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Gichtanfall

Worauf sollte man bei der Ernährung achten, wenn man zu Gichtanfällen neigt?

Antwort:

Unter Hyperurikämie versteht man zu hohe Harnsäurewerte im Blut. Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Purine fallen im Körper beim Umbau von Zellen an und werden auch mit der Nahrung zugeführt. Pflanzliche Lebensmittel sind in der Regel purinärmer als tierische Lebensmittel. Eine überhöhte Aufnahme von Purinen oder eine körpereigene Überproduktion von Purinen und somit Harnsäure kann zum Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut führen.

Nicht bei allen Personen mit Hyperurikämie tritt Gicht auf, aber es besteht ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Harnsäurespiegels und der Häufigkeit der Gichtentstehung. Von Gicht spricht man, wenn infolge des erhöhten Harnsäurespiegels Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben entstehen. Bei einem Gichtanfall entstehen „Kristallnester“, die sich in Gelenken oder Geweben ablagern und dadurch zu schmerzhaften Entzündungsreaktionen führen.

Gicht wird begünstigt durch

  • Adipositas (starkes Übergewicht, BMI (Body Mass Index) über 30 kg/m²
  • Alkoholkonsum: Alkohol hemmt die Harnsäureausscheidung und vermindert die Löslichkeit der Harnsäure im Blut.
  • Die bei schnellem Gewichtsverlust und bei Kohlenhydratmangel (z.B. sehr einseitige kohlenhydratarme Diäten) entstehenden Ketonkörper hemmen ebenfalls die Harnsäureausscheidung. Isst man lange Zeit gar nichts, können auch Ketonkörper entstehen.
  • Fettzufuhr über 30 Prozent der Energiezufuhr führt ebenfalls zu vermehrter Ketonkörperbildung und zur Hemmung der Harnsäureausscheidung.

Bei Neigung zu Gicht sollten Sie bevorzugt purinarme Lebensmittel wählen:

  • ganz oder fast purinfrei sind Milchprodukte, Reis, Nudeln, Butter, Öl, Eier, Kaffee und Tee
  • purinarm sind Gemüse und Brot
  • purinreich sind Fleisch und Fisch, Hülsenfrüchte und Spinat
  • sehr purinreich sind Innereien, Sardellen, Hering, Sardinen, Makrelen und Muscheln
  • Nicht zu empfehlen sind alkoholische Getränke (insbesonders Bier) und fettreiche Kost (über 30 Prozent der Energieaufnahme).

Hinweis Diese Ratschläge können helfen, die Anzahl der Gichtanfälle zu reduzieren. Im Krankheitsfall ist eine medizinische Abklärung bzw. Betreuung unbedingt erforderlich.


Weitere Informationen zu Harnsäure erhalten Sie in der Laborwerte-Tabelle.

zuletzt aktualisiert 05.05.2014
Erstellt durch die Ernährungshotline
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