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Beikost und Allergien der Mutter

Wenn die Mutter eine Allergie hat, was sollte bezüglich Prävention beim Baby beachtet werden? Wie lange ist Stillen gut und wann sollte mit der Beikost begonnen werden?

Antwort:

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es hinsichtlich der Allergieprävention keine Einschränkung in der Lebensmittelauswahl mehr. Früher wurden bei der Beikost potenziell allergieauslösende Lebensmittel wie Fisch, Eier, Nüsse etc. vermieden. Man glaubte, dadurch Allergien vorbeugen zu können. Dies hat sich jedoch nicht bestätigt: Es gibt keine gesicherten Belege, die für die Verzögerung der Beikosteinführung präventive Effekte auf die Allergieentstehung untermauern. Heute weiß man, dass der frühe Kontakt mit verschiedenen Lebensmitteln die orale Toleranz fördert und somit als Vorbeugung von Allergien wirken kann. Gesichert ist, dass Säuglinge zur Allergieprävention die ersten vier Lebensmonate ausschließlich gestillt werden sollten.


Der Beginn der Beikost richtet sich immer nach dem Entwicklungsgrad der Kinder und sollte zwischen Anfang des fünften Lebensmonats (17. Woche) und Ende des sechsten Lebensmonats (26. Woche) langsam eingeführt werden – unabhängig davon, ob gestillt oder industriell hergestellte Säuglingsnahrung verwendet wird. Zu Beginn der Beikost sollte man auf gut verfügbare Eisen- und Zinkquellen achten. Somit sind Fleisch oder Getreide empfehlenswert. Der Säugling verfügt zwar bei der Geburt über Eisenspeicher. Diese Speicher versorgen ihn während der ersten sechs Lebensmonate zusammen mit dem Eisen aus der Muttermilch. Ab dem sechsten Lebensmonat kann jedoch der Eisenbedarf des Säuglings nicht mehr über körpereigene Speicher und die Muttermilch gedeckt werden, sodass die Zufuhr von Eisen über die Beikost wichtig ist. Der Zinkgehalt der Muttermilch sinkt während der Stillzeit kontinuierlich ab. Sodass auch hier auf eine gute Zinkversorgung durch die Beikost geachtet werden muss.

Für die Beikost geeignet . . .

Folgende Lebensmittel sind für die Beikost gut geeignet, sofern die Säuglinge die Lebensmittel vertragen:

  • nährstoffreiche Lebensmittel: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Fleisch, Fisch
  • eisenreiche Lebensmittel: Fleisch (Kalb, Rind, Schwein), Getreide in Kombination mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln (Vollkornmehl, Flocken) und Hülsenfrüchte
  • zinkreiche Lebensmittel: Fleisch (Rind, Kalb, Schwein), Getreide (Vollkornmehl, Flocken), Hühnerei (Eigelb)

Für die Beikost ungeeignet . . .

Folgende Lebensmittel sind für die Beikost aus unterschiedlichen Gründen nicht geeignet:

  • Honig sollte auf keinen Fall vor dem ersten Lebensjahr gefüttert werden, da dieser Sporen enthalten kann, die vom kindlichen Darm noch nicht abgetötet werden können,
  • Speisen mit rohen Eiern, rohem Fleisch oder Fisch,
  • Salz und salzhaltige Lebensmittel,
  • verarbeitete Fleischwaren wie Schinken, Speck, Wurst etc. aufgrund des zu hohen Nitrat- und Nitrit-Gehaltes,
  • fettreduzierte Lebensmittel,
  • scharfe Gewürze,
  • Zucker und Süßigkeiten,
  • Limonaden,
  • Kaffee, koffeinhaltige Teesorten und Limonaden,
  • „kleine“ Lebensmittel wie Nüsse, Samen, Körner, Beeren und Hülsenfrüchte sowie Fisch mit Gräten, da hier die Gefahr des Verschluckens oder Einatmens zu hoch ist.

Der Zeitpunkt der Beikost – ob morgens, mittags oder abends – sollte unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes selbst bestimmt werden und Vater oder Mutter sollten ausreichend Zeit haben. Sofern Unverträglichkeiten auf bestimmte Lebensmittel auftreten, sollte eine Ärztin/ein Arzt kontaktiert werden. Ab dem 10. Monat braucht das Kind regelmäßig zusätzliche Flüssigkeit.

Zusätzliche Flüssigkeit

Mit Beginn der Beikost kann dem Kind zusätzlich Flüssigkeit gegeben werden. Während ausschließlichen Stillens brauchen Säuglinge in der Regel keine zusätzliche Flüssigkeit.
Als ideales Getränk gilt Wasser, das jedoch einen Nitratgehalt unter 50 mg/l aufweisen sollte. Bei einem höheren Nitratgehalt sollten abgefüllte Wässer verwendet werden, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind. Die benötigte Flüssigkeitsmenge der Kinder ist individuell verschieden. Manche Säuglinge können weiterhin ihren Flüssigkeitsbedarf über Muttermilch bzw. Säuglingsanfangsnahrung decken.

Wichtig ist, dass bei der Beikost immer nur ein Lebensmittel nach dem anderen eingeführt wird. So können mögliche Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel besser erkannt werden. Ein Weiterstillen während und nach der Beikosteinführung wird empfohlen, da Muttermilch bzw. Säuglingsanfangsnahrung auch nach der Einführung der Beikost noch eine wichtige Nährstoffquelle im ersten Lebensjahr darstellt. Auch hinsichtlich der Allergieprävention wird ein Weiterstillen sehr empfohlen.

Ausschließliches Stillen während der ersten vier Lebensmonate bedeutet, dass während dieser Zeit das Kind nur gestillt werden sollte (d.h. keine zusätzliche Getränkegabe etc. sofern medizinisch kein Bedarf besteht). Ausschließliches Stillen während der ersten vier Lebensmonate bedeutet nicht, dass danach nicht mehr gestillt werden darf. Ein Weiterstillen während der Einführung der Beikost hat sich in Studien bezüglich Allergieprävention sehr positiv ausgewirkt. Während der Einführung der Beikost sollten auch kleine Mengen präventiv eingeführt werden (Gluten nicht mehr als sieben Gramm). Studien zeigen, dass ein Weiterstillen während dieser Einführung zur Vorbeugung von Zöliakie, aber auch von Weizenallergie und Diabetes mellitus Typ 1 beiträgt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

zuletzt aktualisiert 05.05.2014
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