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Zahnarzt bei der Zahnreinigung © maennerbeiderarbeit

Parodontitis: Diagnose & Therapie

Bei Parodontitis gilt, wie auch bei anderen Erkrankungen: Je früher eine Parodontitis diagnostiziert und therapiert wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Parodontitis-Behandlung soll das Fortschreiten der Erkrankung so weit wie möglich aufhalten, um weitere Schäden und den Verlust von Zähnen zu verhindern. Die Therapie besteht darin, den Entzündungszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparats zu beseitigen. Die Behandlung beginnt daher mit einer professionellen Zahnreinigung . . .

Diagnose

Die frühzeitige Diagnose einer parodontalen Entzündung ist für die Gesundheit und den Zahnerhalt von größter Bedeutung. Daher empfehlen Expertinnen und Experten, einmal jährlich eine parodontale Grunduntersuchung (PGU) durchführen zu lassen. So kann die Zahnärztin/der Zahnarzt einfach und schmerzfrei den parodontalen Zustand des Zahnfleisches beurteilen und gegebenenfalls frühzeitig mit einer Therapie beginnen.

Bei der PGU verwendet die Zahnärztin/der Zahnarzt eine spezielle stumpfe Sonde, die mit einer Maßeinteilung versehen ist (Parodontalsonde). Bei gesundem Parodont ist es der Zahnärztin/dem Zahnarzt nicht möglich, mit der Parodontalsonde mehr als zwei bis drei Millimeter zwischen Zahn und Zahnfleisch vorzudringen.

Hinweis Sollte sich bei der PGU der Verdacht auf eine Parodontitis ergeben, ist eine genaue Befunderhebung nötig.

Die Zahnärztin/der Zahnarzt überprüft mit der Parodontalsonde die Eindringtiefe an mehreren Stellen jedes betroffenen Zahns. Es werden Form, Farbe, Konsistenz, Oberfläche und Breite des Zahnfleisches (Gingiva) kontrolliert und beurteilt. Blutungsneigung und Eiteraustritt in einem Parodontalstatus ergeben den Schweregrad der Erkrankung. Diese Tastuntersuchung wird durch ein Panoramaröntgen und – wenn notwendig – durch Detailaufnahmen ergänzt.

Mittlerweile gibt es auch sogenannte Parodontitis-Risiko-Tests (PRT), mit denen aus dem Speichel bzw. Flüssigkeit aus Zahnfleischtaschen das individuelle Risiko an einer Parodontitis zu erkranken bestimmt werden kann.

Auch kann mit sogenannten PCR-Tests (Polymerase Chain Reaction) in ähnlicher Weise eine genaue Keimbestimmung einer akuten Parodontitis durchgeführt werden.

Therapie

Die Parodontitisbehandlung verläuft in mehreren Stufen – abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Die Therapie besteht darin, den Entzündungszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparats zu beseitigen. Die Behandlung beginnt daher mit einer professionellen Zahnreinigung. Nach einem abgesprochenen Zeitraum überprüft die Zahnärztin/der Zahnarzt den Heilungsprozess. Sind zu diesem Zeitpunkt noch Zahnfleischtaschen vorhanden, können je nach Art und Lokalisation antibiotische (gezielt nach einer Keimbestimmung – PCR-Test) und/oder chirurgische Maßnahmen notwendig sein.

Parodontitis rechtzeitig erkennen

Folgende Fragen können Ihnen helfen, Anzeichen einer Parodontitis zu erkennen: 

  • Blutet Ihr Zahnfleisch beim Zähneputzen, bei Berührungen oder beim Essen harter Nahrung?
  • Fühlt sich Ihr Zahnfleisch geschwollen oder empfindlich an?                                     
  • Hat sich Ihr Zahnfleisch zurückgezogen?
  • Scheint es, dass Ihre Zähne länger geworden sind?
  • Stellen Sie manchmal Eiteraustritt zwischen Zahn und Zahnfleisch fest?
  • Hat sich die Stellung Ihrer Zähne verändert?
  • Finden Sie, dass die oberen und unteren Zähne anders zusammenbeißen als früher, oder haben sich Lücken zwischen den Zähnen gebildet?
  • Haben Sie immer wieder Probleme mit Mundgeruch?

Bei der Beantwortung einer oder mehrerer dieser Fragen mit „Ja“ informieren Sie bitte Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt. Diese/dieser kann durch die parodontale Grunduntersuchung (PGU) feststellen, ob eine Parodontitisbehandlung notwendig ist. 

Quelle: Österreichische Gesellschaft für Parodontologie

Professionelle Zahnreinigung

Am Anfang der professionellen Zahnreinigung (Mundhygiene) steht eine gründliche Untersuchung des Gebisses. Danach werden die weichen und harten Zahnbeläge (Plaque) auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen mit rotierenden Bürstchen mit einer speziellen Polierpaste oder mit einem Pulverstrahlgerät und vorhandene Zahnfleischtaschen gereinigt. Abschließend werden die gereinigten Zahnflächen mit einem Fluoridlack überzogen. Das schützt die Zahnoberflächen vor Säureattacken der Mundbakterien.

Wohin kann ich mich wenden?

In Österreich wird professionelle Mundhygiene derzeit bei Zahnärztinnen und Zahnärzten durch angestellte zahnärztliche Assistentinnen und Assistenten angeboten. Die Zahnbehandlung selbst führt die Zahnärztin/der Zahnarzt durch.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Professionelle Zahnreinigung: Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Zahnprophylaxe für Erwachsene zu den Eigenleistungen gehört. Deshalb wird diese Leistung nicht direkt von der Sozialversicherung übernommen. Einzelne Sozialversicherungsträger geben aber im Nachhinein Kostenzuschüsse zu eingereichten Honorarnoten. Die Kosten für eine professionelle Mundhygiene sind vom Zeitaufwand abhängig. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Zahnärztin/Ihrem Zahnarzt!

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