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Influenza-A/B-Antigen/Nasensekret (INABN)

Der Influenza-A/B-Schnelltest aus dem Nasensekret kann einen Hinweis auf eine Infektion mit Grippeviren (Influenza A, Influenza B) liefern.

Warum wird ein Influenza-A/B-Schnelltest aus dem Nasensekret durchgeführt?

Influenzaviren sind die Erreger der Grippe. Die Viren werden in drei Gruppen unterteilt:

  • Influenza Typ A (häufigste Ursache für Grippe-Epidemien und -Pandemien),
  • Influenza Typ B (besonders bei Kindern und Jugendlichen),
  • Influenza Typ C (weniger bedeutsam).

Die größte Bedeutung der Grippeviren hat Influenza A. Dieses Virus wird in eine Vielzahl von Subtypen eingeteilt, entsprechend der Beschaffenheit folgender in die Virushülle eingebauter Proteine (Eiweißstoffe):

  • Hämagglutinin (H) – verantwortlich für das Anhaften der Viren an die Zielzellen;
  • Neuraminidase (N) – verantwortlich für die Freisetzung der Viren aus infizierten Zellen.

Es existieren 16 H-Subtypen und neun N-Subtypen, wobei die folgenden Subtypen in der Vergangenheit für große Pandemien verantwortlich waren:

  • 1918/1919: Spanische Grippe (H1N1),
  • 1957/1958: Asiatische Grippe (H2N2),
  • 1968/1969: Hongkong-Grippe (H3N2),
  • 2009: sogenannte „Schweinegrippe“ (H1N1).

Die sogenannte „Vogelgrippe“ wird durch Influenzaviren vom Typ A/H5N1 verursacht. Dabei handelt es sich um eine Tierseuche, die sporadisch auf den Menschen übertragen werden kann.

Problematisch bei den Influenzaviren ist die Tatsache, dass sich die Struktur der H- und N-Proteine jährlich ändert, weshalb die Impfung mit entsprechend modifizierten Impfstoffen jedes Jahr wiederholt (aufgefrischt) werden sollte.

Zum Nachweis einer Infektion mit Influenzaviren gibt es bei Vorliegen typischer Beschwerden die folgenden Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Influenza-A/B-Schnelltest,
  • Nachweis von Influenzaerbgut (RNA) mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR),
  • Nachweis von Antikörpern gegen Influenzaviren im Blut. Für eine Diagnosestellung sind eine zweimalige Blutabnahme und ein Anstieg der Antikörpermenge (Titeranstieg) um zumindest das Vierfache innerhalb von zwei Wochen erforderlich.

Für die Durchführung des Influenza-A/B-Schnelltests können je nach dem zum Einsatz kommenden Testverfahren die folgenden Untersuchungsmaterialien verwendet werden:

  • Nasensekret,
  • Nasenspülflüssigkeit bzw.
  • ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum.

Bei entsprechender Symptomatik sowie Vorliegen eines positiven Influenza-A/B-Schnelltests kann eine sogenannte antivirale Therapie mit Neuraminidasehemmern in Erwägung gezogen werden. Allerdings ist eine solche Behandlung nur innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Infektion wirksam.

Was bedeutet ein positiver Influenza-A/B-Schnelltest im Nasensekret?

Ein positiver Influenza-A/B-Schnelltest im Nasensekret bedeutet einen Hinweis auf eine Infektion mit Influenza A und/oder B.

Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine gute Sensitivität sowie Spezifität für den Nachweis dieser Infektionen, wobei

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Während der Influenza-A/B-Schnelltest bloß einen Hinweis auf eine Influenzainfektion liefert, gibt es für den Beweis einer solchen Infektion die folgenden Untersuchungsverfahren:

  • Nachweis von Influenzaerbgut (RNA) mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR),
  • Nachweis von Antikörpern gegen Influenzaviren im Blut. Für eine Diagnosestellung sind eine zweimalige Blutabnahme und ein Anstieg der Antikörpermenge (Titeranstieg) um zumindest das Vierfache innerhalb von zwei Wochen erforderlich.

Was bedeutet ein negativer Influenza-A/B-Schnelltest im Nasensekret?

Ein negativer Influenza-A/B-Schnelltest legt die Vermutung nahe, dass bei der betroffenen Patientin bzw. dem betroffenen Patienten keine aktuelle Influenzainfektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Konzentration der viralen Proteine auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Grippe (Influenza)

Die Grippe (Influenza) ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren vom Typ Influenza A oder B hervorgerufen wird. Die Infektion erfolgt über eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

Die Mehrzahl der Grippeinfektionen verläuft symptomlos (beschwerdefrei) bzw. im Sinne einer leichten Erkältung. Es gibt aber auch schwere Verlaufsformen mit

  • hohem Fieber über zwei bis drei Tage,
  • starkem Krankheitsgefühl,
  • Kopf-, Gelenks- und Gliederschmerzen etc.

Als Komplikation einer Grippe kann auch eine Lungenentzündung auftreten.

Zur Diagnosesicherung einer Influenza kann in der Grippesaison bei Vorliegen der typischen Krankheitszeichen ein Nachweis der Influenzaviren versucht werden:

  • Influenza-A/B-Schnelltest,
  • Nachweis von Influenzaerbgut (RNA) mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR).

Die Therapie einer Grippe richtet sich in erster Linie nach den Beschwerden der Betroffenen:

  • Fieber senken,
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr,
  • Bettruhe etc.

Eine Bekämpfung von Viren mit Antibiotika ist generell nicht möglich. Diese Medikamente sind nur bei bakteriellen Krankheitserregern wirksam.

Bei Grippe besteht aber die Möglichkeit einer antiviralen Therapie z.B. mit Neuraminidasehemmern. Diese Medikamente sind jedoch nur innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Infektion wirksam.

Sinkt das Fieber im Rahmen der Grippe nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen ab, können Antibiotika in zweiter Linie erforderlich werden. In solchen Fällen besteht nämlich der Verdacht auf eine bakterielle Zweitinfektion (Superinfektion), und in solchen Fällen ist eine Antibiotikatherapie sinnvoll.

Zur Vorbeugung einer Influenzainfektion gibt es die Möglichkeit der

  • Grippeimpfung.

Diese sollte bei folgenden Personengruppen alljährlich aufgefrischt werden:

  • Personen über 60 Jahre,
  • Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Personen mit hoher Expositionsgefahr.
Darüber hinaus ist die Grippeimpfung bei Auftreten von Epidemien und Pandemien generell anzuraten.Weitere Informationen finden Sie unter Grippe.

Synonyme: Influenza-A/B-Schnelltest
LOINC: 44567-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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