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Schwangere mit Medikament ©  nd3000

Schwangerschaft & Stillzeit

Eine medikamentöse Behandlung in Schwangerschaft oder Stillzeit kann eine besondere Herausforderung für Ärztinnen und Ärzte, sowie Patientinnen sein. Häufig stellen Behandlungen eine zulassungsüberschreitende Anwendung der Arzneimittel (off-label use) dar, und umfangreiche Erfahrung zu Wirkungen und Nebenwirkungen bei Schwangeren und stillenden Frauen selten ist. Besonders groß ist die Verunsicherung aufgrund der Sorge über etwaige negative Auswirkungen eines Medikamentes auf die Entwicklung des Embryos, Fötus oder Säuglings. Glücklicherweise haben sich die meisten Medikamente in den letzten Jahrzehnten nicht als bedeutend fruchtschädigend erwiesen (vgl. auch C. Schaefer et al. (2011): Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit, 8. Auflage, Urban & Fischer).
 
Vor diesem Hintergrund ist die Aufklärung der Patientinnen besonders anspruchsvoll. Es wird besondere Sorgfalt der Ärztinnen und Ärzte erwartet, v.a. im Zusammenhang mit einer zulassungsüberschreitenden Arzneimittelanwendung. 

Partizipative Entscheidungsfindung

Sowohl für die Arzneiverordnung in der Schwangerschaft also auch in der Stillzeit ist das Konzept der partizipativen Entscheidungsfindung (PEF) besonders wichtig. Mit Ausnahme von Notfallsituationen gibt es fast immer zumindest zwei Optionen für den Umgang mit Erkrankungen: das Behandeln oder das (zumindest vorübergehende) Nichtbehandeln; meist stehen mehrere verschiedene Behandlungsoptionen zur Auswahl.

Daher gilt es, die individuell bevorzugte Vorgehensweise der Schwangeren/Stillenden zu eruieren, die jeweiligen Konsequenzen der Optionen – sowohl für die Patientin als auch für das (ungeborene) Kind – zu erläutern und auf dieser Basis eine gemeinsame Therapieentscheidung zu treffen. Damit wird auch klargestellt, dass die Verantwortung für das (ungeborene) Kind nicht gänzlich von ärztlicher Seite alleine getragen werden kann. Sollten für diesen individuellen Entscheidungsprozess von ärztlicher oder Patientinnenseite spezifische Informationen zu fruchtschädigenden Risiken einer Therapie oder zu deren Verträglichkeit in der Stillzeit benötigt werden, stehen verschiedene Online-Datenbanken sowie Beratungsstellen (z.B. die sogenannten Teratologie-Informationsservices) zur Verfügung.

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