Kopfläuse werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen – insbesondere über die Kopfhaare. Überall, wo z.B. Kinder „ihre Köpfe zusammenstecken“, können sich die winzigen Parasiten verbreiten. Diese können sich durch ihre sechs Beine gut festhalten und fortbewegen.
Aber auch durch Gegenstände ist eine Übertragung möglich. Dabei kann es sich z.B. um gemeinsam verwendete Pölster, das gemeinsame Tragen von Kopfbedeckungen und Verwenden von Kämmen und Bürsten handeln. Haustiere übertragen diese Art der Läuse nicht.
Kopfläuse ernähren sich vom Blut der Kopfhaut. Sie geben ein Speichelsekret ab, das oft Juckreiz auslöst. Weibchen legen Eier an den Haaren ab. Ein Lausbefall kann daher bemerkt werden durch:
Eine Kopflaus kann gefunden werden, indem Kopf und Kopfhaare mit System abgesucht werden. Dafür ist es hilfreich, die nassen Haare gründlich vom Haaransatz weg bis zu den Haarspitzen zu kämmen:
Gibt es im Kindergarten, in der Schule oder im Freundes- und Bekanntenkreis Lausalarm, sollten Sie auf jeden Fall die Köpfe Ihrer Familienmitglieder unter die Lupe nehmen. Und Ihren eigenen Kopf ebenfalls absuchen lassen. Eine möglichst rasche Behandlung ist notwendig, wenn sich eine Laus, Larve oder entwicklungsfähige Eier finden. Die zuletzt genannten befinden sich weniger als 1 cm vom Haaransatz entfernt.
Zudem ist eine umgehende Information an Kindergarten, Schule, Betreuungseinrichtung sowie Personen, die näheren Kontakt hatten, erforderlich.
Die Behandlung besteht möglichst aus einer Kombination von:
Daneben können weiteren Maßnahmen gesetzt werden.
Verschiedene Mittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen werden angeboten, wie Shampoos und Spülungen.
Ideal zur Bekämpfung von Läusen ist die Anwendung eines zugelassenen Mittels sowie das Auskämmen mithilfe eines speziellen Läusekammes. Wichtig ist es, nach dem Scheiteln die nassen Haare strähnenweise sorgfältig und von der Kopfhaut zu den Haarspitzen zu kämmen. Und dies teils auch öfter zu tun. Die so entfernten Nissen, Larven und Läuse können mit einem Papiertuch sorgfältig abgewischt werden. Reinigen Sie den Läusekamm im Anschluss. Außerdem sollten die gefundenen Läuse, Larven und Nissen sowie das Papiertuch zeitnah entsprechend entsorgt werden.
Beachten Sie, dass Läuse gegen bestimmte Mittel bereits Resistenzen aufweisen können. Das bedeutet: Das Mittel wirkt nicht mehr gut gegen die Läuse. Dann sollte ein weiteres Präparat angewendet werden. Informieren Sie sich darüber in der Apotheke oder bei Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.
Nicht alle Mittel dürfen in jedem Fall angewendet werden. Ev. kann es notwendig sein, eine Behandlung nur durch Auskämmen vorzunehmen. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, bei wundgekratzter Kopfhaut oder bei einer Erkrankung der Kopfhaut bzw. Haut: vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt Rücksprache halten. Vor der Anwendung genauer informieren sollten Sie sich zudem: im Falle von Schwangerschaft, Stillzeit, Allergien oder Überempfindlichkeiten, z.B. auf chemische Substanzen, Chrysanthemenallergie oder Erkrankungen wie Asthma etc. Beachten Sie auch hier die Packungsbeilage. Informationen erhalten Sie auch in der Apotheke, bei der Ärztin oder dem Arzt.
Informieren Sie als Elternteil bzw. erziehungsberechtigte Person die Mitarbeiter:innen des Kindergartens, der Schule oder der jeweiligen Institution umgehend. Das gilt auch für das nähere Umfeld – wie Eltern von Kindern, mit denen Ihr Kind zu tun hat. Läuse können nur auf Dauer verbannt werden, wenn alle bei den Maßnahmen mitmachen.
Neben der Bekämpfung der Läuse mit speziellen Läusemitteln und dem Auskämmen können folgende Maßnahmen zusätzlich angewendet werden:
In Ermangelung einer Nahrungsquelle sterben Läuse auf Gegenständen nach zwei bis drei Tagen ab.
Nähere Informationen zur Bekämpfung von Läusen bzw. Entlausung können Sie z.B. beim Gesundheitsamt oder Gesundheitsdienst einholen. Einige Stellen führen auch Entlausungen durch.
Erkundigen Sie sich in der Betreuungseinrichtung, im Kindergarten oder in der Schule, wann das Kind wieder dorthin darf. Es kann sein, dass eine Bestätigung der Laus- und Nissenfreiheit von der Ärztin, dem Arzt oder dem Gesundheitsamt verlangt wird.
Es kann ratsam sein, vorsorglich Kopfhaut und Haare regelmäßig zu kontrollieren. Im Fall der Fälle sollte möglichst rasch reagiert werden. Die Ausbreitung von Läusen wird durch zu späte oder fehlende Information über einen Befall, durch weitere fehlende Maßnahmen der Behandlung sowie unzureichende Behandlung begünstigt.
Läuse haben nicht unbedingt mit mangelnder Hygiene oder Sauberkeit zu tun. Waschen mit herkömmlichen Shampoos beseitigt Kopfläuse nicht.
Nähere Infos erhalten Sie im jeweiligen Kindergarten, in der jeweiligen Schule oder Betreuungseinrichtung, bei den Gesundheitsstellen der Städte und Länder sowie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.