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Jugendliche und Meister in der Ausbildung © industrieblick

Gesundheitsförderung für Lehrlinge

Die „Lehrzeit“ ist ein bedeutender Abschnitt im Leben eines jungen Menschen. Für die berufliche und persönliche Entwicklung werden in dieser Zeit wichtige Weichen gestellt. Durch nachhaltige Gesundheitsförderung können Betriebe und überbetriebliche Lehrausbildungsstellen einen guten Start der Auszubildenden in ein gesundes Arbeitsleben unterstützen. Dabei haben Projekte zur Gesundheitsförderung für alle Beteiligten einen Nutzen. Die Ausbildungsstellen von Lehrlingen sind eine Lebenswelt, in denen es nicht nur um das Erlernen eines Berufs geht, sondern auch um zentrale Erfahrungen von sozialen Kompetenzen, sozialen Spielregeln und allgemeinen Lebenserfahrungen. . .

Die Entwicklung von Selbstvertrauen, Selbstständigkeit und Konfliktfähigkeit wird von Erfahrungen geprägt, die während der Lehre gemacht werden. Misserfolge im Beruf können zu gesundheitsschädigenden Problemlösungsstrategien führen, z.B. hoher Alkoholkonsum, Essstörungen. Daher ist die Arbeit eine wesentliche Determinante für die Gesundheit von Lehrlingen.

Wie gesund sind Lehrlinge?

Laut einer Gesundheitsbefragung im Zuge des Projekts „Health4You“ im Jahr 2015 sind Lehrlinge häufiger als Schülerinnen/Schüler von Übergewicht und Adipositas betroffen, öfter körperlich wenig aktiv, ernähren sich teilweise unausgewogener und konsumieren häufiger Alkohol und Zigaretten. Das Umfeld in der Arbeit beeinflusst das Ess- und Trinkverhalten der Jugendlichen stark. Vor allem während der Zeit in der Berufsschule rauchen die Jugendlichen vermehrt.

Gesundheitsförderung für Lehrlinge

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine moderne Unternehmensstrategie mit dem Ziel, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen sowie Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten zu verbessern und zu erhalten. Dies wirkt sich positiv auf die Produktivität des Unternehmens aus. Auch Jugendliche in einem betrieblichen Lehrverhältnis profitieren von Projekten der BGF.

Gesundheitsförderung will nicht nur individuelle Verhaltensweisen der Lehrlinge, sondern auch die Rahmenbedingungen einer Ausbildungsstätte gesünder gestalten. Dabei spielen das Betriebsklima, die kollegiale Zusammenarbeit und die Vorbildwirkung der Vorgesetzten eine wichtige Rolle.

Gesundheitsförderung für Jugendliche in der überbetrieblichen Lehrausbildung

Nicht alle Jugendlichen, die nach der Pflichtschule einen Beruf ergreifen wollen, finden eine Lehrstelle. Um auch diesen Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, wurden von der öffentlichen Hand überbetrieblich organisierte Ausbildungsplätze etabliert. In der Transferinitiative „Health4You – Gesundheitsförderung für Jugendliche in arbeitsmarktbezogenen Settings“ hat der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) die Erfahrungen aus erfolgreichen Projekten zusammengefasst und für die Umsetzung durch interessierte Einrichtungen der überbetrieblichen Lehrausbildung aufbereitet. In einem Handbuch für die Praxis werden u.a. Erfolgsfaktoren, Stolpersteine und praktische Maßnahmen beschrieben. „Health4You“ richtet sich an überbetriebliche Lehrausbildungsstellen, Trägereinrichtungen oder Berufsschulen.

Welchen Nutzen hat Gesundheitsförderung für Lehrlinge?

Im Gesundheitsförderungsprojekt lernen die auszubildenden Jugendlichen einen bewussten Umgang mit den Veränderungen in dieser Lebensphase und im Umgang mit belastenden Situationen im Beruf. Die Lehrlinge werden zu aktivem Gesundheitsverhalten motiviert und befähigt, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Dadurch sinken die Ausfall- und Krankenstandzeiten.

Merkmale erfolgreicher Projekte

Erfolgreiche Projekte der Gesundheitsförderung zeichnen sich durch ein systematisches plan- und zielorientiertes Vorgehen aus. Sie orientieren sich an definierten Qualitätskriterien, z.B. Partizipation, Vernetzung, Nachhaltigkeit etc. Die Erfahrung zeigt: Veränderung braucht Zeit. Daher ist ein umfassendes Gesundheitsförderungsprojekt auf mindestens zwei Jahre angelegt. Meilensteine sind:

  • Diagnose der Ausgangssituation (Gesundheitsbefragung),
  • Planungsphase,
  • Aufbau der Struktur (Steuerungsgruppe),
  • Sensibilisierung von Jugendlichen und Stammpersonal,
  • Umsetzungsphase sowie
  • Auswertung und Verankerung.

Wohin können sich Organisationen wenden?

Der FGÖ unterstützt als Förderstelle Projekte zur Gesundheitsförderung für Lehrlinge und Jugendliche in arbeitsmarktbezogenen Settings.

Die fünf Phasen zur Einführung der BGF in einem Unternehmen beschreibt das Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung.

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