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Älteres Paar am Strand © Monkey Business

Körperliche Veränderungen im Alter

Das Altern des Körpers ist ein natürlicher Vorgang, der zum Leben dazugehört und unvermeidbar ist. Kennzeichen des Alterns sind unter anderem eine abnehmende Leistungsfähigkeit und ein sinkender Grundumsatz des Energiestoffwechsels. Die Körpersysteme beginnen, nicht mehr fehlerfrei zu funktionieren. Der Alterungsprozess betrifft alle Körperfunktionen. Da der Körper für Krankheiten anfälliger wird, gilt das Alter als wichtigster gesundheitlicher Risikofaktor. Wie schnell oder wie langsam das Altern des Körpers fortschreitet, ist von Mensch zu Mensch verschieden und lässt sich zum Teil durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen.

Haut

Zirka ab dem 30. Lebensjahr verliert die Haut an Elastizität und Festigkeit. Die Zellen erneuern sich langsamer. Beim größten Körperorgan des Menschen zeigt sich die Alterung deutlich sichtbar durch Falten oder Hautveränderungen, wie den sogenannten Altersflecken. Äußere Einflüsse, wie etwa UV-Strahlung oder Rauchen, beschleunigen den Vorgang. Andererseits altert die Haut weniger rasch, wenn sie vor UV-Strahlen der Sonne oder von Solarien geschützt und wenn aufs Rauchen verzichtet wird. Mehr Infos finden Sie unter Gesunde Haut


Muskulatur 

Die Muskelkraft ist im dritten Lebensjahrzehnt am größten. Danach werden die Muskeln schwächer, da unter anderem die Anzahl der Muskelfasern und die Muskelmasse abnehmen sowie mehr Binde- und Fettgewebe in den Muskeln eingelagert wird. Der Energiestoffwechsel funktioniert nicht mehr so wirkungsvoll. Die Muskelzellen verlieren mit zunehmendem Alter ihre Fähigkeit der Anpassung, obwohl sie nach wie vor auf Trainingsreize reagieren können. Bedingt wird dieser Alterungsvorgang durch Veränderungen im Stoffwechsel der Muskelzellen. Eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und Schwäche sind oft auch Folgen eines längerfristigen Bewegungsmangels, der durch Alter oder Krankheiten begünstigt werden kann. Regelmäßige Beanspruchung der Muskeln bzw. gezieltes Training kann die Leistungsfähigkeit jedoch bis ins hohe Alter gut erhalten bzw. verbessern. Mehr Infos finden Sie unter Gesunde Bewegung.


Knochen, Knorpeln, Sehnen

Die Festigkeit der Knochen wird geringer, da sich ihre Struktur im Alter verändert: Die Knochendichte nimmt ab. Die Knochen werden spröder, brüchiger und weniger belastbar. Das Knorpelgewebe verliert an Elastizität und Substanz und wird zudem durch Abnützung beansprucht. Es kommt zu Verkalkungen und Verknöcherungen oder zu krankhaften Gelenksveränderungen (z.B. Arthrosen). Auch die Sehnen und Bänder verlieren an Elastizität – besonders, wenn sie nicht regelmäßig beansprucht und gedehnt werden.


Atmung & Herz-Kreislauf-System

Die Lunge verliert an Elastizität. In den Bronchien nimmt die Fläche der Verzweigungen, über die der Gasaustausch erfolgt, ab. Dadurch kann über die Atmung nicht mehr so viel Sauerstoff aufgenommen werden.


Im Herzmuskel werden mit höherem Alter zunehmend Fett- und Bindegewebe eingelagert. Das Herz nimmt zwar insgesamt an Gewicht zu, die Muskelmasse nimmt jedoch ab. Gleichzeitig wird seine Leistungsfähigkeit geringer. Die Herzfrequenz sinkt, und die Transportkapazität des Kreislaufs an Sauerstoff nimmt ab. Der arterielle Blutdruck hingegen steigt.


Immunsystem, Energiestoffwechsel & Hormone

Die Aktivität des Immunsystems sinkt mit zunehmendem Alter. Die Wundheilung verzögert sich, und es kann leichter zu Infektionen, Tumoren oder Autoimmunerkrankungen kommen. Ab dem 30. Lebensjahr nimmt der Grundumsatz um zirka drei Prozent pro Lebensjahrzehnt ab. Durch längerfristigen Bewegungsmangel kann die Abnahme des Energieumsatzes jedoch deutlich höher sein. Die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen, besonders der Muskelzellen, sinkt. Durch Veränderungen an den Rezeptoren der Zellen werden hormonelle Steuerungsvorgänge fehleranfällig.

Augen, Gehör, Geruch & Geschmacksinn

In der Linse lagern sich von Geburt an Substanzen ab. Dies führt mit zunehmendem Alter zu einer Verdickung und Trübung. Die Linsen verlieren an Elastizität, und das Auge kann besonders im Nahbereich nicht mehr scharf stellen („Altersweitsichtigkeit“). Schwerhörigkeit im Alter ist in vielen Fällen eine Folge von Überlastungen des Hörorgans durch Lärm. Aber auch Verletzungen des Trommelfells oder Erkrankungen wie eine Mittelohrentzündung können Gehörschäden im Alter zur Folge haben. Im Alter geht das Geschmacksempfinden zurück, da die Anzahl der Sinneszellen auf der Zunge und in der Nase abnimmt.  


Gehirn

Zu den normalen Alterungsprozessen zählen Veränderungen im Gehirn und an den Nervenzellen sowie eine leichte Abnahme der Gehirnmasse. Die Veränderungen führen dazu, dass die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses abnimmt, die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung zurückgeht und Aufmerksamkeit sowie Konzentrationsfähigkeit sinken. Es wird schwieriger, sich an kurzfristig Gelerntes zu erinnern. Normalerweise können diese Defizite durch die Reservekapazitäten des Gehirns mit seinen über zehn Milliarden Ganglienzellen und 500 Millionen Synapsen gut kompensiert werden. Bis ins hohe Alter ist es möglich, neue Lern- und Merkstrategien zu erlernen, obwohl das Gedächtnis an Leistungsfähigkeit verliert.


Sexualität

Die sexuelle Erregbarkeit bleibt bei Frauen und Männern bis ins hohe Alter erhalten. Die Gewohnheiten und Vorlieben passen sich den körperlichen Veränderungen an. Wichtiger werden Zärtlichkeiten und erotische Berührungen. Zu den altersbedingten Veränderungen gehört jedoch ein langsameres Einstellen der Erregung. Auch der Orgasmus wird weniger intensiv erlebt und die Erholungsphase danach verlängert sich. Bei Männern können häufiger Erektionsprobleme auftreten. Mehr Infos finden Sie unter Partnerschaft & Sexualität.

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