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HBV-DNA

Die Messung von Erbgut (DNA) des Hepatitis-B-Virus im Blut entspricht einem direkten Virusnachweis. Sie dient insbesondere zur Abklärung unklarer Befunde, zur Beurteilung der Infektiosität sowie eines Behandlungserfolges.

Warum wird HBV-DNA im Blut bestimmt?

Die Messung von Erbgut (DNA – Desoxyribonukleinsäure) des Hepatitis-B-Virus (HBV) im Blut entspricht einem direkten Virusnachweis. Dieser Nachweis dient insbesondere zur

  • Abklärung unklarer Befunde
  • Beurteilung der Infektiosität sowie
  • Beurteilung eines Behandlungserfolges.
Darüber hinaus werden heute auch Blutprodukte (zum Beispiel Blutkonserven oder Blutplasma von Spendern) auf Hepatitis B getestet, indem entsprechende Tests auf HBV-DNA durchgeführt werden. Bei einem positiven Test muss das Blutprodukt beziehungsweise die Charge verworfen werden.

Zum Nachweis der HBV-DNA wird das Laborverfahren der Polymerasekettenreaktion (PCR – „Polymerase Chain Reaction“) eingesetzt.

Zur labordiagnostischen Abklärung der HBV-Infektion beziehungsweise zur Untersuchung im Hinblick auf einen bestehenden HBV-Impfschutz kommen eine Reihe von Tests zum Einsatz. Die folgenden Stoffe können dabei im Blut bestimmt werden:

  • HBV s-Antigen (Oberflächeneiweißstoff des HBV)
  • Antikörper gegen das HBV s-Antigen 
  • Antikörper gegen das HBV c-Antigen („core“-Antigen – ein Viruseiweißstoff, der das Erbgut des Virus umhüllt; dieses Antigen selbst ist im Blut nicht nachweisbar)
  • IgM-Antikörper gegen das HBV c-Antigen
  • HBV e-Antigen (dieser Viruseiweißstoff ist teilweise mit dem c-Antigen identisch und wird ins Blut abgegeben)
  • Antikörper gegen das HBV e-Antigen
  • HBV-Erbgut (DNA – Desoxyribonukleinsäure)

Die Hepatitis B ist eine Krankheit, die durch Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus entsteht. Dabei kommt es zu einer Entzündung des Lebergewebes (Hepatitis). Bei dieser Erkrankung kann eine Gelbsucht (Ikterus) auftreten. Die akute Erkrankung dauert zirka zwei Wochen bis drei Monate. Bei ungefähr der Hälfte der Fälle verläuft die Erkrankung ohne Beschwerden. Schwere Erkrankungsverläufe kommen in etwa einem Prozent der Fälle vor.

Die wichtigste Komplikation der Hepatitis B ist der Übergang in eine chronische Leberentzündung (in fünf bis 90 Prozent der Fälle, abhängig vom Alter). Bei Neugeborenen ist die Chronifizierungsrate am höchsten, und sie nimmt mit dem Alter ab. Bei einem Viertel aller chronischen Hepatitis-B-Fälle kommt es nach vielen Jahren zu einer vernarbenden „Schrumpfleber“ (Leberzirrhose).

Die Infektion mit dem HBV kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Die häufigsten Infektionsursachen sind

  • Transfusion von Blut oder Verabreichung von Blutprodukten (Plasma, Gerinnungsfaktoren et cetera) – in Österreich ist das Übertragungsrisiko einer Virushepatitis auf diesem Weg aber äußerst gering,
  • Verletzung mit verseuchten (kontaminierten) Nadeln oder spitzen Gegenständen (zum Beispiel Rasierklingen, Tätowierungswerkzeug),
  • Geschlechtsverkehr (die Hepatitis B wird auf diesem Weg häufig übertragen),
  • Infektion des Neugeborenen bei der Geburt durch eine HBV-infizierte Mutter.

Zur Vermeidung einer Hepatitis B bestehen die folgenden Möglichkeiten:

  • Schutzimpfung,
  • Injektionsnadeln niemals gemeinsam benutzen (sogenanntes „needle sharing“ unter Drogenabhängigen); Nagelscheren, Rasierklingen, Zahnbürsten nicht gemeinsam mit einer bekanntlich beziehungsweise vermutlich Hepatitis-B-kranken Person verwenden.
  • Passive Immunisierung: Verabreichung von Hepatitis-B-Immunglobulin nach Nadelstichverletzungen oder bei Neugeborenen einer an chronischer Hepatitis B erkrankten Mutter (HBV s-Antigen positiv) gleich nach der Geburt.  

Was bedeuten positive/erhöhte beziehungsweise negative HBV-DNA-Werte im Blut?

Ein positiver Nachweis von HBV-DNA im Blut kann folgende Ursachen haben:

  • akute Hepatitis B
  • chronische Hepatitis B
  • HBV-s-Antigen-Träger („Carrier“) – eine mildere Verlaufsform der chronischen Hepatitis B

Ein negativer HBV-DNA-Test schließt eine HBV-Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Generell müssen die Laborwerte bei der Abklärung der HBV-Infektion immer gemeinsam sowie in Zusammenschau mit bestimmten Leberwerten – unter anderem GOT (= AST) und GPT (= ALT) – beurteilt werden. Dabei erfolgt bei der Hepatitis B eine sogenannte Stufendiagnostik:

  • Stufe 1: Bestimmung von HBV s-Antigen, HBV s-Antikörpern und HBV c-Antikörpern.
    • Wenn HBV s-Antigen und/oder HBV c-Antikörper positiv sind, werden die Laborwerte der Stufe 2 im Blut bestimmt.
  • Stufe 2: HBV c-IgM-Antikörper, HBV e-Antigen und HBV e-Antikörper.
  • Stufe 3: Zum Beweis einer chronischen Hepatitis B beziehungsweise zur Beurteilung der Erkrankungsaktivität kann das Erbgut des HBV (Desoxyribonukleinsäure – DNA) im Blut gemessen werden (sogenannte Viruslastbestimmung mittels Polymerasekettenreaktion – PCR).

Mehr Informationen zum Thema

Synonyme: HBV-DNA quantitativ PCR (HBVQP), HBV-PCR, HBV-Viruslast, Hepatitis-B-Virus PCR
LOINC: 42595-9

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
U/ml (Units pro Milliliter) 0 U/ml 0 U/ml 0 U/ml 0 U/ml

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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