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Frau stillt Baby © HillLander

Brustentzündung in der Stillzeit

Eine Mastitis ist eine Entzündung der Brustdrüse. Tritt eine Entzündung des Drüsenkörpers (Mastitis) während der Wochenbettes auf, spricht man von einer Mastitis puerperalis. Eine Entzündung der Brustdrüse kann aber auch außerhalb des Wochenbetts auftreten und wird  dann als Mastitis non-puerperalis bezeichnet.

Mastitis puerperalis

Eine Brustentzündung in der Stillzeit (Mastitis puerperalis) ist eine akute bakterielle Entzündung der Brustdrüse (Mamma), die im Wochenbett auftreten kann. In den meisten Fällen wird sie vom Bakterium Staphylococcus aureus ausgelöst (seltener von Streptokokken). Die Keime werden über die Nase oder den Mund des Säuglings beim Stillen übertragen. Die Bakterien Bakterien dringen durch die kleinen Einrisse der Haut (Rhagaden) in die Lymphspalten des Bindegewebes ein und führen zu einer Brustentzündung (interstitielle Mastitis puerperalis). 

Auch ein Milchstau kann zu einer Brustentzündung führen (parenchymatöse Mastitis). Beim Stillen ist es wichtig, dass die Milch gut fließt, ansonsten wird die Brust nur unzureichend entleert. Dadurch staut sich die Milch, und die Brust kann sich entzünden.

Wie kommt es zur Brustentzündung bzw. zum Milchstau?

Unterschiedliche Ursachen können den Milchfluss stören und zu einem Milchstau bzw. einer Brustentzündung führen. Dazu zählen:

  • Das Baby ist nicht richtig an der Brust angelegt.
  • Das Baby saugt nicht kräftig genug.
  • Zu seltenes oder zu kurzes Stillen.
  • Die Brustwarzen sind wund.
  • Die Milchbildung ist übermäßig stark.
  • Zu schnelles Abstillen.

Bei nicht korrekter Anwendung von Milchpumpen oder bei der Verwendung von Brusthütchen steigt das Risiko für Verletzungen der Brustwarze. Auch ein abruptes Lösen des Kindes von der Brust kann zu einer wunden Brust führen.

Neben den saug- und reibungsbedingten Wunden können Hautdefekte durch ein ständiges feuchtes Klima – verursacht durch nasse Stilleinlage – oder durch Beißen des Kindes entstehen.

Symptome 

Die Mastitis puerperalis ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

  • Hohes Fieber (bis zu 40° C), gelegentlich mit Schüttelfrost,
  • gerötete schmerzhafte Brustwarzen
  • Schwellung und Schmerzen der regionalen Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Überwärmung, Schwellung, Rötung der Brust
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl (Kopf- und Gliederschmerzen)
  • starke Berührungsempfindlichkeit an der Brust
  • schmerzhafter Stillvorgang
  • meist einseitig

Hinweis Bei einem Milchstau bleiben die Beschwerden auf die Brust begrenzt. Bei einer Mastitis sind die Krankheitszeichen ausgeprägter als beim Milchstau.

Symptome bei Milchstau:

  • lokale Schmerzen
  • Verhärtungen (Knoten) in der Brust
  • Kein Fieber
  • Gutes Allgemeinbefinden

Diagnose

Bei einer Brustentzündung ist eine frühzeitige ärztliche Abklärung wichtig, um die Bildung von Abszessen zu verhindern.

Erste Ansprechstelle bei Verdacht auf eine Brustentzündung ist die Hebamme oder die Frauenärztin/der Frauenarzt. Diese/dieser kann meist schon durch die Beschwerden und einen Tastbefund die Diagnose stellen. Ein Ultraschall kann die Diagnose ergänzen und Abszesse sichtbar machen.  

Therapie

Wichtig ist, dass die Brust konsequent entleert wird, um einen Milchstau zu verhindern (richtige Stillposition und Stilltechnik). Zur Behandlung der Mastitis puerperalis stehen verschiedene Maßnahmen zu Verfügung:

Schmerzbehandlung

Bei Schmerzen und Fieber können Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen verabreicht werden. Es geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über und kann daher in der Stillzeit kurzfristig eingenommen werden.

Einschränkung der Milchgabe

Die Einschränkung der Milchgabe (laktationseinschränkende Behandlung) wird in der Frühphase der Brustentzündung empfohlen. Kühlung der Brust mit Eisbeutel oder Topfenwickel bzw. Kompressen können dabei hilfreich sein. Zusätzlich sollte die Brust immer gut entleert werden. Hierzu empfiehlt sich weiterhin das Anlegen des Säuglings bzw. bei Stillschwierigkeiten das Abpumpen und Ausstreichen der Brust.

Hinweis Das Auflegen von Kompressen oder spezieller Tinkturen wird derzeit in keiner Studie hinsichtlich der Wirkungen in der Therapie wunder Brustwarzen untersucht.

Kommt es trotz dieser Maßnahmen nicht zu einer eingeschränkten Milchbildung, ist eine medikamentöse Behandlung durch Gabe von sogenannten Prolaktinhemmern optional möglich.  

Antibiotikatherapie

Tritt nach der laktationseinschränkenden Behandlung innerhalb von zwölf bis 24 Stunden keine Besserung ein, sollte eine antibiotische Therapie erfolgen. Dabei wird meist ein stillfreundliches Antibiotikum (z.B. Breitbandpenicilline) gewählt.

Was kann ich selbst tun?

Vorab: Weder Milchstau noch Mastitis puerperalis schaden dem Baby! Am wichtigsten ist es – wenn möglich –, weiter zu stillen, um die betroffene Brust möglichst vollständig zu entleeren. Ist das Anlegen an die Brust nicht möglich, kann versucht werden, die erkrankte Brust vorsichtig auszustreichen oder Milch abzupumpen.

Eine nicht richtig entleerte Brust oder wunde Brustwarzen können darauf hindeuten, dass der Säugling nicht richtig angelegt ist.

Folgende Faktoren sind Kennzeichen einer optimalen Stilltechnik:

  • der Mund des Kindes ist weit geöffnet
  • es wird viel Brustgewebe erfasst
  • die Nase des Kindes liegt dicht an der Brust
  • die Lippen sind nach außen gestülpt

Hinweis Anatomische Faktoren der Mutter wie Flach- oder Hohlwarzen sowie Faktoren des Kindes (z.B. Gaumenbesonderheiten, Fehllage der Zunge) können die Anlege- und Saugtechnik beeinflussen.

Wie kann einer Brustentzündung in der Stillzeit vorbeugt werden?

Die Stilltechnik hat einen entscheidenden Einfluss auf den Hautzustand der Mamillen (Brustdrüsen). Um eine optimale Stilltechnik und Stillposition zu gewährleisten, können Stillberaterinnen und Hebammen unterstützen.

  • Richtiges Anlegen des Kindes an die Brust
  • Regelmäßige Händedesinfektion
  • Brust immer gut leer trinken lassen
  • Wechselnde Stillpositionen
  • Ausstreichen der Brust
  • Brustwarzen an der Luft trocknen lassen

Hinweis Neben dem korrekten Anlegen und Positionieren des Kindes unterstützen wechselnde Stillpositionen die Behandlung wunder Brustwarzen.

Wohin kann ich mich wenden?

Treten Probleme beim Stillen auf, sind Hebammen und Stillberaterinnen erste Ansprechpartnerinnen.

Für die Diagnose bzw. Behandlung ist ein Besuch bei einer Gynäkologin/einem Gynäkologen notwendig. 

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten

Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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