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Blutzuckertest aus Fingerkapillare © Walter Luger

Laborbefund & Krankheitsvorsorge

Für die Vorsorgeuntersuchung werden eine Reihe von Labortests für Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen empfohlen. Diese Untersuchungen helfen dabei, Risikofaktoren und Erkrankungen frühzeitig zu entdecken . . .

Herz- und Kreislauferkrankungen

Bei den Labortests im Hinblick auf die Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Angina pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) hat die Früherkennung von Fettstoffwechselstörungen höchste Priorität. Dazu werden die folgenden Laborwerte (Blutfette) erhoben:

  • Triglyzeridbestimmung (Nüchternblutabnahme!)
  • Cholesterinbestimmung:
    • Gesamtcholesterin
    • HDL- und LDL-Cholesterin
    • Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin

Der Zusammenhang zwischen Fettstoffwechselstörungen (Erhöhung der Blutfette) und der klinischen Manifestation der Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) gilt als medizinisch gesichert.

Weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind neben erhöhten Blutfetten:

  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel,
  • Rauchen,
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und
  • Gicht.

Diabetes mellitus

Bei der Vorsorge im Hinblick auf Diabetes mellitus steht die Feststellung des persönlichen Risikos an vorderster Stelle.
Die Vorsorgeuntersuchung verläuft hier in zwei Phasen:

Früherkennung:

  • Blutzuckermessung aus Kapillarblut aus der Fingerkuppe oder aus venösem Blut.
    • Blutzuckergrenzwerte: nicht nüchtern (200 mg/dl), nüchtern (126 mg/dl); als nüchtern gilt, wer vor der Messung acht bis 14 Stunden nichts gegessen und nicht geraucht hat.
  • Der HbA1C-Wert ist für das Screening nicht notwendig.

Diagnosesicherung bei Überschreitung der Blutzuckergrenzwerte:

  • Die Diagnose eines Diabetes mellitus wird unabhängig von Alter und Geschlecht durch Messung mehrfach erhöhter Nüchternblutzuckerwerte an mindestens zwei verschiedenen Tagen gestellt.
  • Bei verdächtigem klinischem Bild und widersprüchlichen Messergebnissen ist zusätzlich die Diagnosestellung mittels oralem Glukosetoleranztest möglich.

Hinweis Zur Diagnosestellung ist die Bestimmung mithilfe eines Teststreifens nicht geeignet.

Ausführliche Informationen zu Diabetes mellitus.

Lebererkrankungen (Alkoholismus)

Chronischer Alkoholmissbrauch ist die häufigste Ursache für Lebererkrankungen. Die toxische (leberschädigende) Grenze für die Alkoholzufuhr über einen längeren Zeitraum (Monate bis Jahre) liegt

  • für Frauen bei 20 Gramm pro Tag und
  • für Männer bei 40 Gramm pro Tag.

Hinweis Ein halber Liter Bier (ein Krügerl) enthält 20 Gramm Alkohol.

Die alkoholtoxische Leberschädigung verläuft nacheinander in drei Stadien:

Für das Stadium der reinen Fettleber ist die Bestimmung der Gamma-GT nützlich. Dieser Laborwert ist zwar unspezifisch. Bei manchen Patientinnen/Patienten kann die Bestimmung der Gamma-GT aber die Aufarbeitung des Problems Alkoholkonsum im Arzt-Patienten-Gespräch erleichtern.

Ausführliche Informationen zu:

Krebserkrankungen

Für die Krebsvorsorge haben die folgenden Labortests einen hohen Stellenwert:

Jährliches Screening nach okkultem Blut im Stuhl ab dem 50. Lebensjahr zur Vorsorge von Dickdarm/Rektum-Krebs. Dieser Test kann zu Hause oder direkt bei der Ärztin/beim Arzt durchgeführt werden.

PAP-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Das Screening nach Zervixkarzinom wird bei allen Frauen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr empfohlen:

  • unter 40 alle drei Jahre,
  • über 40 alle zwei Jahre.

Der Abstrich wird von Gynäkologinnen/Gynäkologen durchgeführt und das Material in ein zytologisches Labor eingeschickt.

Prostatakarzinomvorsorge:

  • Das systematische Routine-Screening zur Früherkennung von Prostatakrebs mittels digitaler rektaler Untersuchung und/oder mithilfe von Tumormarkern im Blut (PSA) wird auf Basis des Standes des internationalen medizinischen Wissens derzeit nicht empfohlen.
  • Weltweit spricht die Gesamtheit aller bisher bekannt gewordenen Fakten bei der Prostatakrebsfrüherkennung gegen ein Massenscreening für alle Männer über 50 Jahren.
  • Männer über 50, die nach erfolgter Aufklärung durch die Ärztin/den Arzt bei der Vorsorgeuntersuchung einen PSA-Test wünschen, sollten auf ihren ausdrücklichen Wunsch zur Fachärztin bzw. zum Facharzt für Urologie überwiesen werden.
Ausführliche Informationen zu Krebserkrankungen.
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