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Symbolfoto rote Blutkörperchen © Sebastian Kaulitzki

Laborbefund: Wie Blut „funktioniert“

Das Blut ist die wichtigste Körperflüssigkeit und umfasst bei Frauen bis zu 4,5 Liter und bei Männern bis zu fünf Liter (bei jeweils 70 kg Körpergewicht). Blut besteht aus festen (Blutzellen) und flüssigen (Plasma) Stoffen, wobei die Funktionen des Blutes auf diesen Bestandteilen basieren.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Blutes gehört auf der einen Seite der Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den peripheren Geweben und Zellen. Auf der anderen Seite werden Kohlendioxid und Stoffwechselprodukte ebenfalls über das Blut abtransportiert. Darüber hinaus fungiert Blut auch als Transportmedium für die Wärmeregulation des Körpers, und es erfüllt etliche weitere Aufgaben im Rahmen der Signalübermittlung (z.B. Hormonsystem) sowie Immunabwehr des Körpers.

Woraus besteht Blut?

Blut ist nicht bloß eine Flüssigkeit. In der Medizin wird diese wichtigste Körperflüssigkeit des Menschen als eigenständiges Organ angesehen. Dementsprechend hat beispielsweise eine Bluttransfusion auch den Stellenwert einer Organtransplantation.

Die Aufgaben des Blutes im Körper werden von den verschiedenen Blutbestandteilen erfüllt:

  • Rote Blutkörperchen: transportieren Sauerstoff und Kohlendioxid.
  • Weiße Blutkörperchen: schützen den Körper vor Bakterien, Pilzen, Viren und Parasiten.
  • Blutplättchen: aktivieren die Blutgerinnung bei Verletzungen.
  • Blutplasma: transportiert Nährstoffe und Stoffwechselprodukte und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)

Die rote Farbe von Blut ist ausschließlich auf seine festen (zellulären) Bestandteile zurückzuführen – auf die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dabei handelt es sich um im Blutstrom treibende Zellen, die im Mikroskop wie kleine Scheibchen aussehen.

Die wichtigste Funktion der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport. Dazu findet in der Lunge ein reger Gasaustausch statt, wobei die Erythrozyten mit Sauerstoff angereichert werden. Über den Blutkreislauf werden sie nun im ganzen Körper verteilt und versorgen auf diese Weise die Zellen und Gewebe mit Sauerstoff.

Auf der anderen Seite wird im Blut der verbrauchte Sauerstoff in Form von Kohlensäure zu den Lungen zurücktransportiert und als CO2 (Kohlendioxid) abgeatmet. In diesem Sinne ist die Lunge ein wichtiges Ausscheidungsorgan für das Zuviel an Säuren im Körper.

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

Bei den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) handelt es sich um Entzündungszellen. Ihre Funktion ist die Verteidigung des Körpers gegen Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze. Es gibt bestimmte Typen von Leukozyten mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben, wobei diese Zellen aber intensiv miteinander zusammenarbeiten (interagieren):

  • Granulozyten: Abwehr von Mikroorganismen (Bakterien), infizierten Zellen, körperfremden Stoffen (z.B. Pollen).
  • Lymphozyten (häufig auch Immunzellen): Bildung von Antikörpern und Abtöten infizierter Zellen.
  • Monozyten (auch Fresszellen): Interaktion mit Granulozyten und Lymphozyten.

Blutplättchen (Thrombozyten)

Neben den roten und den weißen Blutkörperchen gibt es auch noch die Blutplättchen (Thrombozyten). Das sind aber keine ganzen Zellen, sondern für die Blutgerinnung erforderliche Zellfragmente.

Wo wird das Blut gebildet?

Beim gesunden Erwachsenen ist der hauptsächliche Bildungsort für Blutzellen und Thrombozyten das Knochenmark. Eine Ausnahme stellen die Lymphozyten dar. Diese werden beim Erwachsenen im Knochenmark (B-Lymphozyten) sowie Thymus (T-Lymphozyten) gebildet. Anschließend werden sie in die sekundären lymphatischen Organe transportiert:

  • Milz,
  • Lymphknoten,
  • Mandeln (Tonsillen),
  • Darmschleimhaut etc.

Was ist Blutplasma?

Das Blutplasma ist jene Flüssigkeit, in der die Blutzellen schwimmen. Diese hochkomplexe Flüssigkeit enthält eine Vielzahl an gelösten Stoffen und hat verschiedenste Funktionen.
Die Zusammensetzung des Blutplasmas ist komplex, daher werden vom Organismus nur geringfügige Schwankungen der Inhaltsstoffe toleriert. Bei gröberen Verschiebungen der Blutchemie – pH-Wert, Elektrolyte  etc. kann es zu lebensbedrohlichen Zuständen wie z.B. Herzrhythmusstörungen oder sogar Herzversagen kommen. 

An erster Stelle der vielfältigen Aufgaben des Plasmas steht der Transport. Diesmal nicht von Gasen (siehe rote Blutkörperchen), sondern von Nährstoffen und Stoffwechselprodukten. Die Funktionen des Blutplasmas umfassen:

Transport von Nährstoffen

  • Kohlehydrate in Form von Blutzucker (Glukose),
  • Nahrungseiweiß in Form von Aminosäuren,
  • Fette in Form von Blutfetten (Cholesterin und Triglyzeride): Besonders Fette bedürfen spezialisierter eiweißgebundener Transportformen, damit sich keine Fetttropfen im Blut bilden. Dementsprechend werden die Fette im Blut an Proteine gebunden und in Form von Lipoproteinen (HDL, LDL etc.) transportiert.
  • Abtransport von Stoffwechselendprodukten zu den Ausscheidungsorganen Leber und Niere: Harnstoff, Harnsäure, Bilirubin, Kreatinin etc.

Transport von Blutgerinnungsfaktoren

Die Blutgerinnung wird durch eine Vielzahl von in der Leber gebildeten Plasmaproteinen vermittelt, und dieses ganze System funktioniert innerhalb eines komplexen Zusammenspiels zwischen Plasma, Blutplättchen und Gefäßwänden (Endothel genannt).

Säure/Basen- und Elektrolythaushalt

Weiters ist ein ausgewogener Säure/Basen-Haushalt des Blutes für die Gesundheit wichtig. Auch die Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium, Kalzium, Phosphat) müssen sich in einem vom Körper exakt kontrollierten Gleichgewichtszustand befinden.

Weitere Transportfunktionen

Auch Hormone, Medikamente, Entzündungsstoffe, Spurenelemente, Vitamine und vieles mehr werden im Blut befördert. Schließlich spiegelt die Aktivität spezieller Enzyme im Blut die Funktion von Organen (Leber, Herz, Muskulatur, Knochen etc.) wider.
Informationen finden Sie zudem unter Blut: Basis-Info.
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