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Hepatitis C-Virus © Fotolia
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Impfung gegen Hepatitis A & Hepatitis B

Die Hepatitisviren A, B und C zählen zu den bekanntesten Auslösern der klassischen infektiösen Leberentzündung, auch Hepatitis genannt. Hepatitis A verläuft in der Regel als akute Leberentzündung, die wieder ausheilt. Hingegen können Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren nicht nur akute Leberentzündungen verursachen. Sie können oft auch anhaltende, also chronische Infektionen, die zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen können, verursachen.

Im Gegensatz zur Impfung gegen Hepatitis A und B gibt es gegen Hepatitis C keine Impfung.  

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Die Infektion erfolgt von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektion, es handelt sich um eine sogenannte fäkal-orale Übertragung (Ausscheidung des Virus über Stuhl, danach Übertragung des Virus durch Verunreinigungen). Sie kann aber auch durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen werden. Die Inkubationszeit beträgt drei bis sechs Wochen. Die Erkrankung beginnt zunächst mit uncharakteristischen Allgemeinbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Müdigkeit. In der Folge kann sich eine Gelbsucht entwickeln. Hepatitis A heilt in der Regel völlig aus. Im Kindesalter verläuft die Erkrankung meist asymptomatisch bzw. mild, trotzdem scheiden infizierte Kinder das Hepatitis-A-Virus aus und tragen so zur Weiterverbreitung des Virus bei. Bei Erwachsenen nimmt die Schwere der Erkrankung zu. Hepatitis A kann auch tödlich verlaufen. Durch die gute Hygienelage in Österreich kommt das Hepatitis-A-Virus in Österreich nur in Ausbruchssituationen vor, vor allem bei Einschleppung nach Auslandsaufenthalten. Allerdings nahmen in den letzten Jahren auch Hepatitis A-Fälle durch den Konsum von verunreinigten Speisen/Lebensmitteln zu.

Hepatitis A: Impfung

  • Kinderimpfung: Die Hepatitis-A-Impfung ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Aufgrund der Einschleppung und Weiterverbreitung von Hepatitis-A-Viren in Anschluss an Fernreisen ins Ausland, die zu Ausbrüchen vor allem in Kindergärten und Grundschulen führen, sollen Kinder vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen ab dem vollendeten ersten Lebensjahr (bis zum vollendetem 10. Lebensjahr bzw. Grundschulaustritt) gegen Hepatitis A geimpft sein. Die Kinderimpfung bewirkt außer dem Jahrzehnte anhaltenden Schutz des Kindes zusätzlich die Ausschaltung der wichtigsten Infektionsquelle für die Erwachsenen.
  • Erwachsenenimpfung: Die Impfung wird allen Erwachsenen empfohlen, die sich schützen wollen. Besonders wichtig ist die Impfung auch für Personen, die beruflich ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit Hepatitis-A-Viren haben, z.B. Personen in Sozialberufen oder medizinischen Einrichtungen, in der Gastronomie und Lebensmittelbetrieben tätige Personen, Betreuungspersonen von Flüchtlingen, Kanalisations- und Klärwerkpersonal, Einsatzdienste, Jusitz/Haftwache, Bestattungsdienste, Landwirtschaft oder Sexarbeit. Besonders wichtig ist außerdem ein Schutz für Personen, die ein Risiko haben, besonders schwer an Hepatitis A zu erkranken, wie z.B. Personen mit vorbestehenden Lebererkrankungen oder chronischen Darmerkrankungen. Details zu Indikationen finden Sie unter Impfplan 2019, Kapitel Hepatitis A.

Impfschema

Grundimmunisierung: für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr und Erwachsene: 2 Dosen, 2. Dosis mindestens sechs Monate nach der 1. Dosis. Ab dem vollendeten 1. Lebensjahr kann auch in Kombination mit Hepatitis B (Kinderformulierung bis zum vollendeten 16. Lebensjahr) geimpft werden (Kombinationsimpfstoff Hepatitis A und Hepatitis B, 3 Dosen,  2. Dosis 1 Monat nach der 1. Dosis, 3. Dosis 6–12 Monate nach der 2. Dosis). 

Weitere Hepatitis-A-Auffrischungsimpfungen sind, sofern die Grundimmunisierung bei nicht beeinträchtigter Immunlage gegeben wurde, vermutlich nicht mehr nötig. Bei über 90 Prozent der Geimpften sind auch drei bis vier Jahrzehnte nach der Grundimmunisierung noch immer spezifische Antikörper nachweisbar.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine durch hochinfektiöse Hepatitis-B-Viren (HBV) hervorgerufene Entzündung der Leber. Die Erreger werden über Sexualkontakt, Blut oder blutigen Kontakt mit Schleimhaut oder nicht-intakter Haut, durch Nadel- und Schnittverletzungen sowie während des Geburtsvorganges von der infizierten Mutter auf das Neugeborene übertragen.

Weltweit leben mehr als zwei Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion. Geschätzte 240 Millionen Menschen sind chronisch infiziert. Jährlich sterben 780.000 Menschen weltweit an den direkten Folgen einer Hepatitis B.  Hepatitis B stellt somit ein großes globales Gesundheitsproblem dar und gehört weltweit zu den häufigsten viralen Infektionserregern des Menschen. Da der Mensch der einzig relevante Wirt ist und hochwirksame, exzellent verträgliche Impfstoffe zur Verfügung stehen (seit 1982 wurden bereits mehr als eine Milliarde Impfdosen verabreicht), hat die WHO beschlossen, HBV weltweit auszurotten. Seit 2005 empfiehlt die WHO, dass alle Personen gegen Hepatitis B immunisiert werden sollen. In Österreich tragen schätzungsweise etwa 100.000 Personen das Hepatitis-B-Virus in sich, man spricht von chronischen Hepatitis-B-Virus-Trägern.

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 75 Tage. Neben einem möglichen subklinischen Verlauf gibt es einige klinische Sonderverläufe:

  • fulminante Hepatitis B: Bei diesem Verlauf ist die Leberentzündung besonders ausgeprägt und das Organ kann in kurzer Zeit völlig zerstört werden. Eine fulminante Hepatitis B verläuft daher oft tödlich.
  • chronische Hepatitis B: Bei Hepatitis B besteht die Gefahr, dass die Leberentzündung chronisch wird und Dauerschäden wie Leberzirrhose oderLeberkrebs entstehen. Die Personen können die Infektion jahrelang weitergeben. Die Entwicklung einer Leberzirrhose geht außerdem mit einer deutlich eingeschränkten Lebenserwartung einher.


Hinweis Kinder von Müttern, welche mit Hepatitis-B-Viren infiziert sind, müssen möglichst sofort nach der Geburt behandelt werden, um eine Erkrankung des Neugeborenen zu verhindern. Details siehe Impfplan 2019, Kapitel Hepatitis B.

Hepatitis B: Impfung

  • Kinderimpfung: Die Hepatitis-B-Impfung ist im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten. Im Rahmen der Sechsfach-Impfung wird die Impfung gegen Hepatitis B (HBV) im 3., 5. und 12. (–14.) Lebensmonat verabreicht. Nach der Grundimmunisierung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter wird eine Auffrischungsimpfung ab dem vollendeten 7. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr empfohlen und im kostenfreien Kinderimpfprogramm verfügbar. Routinemäßige weitere Auffrischungsimpfungen oder Titerkontrollen sind nur bei Risikopersonen notwendig. Bei fehlender Grundimmunisierung soll die Hepatitis-B-Immunisierung spätestens mit Pflichtschulaustritt durchgeführt werden, da das Infektionsrisiko ab diesem Alter wieder steigt. Die Hepatitis-B-Impfung ist bis zum vollendeten 15. Lebensjahr im kostenfreien Impfkonzept verfügbar.
  • Erwachsenenimpfung: Die Hepatitis-B-Impfung ist in Österreich allgemein empfohlen, sie kann und soll in jedem Lebensalter nachgeholt werden. 

Hinweis Nach der Grundimmunisierung im Erwachsenenalter (keine Risikogruppen) werden generell keine weitere Auffrischungsimpfungen oder Titerkontrollen empfohlen.

Für Risikogruppen ist die Durchführung von Titerkontrollen und Auffrischungsimpfungen vorgesehen, Details und eine Auflistung der betroffenen Personengruppen können dem Österreichischen Impfplan entnommen werden.

Impfschema

  • Grundimmunisierung im Säuglingsalter: 2+1 Schema: 0/2 Monate/6–9 Monate nach 2. Impfung, entsprechend der Empfehlungen im 3., 5. und 12. Lebensmonat. Die Impfung gegen Hepatitis B ist in der Sechsach-Impfung des kostenfreien Impfkonzepts verfügbar.
  • Grundimmunisierung: 0/1/6–12 Monate; beschleunigtes Schema: 0/1/2/12 Monate.
  • Schnellimmunisierung: 0/7/21 Tage/12 Monate. 
  • Auffrischungsimpfung: Nur nach Säuglingsimpfung im Schulalter auffrischen (kostenfrei im Impfkonzept), routinemäßige Auffrischung nicht erforderlich (Ausnahme Risikopersonen).

    Die Hepatitis-B-Impfung kann auch als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A gegeben werden.

Hinweis Das Risiko für Neugeborene HBsAg-positiver Mütter, eine chronische Virushepatitis zu entwickeln, ist mit 90 Prozent besonders hoch, daher müssen diese Kinder sofort nach der Geburt aktiv und passiv immunisiert werden. Danach sinkt das Risiko, nach Infektion chronischer Virusträger zu werden. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im aktuellen Impfplan 2019.

Ausführliche Informationen zu Hepatitis erhalten Sie unter Lebererkrankungen.

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