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Mutter stillt Baby © vishnena

Stillen – gesunder Start ins Leben

Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten des Kindes die beste Form der Ernährung. Sie enthält alle Nährstoffe, die das Baby für eine gesunde Entwicklung braucht. Außerdem werden beim Stillen bereits alle fünf Sinne des Babys angeregt. Stillen ist jedoch mehr als nur Nahrungsaufnahme. Durch das Stillen erfährt das Baby Nähe und Geborgenheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen, um ihnen einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen . . .

Gegen Ende der Schwangerschaft setzt die Bildung der sogenannten Vormilch (Kolostrum) ein. Sie ist gelblich und reich an Stoffen zur Förderung der Immunabwehr, die das Neugeborene vor Krankheiten schützen soll. Ungefähr zwischen dem zweiten und dem vierten Tag nach der Geburt beginnt die eigentliche Milchbildung – der sogenannte Milcheinschuss. Dabei wird die Brust prall und kann mitunter schmerzen. Diese Milch nennt man dann Übergangsmilch (transitorische Milch). Sie ist flüssiger und weißlicher als die Vormilch. Etwa ab dem 14. Lebenstag des Kindes wird die reife Frauenmilch gebildet.

Das häufige anlegen des Kindes an die Brust fördert die Milchbildung. Durch den Saugreiz werden vermehrt die Hormone Oxytocin und Prolaktin ausgeschüttet, die den Milchfluss unterstützen. 

Vorteile für das Kind

Die Muttermilch enthält alle für die Entwicklung des Babys wichtigen Nährstoffe und es werden beim Stillen auch alle fünf Sinne des Babys angeregt: Es sieht, spürt, hört, riecht und schmeckt die Mutter. Darüber hinaus werden durch die Muttermilch Antikörper an das Kind weitergegeben. Diese schützen das noch nicht ausgereifte Immunsystem des Babys in den ersten Lebensmonaten vor Infektionen und Allergien. 

Die Muttermilch einer gesund ernährten Mutter ist in ihrer Zusammensetzung perfekt an die kindlichen Bedürfnisse angepasst. Sie ist gut verträglich und vollkommen ausreichend, um Hunger und Durst zu stillen. Zudem fördert Stillen die Zahn- und Kieferentwicklung des Kindes. Durch das Saugen an der Brust wird eine optimale Ausbildung des Kiefers und der Mundmuskulatur erreicht.

Stillen ist jedoch mehr als nur Nahrungsaufnahme. Durch das Stillen erfährt das Baby Nähe und Geborgenheit. Viele Babys wollen an die Brust – auch wenn sie keinen Hunger verspüren. Das Saugen an der Brust beruhigt und vermittelt das Gefühl von Wärme und Sicherheit.

Vorteile für die Mutter

Auch für Mütter bringt das Stillen Vorteile mit sich. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Dieses löst Kontraktionen der Gebärmutter (Nachwehen) aus, die denWochenfluss positiv beeinflussen und die Rückbildung der vergrößerten Gebärmutter beschleunigt. Stillen ist sehr praktisch, kostet nichts und macht unabhängig – denn Muttermilch ist jederzeit verfügbar, sauber und hat immer die richtige Temperatur. Zudem verlieren stillende Mütter nach der Geburt schneller an Gewicht, da Stillen zusätzlich Energie verbraucht.

Stillen senkt das Brustkrebsrisiko

In großen Beobachtungsstudien hat sich gezeigt, dass Stillen das mütterliche Brustkrebsrisiko vermindern kann. Je länger eine Frau stillt, desto größer ist der potenzielle Schutzeffekt, der zudem mit der Anzahl der von ihr gestillten Kinder steigt. Nicht zuletzt fördert Stillen die Rückbildung der Gebärmutter, weshalb Frauen, die gestillt haben, im Schnitt weniger von Harninkontinenz betroffen sind.

Mythos: Stillen schadet den Brüsten

Vorab muss festgehalten werden: Wie straff oder weich das Körpergewebe einer Frau ist, wird hauptsächlich durch ihre Erbanlagen bestimmt. Trotzdem und trotz aller Aufklärung über die Vorzüge des Stillens halten sich einige falsche Vorstellungen, etwa darüber, welche Folgen das Stillen für das Aussehen der Brüste hat. 

Hartnäckig hält sich die Meinung, ausgiebiges Stillen schadet der Form der Brüste. Dabei ist eher das Gegenteil richtig. Im Verlauf der Schwangerschaft vergrößern sich die Brüste der Frau stark und können ihre frühere Straffheit verlieren. Stillen ist der Festigkeit des Brustgewebes dagegen sogar eher zuträglich. Stillt eine Frau, muss sich das während der Schwangerschaft gebildete Milchdrüsengewebe in sehr kurzer Zeit zurückbilden. Stillt aber die Frau, kann sich das Brustgewebe langsam und schonend wieder festigen.

Worauf ist während der Stillzeit zu achten?

Während der Stillzeit erhöht sich der mütterliche Energie- und Nährstoffbedarf. Um die Bedürfnisse des Babys im wahrsten Sinne des Wortes zu „stillen“, benötigen Mütter in der Stillzeit einige Kalorien mehr. Aber Vorsicht: Die notwendigen zusätzlichen Kalorien sind kein Freibrief zum Naschen. Schokolade, Keks & Co liefern im Handumdrehen weit mehr Kalorien als nötig – nur leider nicht die wichtigen Nährstoffe, die das Kind braucht. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Ernährung während der Stillzeit

Hinweis Nicht immer muss während der Stillzeit auf Medikamente verzichtet werden. Allerdings kann der Wirkstoff einiger Arzneien in die Muttermilch übergehen und somit auch auf den Organismus des Kindes wirken. Deshalb ist es wichtig, dass stillende Frauen sich über das entsprechende Medikament genau informieren und Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt halten.

Das richtige Anlegen an die Brust

Stillen zählt zur natürlichsten Sache der Welt, aber es erfordert ein wenig Übung, damit alles gut funktioniert. Auf das richtige Anlegen an die Brust kommt es an, damit sich das Baby nicht so anstrengen muss und die stillende Mutter keinen Milchstau oder keine Brustentzündung bekommt. Es empfiehlt sich, die Stillpositionen zu wechseln – vor allem, wenn die Brustwarzen schmerzen oder sich ein Milchstau entwickelt.

Tipps zur richtigen Stilltechnik:

  • Machen Sie es sich beim Stillen so bequem wie möglich: Setzen Sie sich ins Bett oder auf einen Sessel, und unterstützen Sie Ihren Arm durch Unterlegen eines Kissens.
  • Legen Sie Ihr Baby so in den Arm, dass sein Körper Ihnen ganz zugewendet ist: Das Baby liegt Bauch an Bauch mit Ihnen. Das Baby sollte Ihre Brust erreichen können, ohne den Kopf drehen zu müssen.
  • Beim Stillen ist es wichtig, dass das Baby nicht nur die Brustwarze selbst, sondern auch einen Teil des Warzenhofes in den Mund nimmt. Nur so kann es wirkungsvoll saugen. Die Brustwarzen werden dabei nicht so leicht wund.
  • Führen Sie den Kopf des Babys an die Brust heran und nicht umgekehrt.
  • Wenn Sie merken, dass Ihr Baby satt ist und nur noch an der Brust nuckelt, können Sie es vorsichtig von der Brust lösen. Da beim Saugen im Mund des Kindes ein Vakuum entsteht, ist es wichtig, zuvor das Vakuum zu lösen, indem Sie einen Finger zwischen Brust und Mundwinkel drücken.


Die drei beliebtesten Stillpositionen:

  • Stillen im Sitzen (Wiegehaltung): Setzen Sie sich bequem ins Bett oder auf einen Sessel, und halten Sie den Kopf Ihres Babys in Ihrer Armbeuge. Wichtig ist, dass Sie Ihre Unterarme durch eine Lehne oder ein Kissen stützen.
  • Stillen im Liegen: Legen Sie sich auf die Seite im Bett und unterstützen Sie Ihren Rücken mit einem Kissen. Das Baby legen Sie seitlich zu Ihrer Brust.
  • Stillen im Rückengriff: Setzten Sie sich bequem auf einen Sessel oder auf ein Sofa, und halten Sie Ihr Baby stabil im Nacken, sodass Daumen und Zeigefinger etwa bei den Ohren zu liegen kommen. Die Nase des Babys ist auf der Höhe Ihrer Brustwarze, während seine Füße in Richtung Ihres Rückens zeigen.

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