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Radfahrer und LKW © SVLuma

Radfahren im Alltag: Gesund und sicher unterwegs

Radfahren eignet sich nicht nur als gesunder Freizeitsport für Personen aller Altersgruppen und jeglichen Körpergewichts. Viele nutzen das Fahrrad auch als alltägliches Verkehrsmittel für den Weg in die Arbeit, in die Schule oder für Besorgungen.
Oft ist der Umstieg auf den Drahtesel nur eine Frage der Gewöhnung und der Organisation: Lässt man sich von etwas Anstrengung, vom Wetter oder vom Zeitdruck abschrecken? Oder gelingt es, das Radfahren als angenehme Alltagsroutine einzurichten? Dazu gehört u.a. eine verkehrsarme Strecke ausfindig zu machen, Umkleidemöglichkeiten in der Arbeit zu nutzen oder einen sicheren Abstellplatz für das Fahrrad zu finden. Wer es schafft, wird meistens belohnt: Nicht nur mit einem, wissenschaftlich nachgewiesenen, positiven Gesundheitseffekt, sondern auch mit dem guten Gefühl, sich im Freien bewegt zu haben. 

So wirkt regelmäßiges Radfahren auf die Gesundheit

Wer regelmäßig das Fahrrad benutzt, kann von folgenden gesundheitlichen Wirkungen profitieren:

  • Bei Erwachsenen verbessert sich einerseits die Fitness bzw. die Herz-Kreislauf-Leistung, andererseits sinkt u.a. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ-2, Bluthochdruck sowie für Darm- und Brustkrebs. 
  • Bei Kindern zeigen Untersuchungen u.a. eine Verbesserung der Ausdauer und Muskelleistungen, eine günstigere Körperzusammensetzung, eine Zunahme der Knochendichte und eine Verbesserung des Stoffwechsels.

Radfahrer sind im Straßenverkehr zwar auch einem Unfallrisiko ausgesetzt. Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass der gesundheitliche Nutzen für die Bevölkerung das Risiko von Unfällen und Verletzungen überwiegt.

Sicher im Verkehr unterwegs

Radfahren wird immer beliebter. Wer sicher mit dem Rad unterwegs sein möchte, findet Tipps und Anregungen in den „Ideen für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr“ des Verkehrsministeriums. Da sich alle Verkehrsteilnehmerinnen/Verkehrsteilnehmer einen begrenzten Raum aufteilen müssen, kann es auch zu Konflikten kommen. Nicht immer steht Absicht dahinter. Auch Angst, Unsicherheit, Hektik oder kurze Unachtsamkeiten können in ein scheinbar rücksichtsloses Verhalten münden.

So können Konfliktsituationen vermieden werden:

  • Defensiv und mit Ruhe unterwegs: Unerwartete Situationen können im Straßenverkehr immer auftreten. Um Unfälle zu vermeiden, ist es deshalb besser, defensiv zu fahren und sich auch manchmal in die Lage des anderen zu versetzen. Viele Konflikte ließen sich so leicht vermeiden.
  • Kontakt und Kommunikation: Es geht so leicht. Blickkontakt, Klingelzeichen, Rufe oder Handzeichen – auch als „Danke“ oder „Entschuldigung“ – helfen, den Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen/-teilnehmern verständnisvoller und angenehmer zu gestalten.
  • Gemeinsam geführte Geh- und Radwege: Strecken, auf denen sich Fußgängerinnen/Fußgänger und Radfahrerinnen/Radfahrer den Verkehrsraum teilen, sind besondere Gefahrenstellen. Das Radfahren wird manchmal zum Hindernislauf. Sie sind sicherer unterwegs, wenn Sie langsamer fahren und frühzeitig mit Fahrradklingel oder freundlichen Zurufen auf sich aufmerksam machen.
  • Ungünstige Lichtverhältnisse: Eine ordnungsgemäße Ausstattung – Lichter und Reflektoren – ist kostengünstig und leicht am Fahrrad zu befestigen. Radfahren ohne Beleuchtung ist ein großes Risiko für sich selbst und andere. In der Dämmerung, Dunkelheit oder bei Nebel und Regen ist defensives Fahrverhalten besonders wichtig. Vor allem bei ungeregelten Kreuzungen sollten Sie sich vergewissern, dass die herannahenden Fahrzeuge Sie wirklich wahrnehmen.
  • Beim Überholen: Vorausschauend agieren und auf den Seitenabstand achten! Das „Vorbeischlängeln“ an einer Ampel wird von den Autofahrern nicht immer bemerkt, deshalb Vorsicht vor sich plötzlich öffnenden Autotüren!

Radfahren: Gesund, aber riskant?

Es steht außer Zweifel: Radfahren ist eine gesundheitsfördernde Bewegung. Aber sind Radfahrerinnen und Radfahrer im Verkehrsalltag durch Unfälle und Feinstaub tatsächlich so gefährdet, dass der Gesundheitsnutzen wieder wettgemacht wird? Eine Studie nahm eine wissenschaftliche Bewertung von Nutzen und Risiken vor. Es zeigte sich: Auch bei ungünstigen Bedingungen überwiegen die positiven Wirkungen des Radfahrens im Alltag. 

In der Studie „BikeRisk“ der Österreichischen Energieagentur aus 2011 wurde eine Bewertung der mit dem Radfahren verbundenen Risiken im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln vorgenommen. Ziel der Studie war es abzuschätzen, wie sich die positiven und negativen Effekte auf die Lebenszeit auswirken. Auf der positiven Seite stehen der gesundheitliche Nutzen von regelmäßiger Bewegung und die höhere Fitness. Auf die Negativseite fallen das Unfallrisiko und die mögliche Gesundheitsbelastung durch eingeatmete Luftschadstoffe, in erster Linie Feinstaub.

Radfahren und Unfallrisiko

Eine Analyse des Unfallgeschehens in Österreich durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit im Rahmen der Studie zeigte: Das Risiko, einen tödlichen Verkehrsunfall zu erleiden, ist für KFZ-Lenkerinnen und -Lenker, gemessen an der Verkehrsbeteiligungsdauer, am größten. An zweiter Stelle folgen Radfahrerinnen/Radfahrer, danach Fußgängerinnen/Fußgänger. Am geringsten ist das Risiko für Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel.

Betrachtet man das Unfallrisiko, liegt das Radfahren vor dem motorisierten Individualverkehr (Auto, Motorrad etc.). Literaturstudien und Datenauswertung der vergangenen Jahre weisen darauf hin, dass eine steigende Radnutzung zu einer Senkung der Unfallraten führt. Bei zunehmendem Radverkehrsanteil sinkt also das Unfallrisiko für Radfahrerinnen und Radfahrer.

Schadstoffbelastung ist vermeidbar

Das Umweltbundesamt nahm Feinstaubmessungen vor und ermittelte für innerstädtische Radfahrten eine durchschnittliche Belastung durch Feinstaub von 31,3 µg/m3 (PM2,5). Die Messungen zeigten, dass die Feinstaubbelastung in verkehrsberuhigten Straßen deutlich geringer als auf stark befahrenen Routen ist. Die eingeatmete Schadstoffdosis hängt auch von der Anstrengung und der Atemintensität ab. Mehr Infos: Feinstaub – Luftschadstoff Nummer 1.

So kann das Risiko gesenkt werden

Im persönlichen Bereich liegt ein hohes Potenzial zur Senkung des Risikos beim Radfahren durch Unfälle und Luftschadstoffe. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Benutzung verkehrsberuhigter Routen. Die Autoren der „BikeRisk“-Studie fordern, dass mehr verkehrsberuhigte Radstrecken ohne längere Umwege zur Verfügung stehen sollten. 

Bilanz: Radfahren bleibt gesund

Um eine Bilanz der positiven und negativen Effekte vorzunehmen, wurden in der Studie die theoretisch gewonnene bzw. verlorene Lebenszeit für verschiedene Nutzungsszenarien und Wegdistanzen von 7,5 und 15 Kilometer pro Tag errechnet. Die verlorene Lebenszeit durch das Unfallrisiko fällt mit maximal zwei Wochen kaum ins Gewicht. Die Schadstoffbelastung verkürzt die Lebenszeit um bis zu knapp sieben Monate. Dem steht ein Lebenszeitgewinn aufgrund der besseren körperlichen Fitness von rund zwölf Monaten gegenüber.

Fazit: Auf lange Sicht gesehen überwiegen die positiven gesundheitlichen Wirkungen, das Rad als alltägliches Verkehrsmittel einzusetzen.

Weitere Informationen:

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