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Kind mit geöffnetem Mund © patrisyu

Die Mundhöhle & Zunge

Die Mundhöhle und die darin befindlichen Zähne sowie die Zunge erfüllen viele wichtige Aufgaben. Sie bilden den Anfang des Verdauungsapparates und sind für die Zerkleinerung, Aufbereitung und den Weitertransport der Nahrung in die Speiseröhre und weiter in den Magen verantwortlich. Darüber hinaus dienen sie u.a. der Sprache und Kommunikation. Die Mundhöhle wird begrenzt durch Lippen, Wangen, Mundboden, Gaumen sowie durch das Gaumenzäpfchen und die seitlich davon verlaufenden Gaumenbögen. Rund 300 Bakterienarten sorgen für eine „normale“ Mundflora und tragen damit wesentlich zur Mundgesundheit bei . . .

Aufbau der Mundhöhle

Die Mundhöhle gliedert sich in zwei Bereiche:

  • Mundvorhof: Raum zwischen Lippen, Wangen und Zähnen. Oberhalb des zweiten oberen Backenzahnes mündet die große Speicheldrüse (Glandula parotis).
  • Eigentliche Mundhöhle: Raum zwischen Zähnen, Mundboden mit der Zunge, Gaumen und Rachenraum.

Mundschleimhaut

Die gesamte Mundhöhle ist mit rosafarbener, feuchter Mundschleimhaut ausgekleidet. Da sich die Zellen hier besonders rasch und häufig teilen, heilen Wunden im Mundbereich meist rascher als an anderen Körperteilen. Je nach ihrer Funktion ist die Schleimhaut dick und stark verhornt (an Zahnfleisch und Gaumen) oder dünn und elastisch (an den Lippen und Wangen, dem Mundvorhof und Mundboden sowie der Zungenunterseite). In der Mundschleimhaut befinden sich auch Sinnesrezeptoren für das Tast- und Temperaturempfinden. In der Schleimhaut der Zungenoberfläche liegen außerdem die Rezeptoren für den Geschmackssinn.

Speicheldrüsen

In die Mundhöhle münden mehrere Speicheldrüsen. Sie produzieren bis zu 1,5 Liter Speichel pro Tag, dessen Inhaltsstoffe für einen neutralen pH-Wert und für ein für schädliche Keime feindliches Mundmilieu sorgen. Der Speichel befeuchtet und spült die Mundhöhle und spielt daher eine wichtige Rolle für die Selbstreinigung des Mundraumes und der Zähne. Darüber hinaus trägt er zur Verflüssigung und Aufbereitung des Nahrungsbreis bei und unterstützt damit die Verdauung.

Mundflora

In der Mundhöhle leben unzählige Mikroorganismen in einem natürlichen Gleichgewicht, v.a. etwa 300 Bakterienarten und verschiedene Hefepilze. Wird dieses durch innere oder äußere Einflüsse gestört, können verschiedenste Erkrankungen der Mundhöhle entstehen. Beispielsweise kann eine Verschiebung des Gleichgewichts hin zu einer Überzahl bestimmter, immer in der Mundhöhle vorhandener Bakterienarten zu Karies oder Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches (Gingivitis) führen. Durch die Einnahme von Antibiotika kann es zu einer Superinfektion mit Hefepilzen (v.a. Candida albicans) kommen.

Zunge

Die Zunge (Lingua) übernimmt wichtige Funktionen beim Kauen, Schlucken, Schmecken, Tasten und Sprechen, aber auch bei der Immunabwehr. Sie besteht aus mehreren Abschnitten:

  • Zungenwurzel (Zungengrund): Liegt im hintersten Teil der Zunge und enthält Muskelgewebe sowie die Zungenmandel (Tonsilla linguae), die einen Teil des Abwehrsystems darstellt. Die Zungenwurzel ist am Zungenbein verankert, das mit Bändern und Muskeln sowohl an der Schädelbasis als auch am Kehlkopf befestigt ist.
  • Zungenkörper: Schließt nach vorne an die Zungenwurzel an und besteht aus mehreren Schichten quergestreifter Muskulatur. Die geflechtartige Anordnung der Muskelfasern ist für die große Beweglichkeit und Verformbarkeit der Zunge verantwortlich. Über die Mitte des Zungenkörpers verläuft von vorne nach hinten eine Art Scheidewand aus Sehnenfasern.
  • Zungenspitze: Stellt das vorderste Ende der Zunge dar.
  • Zungenrücken: Beschreibt die obere Außenfläche der Zunge.
  • Zungenunterseite: Liegt nicht komplett frei, sondern ist in ihrem Mittelteil mit der Mundhöhle verwachsen.
  • Zungenrand: Trennt den Zungenrücken von der Zungenunterseite.
  • Zungenbändchen: Diese Falte der Mundschleimhaut befestigt die Unterseite der Zunge am Mundboden, wobei die Seitenränder und die Spitze freiliegen.

In der Zungenschleimhaut befinden sich zwei Gruppen von Papillen:

  • Mechanische Papillen: Verhelfen der Zunge zu ihrem Tastempfinden.
  • Geschmackspapillen: Enthalten Geschmacksknospen. Diese kleinen Nervenendigungen befähigen uns, süß, sauer, salzig, bitter und umami (wohlschmeckend, fleischig) zu unterscheiden. Die Knospen für „süß“ liegen vermehrt im vorderen Bereich der Zunge, daran schließen sich nacheinander salzig, sauer und dann wieder salzig an. Die Empfindung „bitter“ wird vor allem im hinteren Bereich der Zunge wahrgenommen. Prinzipiell kann allerdings jede Geschmacksrichtung in jedem Bereich der Zunge wahrgenommen werden.

Weitere Informationen zu Mund & Speiseröhre erhalten Sie unter Verdauungsorgane.

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