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Labormitarbeiter beim Pipettieren © Rob Byron

Im Labor: Was mit Blut passiert

Im medizinischen Labor wird zwar in erster Linie Blut, daneben aber auch eine Reihe weiterer Untersuchungsmaterialien (wie Harn, Sperma, Hustenschleim, Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, Punktate aus Körperhöhlen u.v.m.) entsprechenden analytisch-chemischen bzw. morphologisch diagnostischen Prozessen unterzogen. Zum Einsatz im Labor kommen auf der einen Seite komplexe Laborautomaten, bei denen es sich um mechatronische Systeme handelt, die von professionellen Labormitarbeiterinnen und -mitarbeitern bedient werden. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Automatisation in medizinischen Laboratorien zunehmend verbreitet, wodurch Kosten gespart werden und die insgesamte Performance der Laborarbeit optimiert werden können.

Auf der anderen Seite gibt es in medizinischen Laboratorien aber etliche Arbeitsbereiche, die nicht automatisiert werden können. Dazu zählt beispielsweise Gewebeverarbeitung, medizinische Mikroskopie u.v.m. Das schlussendliche Produkt sämtlicher Laborprozesse stellt am Ende der Laborbefund dar, auf dem die Untersuchungsergebnisse in einem tabellarischen Format dargestellt sind.

Erste Arbeitsschritte im Labor

Im Labor werden die Untersuchungsmaterialien (Blut, Harn etc.) in einem speziellen Labor-EDV-System (auch Labor-Informations-System genannt – Abk. LIS) administriert. In diesem System wird protokolliert, welche Untersuchungen aus welchem Material gemacht werden sollen.

Im LIS werden spezielle Strichcodeetiketten ausgedruckt und auf die Probengefäße geklebt. Diese Etiketten stellen sicher, dass es im Labor zu keinen Probenverwechslungen kommt.

Die weiteren Schritte im Labor umfassen:

  • Zentrifugation: Wenn Plasma bzw. Serum untersucht wird, muss das Blut zentrifugiert werden.
  • Verteilung der Blutproben auf die Laborarbeitsplätze.

Hochspezialisierte Laborarbeitsplätze

In einem modernen medizinischen Labor werden die Proben an den vielfältigen Arbeitsplätzen von hochqualifizierten Biomedizinischen Analytikerinnen und Analytikern (BMA) bzw. Personen aus dem Fachbereich der „medizinischen Assistenzberufe“ (Fachmodul Laborassistenz – frühere Bezeichnung „Medizinisch technische Fachkraft“) bearbeitet. Dabei kommen zum Teil aufwendige Geräte zum Einsatz, die streng gewartet, geeicht sowie kontrolliert werden müssen.

Viele Labortests werden aber auch manuell (händisch) abgearbeitet, bzw. es müssen Körperzellen unter dem Mikroskop begutachtet werden. Weiters gibt es Laboranalysen, die mehrere Tage oder sogar Wochen dauern. Dazu gehören beispielsweise mikrobiologische oder auch genetische Analysen.

Die Lagerung der Proben

Nach der Probenabarbeitung kommen die Blutröhrchen in ein Abstelllager (gekühltes Archiv), wo sie zumeist eine Woche aufgehoben werden. Das hat den Sinn, dass bei Bedarf bestimmte Analysen wiederholt oder Einzelwerte nachgefordert werden können. Die Entsorgung der Röhrchen erfolgt schließlich über den Sondermüll, der verbrannt wird.

Die Ergebnisse der Laborarbeit

Alle Messergebnisse werden schlussendlich in Form eines Laborbefundes zusammengefasst, wobei die Fachärztin/der Facharzt für medizinische und chemische Labordiagnostik für die Richtigkeit der Laborwerte bürgt. Jeder Befund wird von der Laborfachärztin/dem Laborfacharzt auf seine medizinische Plausibilität überprüft:

  • Stimmen die Laborwerte zueinander,
  • in Bezug auf Vorwerte und auch
  • in Bezug auf die Zuweisungsdiagnose?
Wenn ein Befund unklar bzw. unverständlich ist, sollte sich die Patientin/der Patient ohne zu zögern an seine Ärztin/seinen Arzt wenden. 
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