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HCV-Genotyp (HCVGT)

Bei einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus ist vor Beginn einer Behandlung die Bestimmung des Genotyps (Virusstamm) sinnvoll.  

Warum wird der HCV-Genotyp im Blut bestimmt?

Bei einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) ist vor Beginn einer Behandlung die Bestimmung des Genotyps (Virusstamm) sinnvoll. Beim HCV gibt es unterschiedliche Genotypen. Das sind HCV-Formen, die sich im Hinblick auf das virale Erbgut geringfügig unterscheiden.

Die Hepatitis C ist eine Krankheit, die durch Infektion mit dem HCV entsteht. Dabei kann es zu einer Entzündung des Lebergewebes (Hepatitis) kommen, wobei eine Gelbsucht (Ikterus) auftreten kann. Ungefähr drei Viertel aller Infektionen verlaufen aber beschwerdefrei. In den anderen Fällen wird die Erkrankung häufig als vermeintlich grippaler Infekt wahrgenommen. Die akute Erkrankung dauert ungefähr sechs bis zwölf Wochen.

Die wichtigste Komplikation der Hepatitis C ist der Übergang in eine chronische Leberentzündung (50 bis 90 Prozent der Fälle). Eine chronische Hepatitis C kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. 

Die Infektion mit dem HCV erfolgt über Blut beziehungsweise Blutprodukte („parenteraler“ Übertragungsweg). Die häufigsten Infektionsursachen sind

  • Transfusion von Blut oder Verabreichung von Blutprodukten (Plasma, Gerinnungsfaktoren et cetera) – in Österreich ist das Übertragungsrisiko einer Virushepatitis auf diesem Weg aber äußerst gering,
  • Verletzung mit verseuchten (kontaminierten) Nadeln oder spitzen Gegenständen (zum Beispiel Rasierklingen, Tätowierwerkzeug),
  • Geschlechtsverkehr (das Übertragungsrisiko der Hepatitis C ist im Gegensatz zu Hepatitis B sehr selten),
  • Infektion des Neugeborenen bei der Geburt durch eine HCV-infizierte Mutter (in bis zu fünf Prozent der Fälle).

Zur Vermeidung einer Hepatitis C besteht nur die folgende Möglichkeit:

  • Injektionsnadeln niemals gemeinsam benutzen (sogenanntes „needle sharing“ unter Drogenabhängigen); Nagelscheren, Rasierklingen, Zahnbürsten nicht gemeinsam mit einer bekanntlich beziehungsweise vermutlich chronisch Hepatitis-C-kranken Person verwenden.

Hinweis Einen Impfschutz gegen die Hepatitis C gibt es nicht!

Wie wird der HCV-Genotyp interpretiert?

Chronische HCV-Infektionen besitzen je nach dem Virusstamm (Genotyp) ein mehr oder weniger gutes Ansprechen auf die Therapie mit Interferon und dem Virostatikum Ribavirin:

  • Genotyp 1 und 4: schlechteres Therapieansprechen,
  • Genotyp 2 und 3: besseres Therapieansprechen.

Mehr Informationen zum Thema Lebererkrankungen (Virushepatitis etc.) erhalten Sie hier.

Synonyme: HCV-Genotypisierung
LOINC: 32286-7

Referenzwert

Für die HCV-Genotypisierung gibt es keinen Referenzwert.

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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