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Blaues Fass © RealPhotoItaly

Auskunftsrecht für Konsumentinnen/Konsumenten

Die Europäische Chemikalienverordnung REACH soll ein hohes Schutzniveau für Mensch und Umwelt sicherstellen. REACH trat 2007 in Kraft und regelt Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Stoffen. Hersteller und Importeure von Chemikalien müssen diese ab einer Jahrestonne behördlich registrieren. Für besonders besorgniserregende Chemikalien sieht die Verordnung neben der Zulassung auch ein Auskunftsrecht für Konsumentinnen/Konsumenten vor.

Zulassungsverfahren für besonders besorgniserregende Stoffe

Die REACH-Verordnung ermöglicht es, in einem Entscheidungsverfahren, das bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) durchgeführt wird, besonders besorgniserregende Stoffe zu identifizieren. Dafür kommen Stoffe in Betracht, die Krebs oder Erbgutschäden verursachen können, giftig sind und sich in der Nahrungskette anreichern oder ähnlich problematische Eigenschaften haben (z.B. das Hormonsystem negativ beeinflussen oder stark sensibilisierend wirken). Stoffe, die als besonders besorgniserregend eingestuft wurden, finden sich auf einer Kandidatenliste der ECHA.

Für diese Stoffe gilt das Auskunftsrecht bei Konsumprodukten (siehe unten). In einem zweiten Entscheidungsverfahren kann für diese Stoffe eine generelle Zulassungspflicht beschlossen werden. Solche Stoffe werden in Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen und dürfen dann ab einem festgelegten Zeitpunkt nur noch verwendet werden, wenn die Europäische Kommission eine Zulassung dafür erteilt hat.

Auskunftsrecht über besonders besorgniserregende Stoffe in Konsumprodukten

Kleidung, Spielzeug, Möbel, elektronische Geräte oder andere Konsumprodukte können aufgrund der enthaltenen Stoffe zu Erkrankungen wie Allergien, Asthma, Krebs oder Unfruchtbarkeit beitragen. Sie möchten als Konsumentin/Konsument wissen, ob ein Produkt durch besonders besorgniserregende Chemikalien belastet ist?

In der Chemikalienverordnung REACH ist ein entsprechendes Auskunftsrecht für Konsumentinnen/Konsumenten verankert. Damit sind Hersteller und Händler verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen kostenlos Auskunft zu geben, wenn in einem Produkt, z.B. Haushaltsgegenständen etc., mehr als 0,1 Prozent eines besonders besorgniserregenden Stoffes enthalten sind.

So können Sie eine Auskunft einholen

Um sich zu informieren, ob ein Stoff aus der Kandidatenliste in einem bestimmten Produkt enthalten ist, müssen Sie nur eine Anfrage stellen. Dafür schreiben Sie einen kurzen Brief oder eine E-Mail an den Hersteller oder Händler des betreffenden Produkts. Einen Musterbrief und weitere Informationen finden Sie auf der Website des österreichischen REACH-Helpdesk - Auskunft über besonders gefährliche Chemikalien. Das Auskunftsrecht über besorgniserregende Chemikalien in Produkten soll Konsumentinnen/Konsumenten helfen, bessere Kaufentscheidungen zu treffen.

Weitere Informationen:

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