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Mutter mit Baby © fotolia/WavebreakMediaMicro

Wochenbett: Nachsorge & Pflege

Unmittelbar nach der Geburt des Kindes beginnt das Wochenbett. Die Dauer des Wochenbettes beträgt durchschnittlich sechs Wochen und dient der körperlichen Erholung von der Schwangerschaft und der Geburt. Die ersten sieben Tage werden als „Frühwochenbett“ bezeichnet. Das Frühwochenbett kann im Krankenhaus oder zu Hause verbracht werden. Während dieser Zeit betreut eine Hebamme Mutter und Kind. Laut Hebammengesetz ist jede Frau verpflichtet, im Wochenbett eine Hebamme zur Pflege und Betreuung heranzuziehen . . .  

Körperliche Veränderungen und Pflegemaßnahmen

Während des Wochenbettes findet eine große hormonelle Umstellung des weiblichen Organismus statt. In dieser Zeit bilden sich auch die körperlichen Veränderungen, die während der Schwangerschaft und der Geburt stattgefunden haben, zurück. Die Hebamme überwacht diese Rückbildungs- und Heilvorgänge und berät die Mutter zu Fragen rund um das Stillen und die Babypflege. Im Folgenden finden Mütter Informationen darüber, wie sich der Körper nach der Geburt verändert und wie die Hebamme sie durch das Wochenbett begleitet.  

Hormonelle Umstellung

Nach der Ausstoßung des Mutterkuchens (Plazenta) kommt es bei der Mutter zu einem raschen Abfall des Östrogen- und Progesteronspiegels. Damit gehen auch die Wirkungen dieser Hormone zurück. Das Körpervolumen reduziert sich, und das Blutvolumen nimmt wieder ab.

Bereits während der Schwangerschaft wird das Hormon Prolaktin gebildet. Dieses ist für den Milchfluss verantwortlich. Nach der Geburt erhöht sich durch den Saugreiz des Kindes beim Stillen die Prolaktinproduktion. Gleichzeitig fördert der Saugreiz die Freisetzung von Oxytocin. Oxytocin erleichtert den Milchfluss und begünstigt die Rückbildung der Gebärmutter. Bei ihren Besuchen kontrolliert die Hebamme den Milchfluss und gibt wertvolle Tipps zur Brustpflege.

Rückbildung der Gebärmutter

Die Gebärmutter hat sich in der Schwangerschaft um das 20-Fache vergrößert. Bei der Geburt wiegt sie fast 1.000 Gramm. Am Ende des Wochenbetts erreicht die Gebärmutter wieder das Ausgangsgewicht von ca. 80 Gramm. Zur Rückbildung kommt es vor allem durch drei Faktoren: 

  • Nachwehen: Sie bewirken ein Zusammenziehen der Gebärmutter.
  • Östrogen- und Progesteronabfall: Dadurch wird die Muskelsubstanz der Gebärmutter abgebaut.
  • Oxytocin: Durch das Stillen wird das Hormon Oxytocin vermehrt ausgeschüttet, welches den Rückbildungsvorgang begünstigt.

Der Verlauf der Rückbildung wird in den ersten Tagen im Wochenbett täglich von der Hebamme kontrolliert. Dazu wird der Fundusstatus (Oberkante der Gebärmutter) durch Abtasten des Bauches ermittelt. Nach ca. sechs Wochen hat sich die Gebärmutter meistens bereits vollständig zurückgebildet. 

Wochenfluss (Lochien)

In der Nachgeburtsphase löst sich der Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutterwand. Dadurch entsteht an dieser Stelle eine Wundfläche. Das Wundsekret, das der Körper in diesem Zusammenhang ausscheidet, nennt man Wochenfluss. Menge, Farbe und Geruch des Wochenflusses zeigen der Hebamme, wie die Wundheilung voranschreitet. Er ist zuerst blutig, wird dann bräunlich und sieht am Ende gelblich aus. Durch die Rückbildung der Gebärmutter verkleinert sich auch die Wundfläche, und der Wochenfluss wird weniger. 

Hinweis Da der Wochenfluss mit Bakterien (Streptokokken und Staphylokokken) besiedelt ist, ist er infektiös und sollte daher nicht in Berührung mit dem Säugling kommen.

Blase und Darm

Besonders in den ersten Tagen nach der Geburt können Probleme bei der Blasen- oder Darmentleerung auftreten. Die Hebamme erkundigt sich bei ihren Besuchen, wie oft die Mutter ihre Blase oder ihren Darm entleert, da eine überfüllte Harnblase das Zurückbilden der Gebärmutter behindern kann. Dadurch ist das Risiko für eine Harnwegsinfektion erhöht.  

Rückbildung des Beckenbodens

Der Beckenboden und die Bauchdeckenmuskeln werden durch die Schwangerschaft und Geburt stark beansprucht. Bereits während des Wochenbetts kann mit der Rückbildungsgymnastik begonnen werden. Die Hebamme zeigt erste Übungen zur Stärkung des Beckenbodens, die auch die Rückbildung der Gebärmutter begünstigen. Dadurch können auch mögliche Spätfolgen – wie eine Harn- oder Stuhlinkontinenz – verringert werden.   

Weitere Pflegemaßnahmen

  • Pflege von Dammschnitt- oder Kaiserschnittnarben
  • Da im Wochenbett nach operativen Entbindungen die Thrombosegefahr erhöht ist, wird die Mutter frühmobilisiert und erhält Thrombosestrümpfe.
  • Um Infektionen (z.B. Endometritis oder Mastitis) frühzeitig zu erkennen, werden regelmäßig Temperatur und Puls kontrolliert.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei der Spitalsgeburt verbringt die Frau ihr Wochenbett im Krankenhaus. Sie wird bis zu ihrer Entlassung von einer Hebamme betreut. Bei einer ambulanten Geburt oder Hausgeburt betreut die Hebamme Mutter und Kind in den eigenen vier Wänden. Hebammen in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website des Hebammengremiums.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Mütter haben die Möglichkeit, in der Zeit des Wochenbettes eine Hebamme zur Pflege und Betreuung heranzuziehen. Um dies zu erleichtern, haben Mütter von Neugeborenen finanziellen Anspruch auf die Nachsorge durch eine Hebamme.

In den ersten fünf Tagen nach der Geburt sind die Kosten für Hausbesuche durch eine Vertragshebamme durch die Krankenversicherungsträger abgedeckt, bei Kaiserschnitt- Früh- und Mehrlingsgeburten in den ersten sechs Tagen. Kommt es nach dieser Zeit zu Beschwerden wie z.B. das Stillen funktioniert nicht oder die Gebärmutter bildet sich nicht zurück, übernehmen die Krankenversicherungsträger bis zu acht Wochen nach der Geburt für maximal sieben weitere Hausbesuche die Kosten.

Hebammen, welche keinen Vertrag mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger haben, sind privat zu bezahlen. Es besteht aber Anspruch auf Erstattung von bis zu 80% des Vertragstarifs (dies ist in der Regel nicht gleich jener Betrag, welcher auf der Honorarnote steht) gegenüber dem Krankenversicherungsträger. 

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