:
Weitere Informationen erhalten Sie unter Wie verändert sich der Körper im Alter.
Im höheren Alter kann es zu einem Mangel an Nährstoffen und Vitaminen kommen. Um eventuelle Mängel auszugleichen, können Nahrungsergänzungsmittel – sog. Supplemente – zum Einsatz kommen. Prinzipiell sollten diese jedoch nur bei einer Nährstoffunterversorgung eingenommen werden. Die Einnahme sollte dabei mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da eine zu hohe Dosierung negative Effekte auf die Gesundheit hervorrufen kann.