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Kniespiegelung © smartmediadesign

Arthroskopie

Unter einer Arthroskopie versteht man eine Spiegelung eines Gelenks mittels Kameraoptik – dem Arthroskop. Die meisten größeren Gelenke (vor allem Knie-, Schulter-, Hüft- und Handgelenk) können durch eine Arthroskopie untersucht werden. Arthroskopien zählen zu den sogenannten minimal-invasiven Eingriffen (Knopflochtechnik). Dabei werden über kleine Hautschnitte Kamera und Zusatzinstrumente in die Gelenkshöhle eingeführt. Im Gegensatz zu den offenen Eingriffen sind die Gewebeschädigung deutlich geringer und der Heilungsverlauf verkürzt. Neben dem Untersuchungsvorgang des jeweiligen Gelenks (diagnostische Arthroskopie) ist es auch möglich, unmittelbar anschließend eine Operation (therapeutische Arthroskopie) durchzuführen . . .

Wann ist eine Arthroskopie notwendig?

Bei der Schädigung eines Gelenks, entweder durch ein Trauma (vor allem Einriss oder Riss von Gelenksbändern oder der Gelenkskapsel) oder durch Abnützung (vor allem Schädigung des Gelenksknorpels), ist es für eine exakte Diagnose – neben bildgebenden Maßnahmen wie z.B. Röntgen, Ultraschall, MRT, CT – oft notwendig, die Gelenkshöhle von innen zu betrachten. Wird dabei eine Schädigung festgestellt, kann in vielen Fällen während des gleichen Eingriffes arthroskopisch operiert werden.

Welche Vorbereitungen sind erforderlich?

Vor einer geplanten Gelenksarthroskopie ist eine orthopädische oder unfallchirurgische Untersuchung des betroffenen Gelenks erforderlich. In den meisten Fällen erfolgt vor dem Eingriff eine bildgebende Diagnostik mittels Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt wird Sie über Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen der Arthroskopie ausführlich aufklären.

Eine Arthroskopie erfolgt in Voll- oder Teilnarkose (z.B. „Kreuzstich“), worüber Sie eine Fachärztin/ein Facharzt für Anästhesie gesondert aufklärt. Für den Eingriff ist ein kurzer stationärer Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich.

Achtung! Um größere Blutungen während und nach dem Eingriff zu vermeiden, ist es notwendig, blutverdünnende Medikamente (Marcoumar, Sintrom, Thrombo Ass) einige Tage vor dem geplanten Eingriff abzusetzen! Ihre behandelnde Ärztin/Ihr Arzt wird Sie darüber rechtzeitig informieren.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Damit es nicht zu einer Gelenksinfektion kommt, erfolgt der Eingriff unter strengen sterilen Bedingungen im Operationssaal. Um den Gelenksraum besser beurteilen zu können und um größere Blutverluste zu vermeiden, muss manchmal oberhalb des jeweiligen Gelenks die Blutzufuhr mithilfe einer aufblasbaren Manschette („Blutsperre“) kurzfristig unterbrochen werden – wobei diese Blutsperre manchmal zu Nerven- und Muskelschädigungen führt und deshalb nur eingesetzt wird, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Über einen kleinen Hautschnitt wird das zwischen 2,7 und vier Millimeter dicke Arthroskop direkt in die Gelenkshöhle eingeführt. Daran angeschlossen ist ein Spül- und Saugsystem, mit dem zunächst Flüssigkeit in das Gelenk gefüllt wird, damit sich die Gelenkskapsel vollständig entfaltet und die Gelenksstrukturen optimal einsehbar sind. In den meisten Fällen ist ein weiterer Zugang zum Gelenk erforderlich, über diesen werden Instrumente (Tasthaken, Zangen, Scheren, Fräsen etc.) eingeführt.

Abschließend wird das Gelenk gespült und die Spülflüssigkeit abgesaugt. In vielen Fällen wird eine Drainage (ein dünner Kunststoffschlauch mit mehreren Öffnungen an der Gelenksseite und einem Auffanggefäß mit Vakuum außerhalb des Gelenks) eingelegt, um die Wundflüssigkeit abzuleiten und so eine Infektion zu vermeiden. Da aber durch die Öffnung, die nach Drainageentfernung in der Haut zurückbleibt, auch Bakterien in die Wunde eindringen und zu einer Infektion führen können, wird die Drainage nur noch eingesetzt, wenn es unbedingt erforderlich ist. Anschließend werden die Instrumente entfernt, die Hautschnitte vernäht und das Gelenk wird verbunden.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen gibt es?

Die Arthroskopie ist ein risikoarmes Routineverfahren. Dennoch kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Blutungen durch Verletzung größerer Blutgefäße.
  • Nervenverletzungen, die in seltenen Fällen auch zu bleibenden Lähmungen und Missempfindungen führen können.
  • Anhaltende Schmerzen (z.B. Post-Meniskektomie-Syndrom).
  • Infektionen, die den Einsatz von Antibiotika erforderlich machen können.
  • Allergische Reaktionen durch Desinfektionsmittel, Schmerzmittel oder andere Medikamente.
  • Thrombose und/oder Lungenembolie, wenn sich durch den Blutstau oder die Liegedauer Blutgerinnsel bilden (Thrombose) und in die Lungen verschleppt werden (Embolie).

Wo wird eine Arthroskopie durchgeführt?

Eine Arthroskopie wird in den meisten Fällen in Krankenhäusern mit Abteilungen für Orthopädie oder Unfallchirurgie durchgeführt. Die Voruntersuchungen erfolgen häufig bei Fachärztinnen/Fachärzten für Orthopädie oder Unfallchirurgie. Eine ärztliche Überweisung ist erforderlich.

  • Fachärztinnen/Fachärzte für Orthopädie oder Unfallchirurgie in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Arztsuche.
  • Krankenhäuser (mit Abteilungen für Orthopädie oder Unfallchirurgie) in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: Spitalssuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Für eine Arthroskopie benötigen Sie eine ärztliche Überweisung/Zuweisung. Diese ist ab dem Ausstellungstag einen Monat gültig. Die Kosten einer Arthroskopie werden von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen.

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