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Schwangere Frau bei der Ärztin © Halfpoint

Anonyme Geburt & Babyklappe

Schwangere Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Kind nicht behalten möchten oder können, haben die Möglichkeit, ihr Baby anonym auf die Welt zu bringen. Ziel ist es, heimliche und unbetreute Geburten oder Kindesweglegungen zu verhindern. Bei der anonymen Geburt bringt die schwangere Frau ihr Kind unter medizinischer Betreuung und psychologischer Begleitung in einem Krankenhaus zur Welt. Namen oder andere persönliche Daten müssen nicht bekannt gegeben werden. Es gibt eine Reihe von Stellen, die werdende Mütter bereits während der Schwangerschaft anonym beraten. Auch Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen können anonym und kostenlos in Anspruch genommen werden . . .

Die Schwangere kann sich schon vor der Geburt in einem Krankenhaus, das die Möglichkeit der anonymen Geburt anbietet, für die Entbindung anmelden, mit dem Hinweis, dass sie ihr Kind anonym zur Welt bringen möchte.  

Wie läuft eine anonyme Geburt ab?

Die anonyme Geburt läuft ab wie eine normale klinische Geburt. Sie unterscheidet sich alleine dadurch, dass Sie Ihre Personalien nicht angeben oder andere Formalitäten erfüllen müssen. Anschließend können Sie das Krankenhaus ohne das Baby verlassen. 

Was passiert nach der Geburt?

Nach der Geburt übernimmt das Jugendamt bzw. die Jugendwohlfahrt die Fürsorge für das Kind. Die Entscheidung, das Kind anonym zur Welt zu bringen, bedeutet auch gleichzeitig eine Freigabe zur Adoption.
 
Die Mutter hat dennoch sechs Monate Zeit, die Freigabe zur Adoption wieder rückgängig zu machen (AGBG § 181), indem sie sich meldet und ihren Namen bekannt gibt. In diesem Fall wird die anonyme Geburt wie eine normale Geburt angesehen. Die Frauen werden danach psychologisch betreut und unterstützt. Hat sich die Frau dazu entschlossen, anonym zu bleiben, wird das Kind zur Adoption freigegeben. Frauen, die das medizinisch betreute Angebot der anonymen Geburt nicht in Anspruch nehmen möchten oder können, haben die Möglichkeit, ihr Kind in einer sogenannten Babyklappe (auch Babynest) abzugeben.

Babyklappe

Die Babyklappe bzw. das Babynest wurde bereits in einigen Krankenhäusern eingerichtet. Hier können Frauen ihr Kind anonym und an einem sicheren Ort abgeben. Das Kind wird danach sofort medizinisch versorgt und betreut. Der Zugang zur Babyklappe bzw. zum Babynest ist unbeobachtet möglich. Die Mutter betritt meistens einen kleinen Vorraum, öffnet die Babyklappe und legt das Kind ins Wärmebett.

Oft befindet sich in der Babyklappe ein Informationsblatt mit einem Codewort. Mit diesem Code kann sich die Mutter anonym nach dem Befinden ihres Kindes erkundigen. Nach dem Schließen der Babyklappe kann diese nicht mehr geöffnet werden.

Hinweis Nach dem Schließen der Babyklappe kann diese nicht mehr geöffnet werden.

Was passiert mit dem Kind in der Babyklappe?

Wird ein Kind in die Babyklappe gelegt, löst dies einen Alarm bei der diensthabenden Ärztin/beim diensthabenden Arzt aus. Unmittelbar danach wird das Baby aus der Klappe geholt, untersucht und medizinisch erstversorgt. Danach wird das Jugendamt bzw. die Jugendwohlfahrt informiert. Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, wird das Kind dem Jugendamt bzw. der Jugendwohlfahrt übergeben.

Auch bei der Babyklappe haben Mütter sechs Monate lang die Möglichkeit, sich zu melden und ihr Kind doch noch anzunehmen. Meldet sich die Mutter innerhalb der sechs Monate nicht, wird das Kind zur Adoption freigegeben.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die anonyme Vorsorgeuntersuchung kann sich eine schwangere Frau an die gynäkologischen Ambulanzen der Krankenhäuser wenden. Auch in einigen Schwangerenberatungsstellen werden anonyme Untersuchungen und Beratungen durch Fachärztinnen und Fachärzte angeboten. Viele Krankenhäuser bieten inzwischen anonyme Geburten an. Auf den Websites der Bundesländer finden Sie Informationen über die Möglichkeiten einer anonymen Geburt.

Hier finden Sie Krankenhäusern mit Babyklappe..

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Es ist Aufgabe des Krankenanstaltenträgers, abzuklären, wer die Kosten der Betreuung eines im Wege einer Babyklappe bzw. eines Babynests übergebenen oder anonym geborenen Kindes letztlich trägt.  

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