Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Speisepilz © Printemps

Pilzvergiftungen vorbeugen

Die Palette an genießbaren Wild- und Waldpilzen, die die Natur besonders im Herbst zum Vorschein bringt, ist breit: Doch nicht jedes schöne Prachtexemplar ist zum Verzehr geeignet und nicht alle essbaren Schwammerl müssen unbedingt appetitlich oder genießbar aussehen. Es gibt also keine allgemein gültigen Regeln beim Bestimmen der Verzehrfähigkeit, die auf alle Pilze anwendbar sind. Auch Geruch und Geschmack geben keinen eindeutigen Hinweis auf Genießbarkeit. Möchten Sie auf „Pilzjagd“ gehen, ist es daher ratsam, Pilzkenntnisse zu besitzen und zu wissen wo und wann man die gesammelten Pilze bei Unklarheiten identifizieren lassen kann. Denn am Wochenende ist eine Pilzbestimmung durch Expertinnen und Experten nicht möglich . . .

Lebensbedrohliche Situation

Der Verzehr giftiger Pilze kann mitunter lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Schwere Vergiftungen können ernsthafte Schäden an Leber und Nieren wie etwa Nierenversagen und Leberkoma bewirken. Im Zweifelsfall sollte immer gelten: Finger weg oder unbedingt vor dem Verzehr von einer Expertin/einem Experten begutachten lassen!

Das sollten Sie über Pilze und -vergiftungen wissen:

  • Sammeln Sie nur jene Pilze, die Sie verlässlich kennen.
  • Nehmen Sie keine kleinen, zu jungen Pilze, die leicht verwechselbar sind.
  • Schenken Sie alten Pilzsprichwörtern wie „Giftpilze schmecken immer bitter oder scharf“, „Giftpilze riechen unangenehm“ oder „Fraßspuren sind ein Merkmal für Genusstauglichkeit“ keinen Glauben, denn sie sind falsch.
  • Zum Sammeln der Pilze sind Plastiksäcke oder andere Behältnisse, in denen die Pilze zu „schwitzen“ beginnen, ungeeignet, denn sie beschleunigen den Verderb. Besser sind z.B. ein luftiger Korb oder eine Stofftragetasche.
  • Pilze verderben relativ rasch, sammeln Sie daher nur Mengen, die Sie auch bald verbrauchen können. Laut Pilzschutzverordnung dürfen pro Person und Tag maximal zwei Kilogramm geerntet werden, es sein denn, es bestehen andere Regelungen.
  • Nehmen Sie keine schimmligen, weichen oder angefressenen Pilze! Lassen Sie auch die Finger von älteren Pilzen, die dunkel verfärbt sind, auf Druck empfindlich reagieren oder schleimig sind.
  • Pilze nur in Maßen und nicht roh essen, da viele an sich genießbare Pilze roh giftig sein können. Große Mengen belasten zudem den Verdauungstrakt.
  • Pilzvergiftungen können sich schnell äußern (innerhalb von drei Stunden) etwa durch Beschwerden wie Erbrechen und/oder Durchfall. Es kann auch erst sechs bis 24 Stunden nach Konsum zu Symptomen wie z.B. Durchfall oder Aufblähen des Bauches kommen.
  • Rufen Sie bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung unmittelbar die Vergiftungsinformationszentrale unter der Telefonnummer +43 1 406 43 43 (für Notfälle rund um die Uhr besetzt).

Hinweis Bei Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Schweißausbruch, Bewusstseinsstörungen und Rauschzuständen innerhalb von 24 Stunden nach der Pilzmahlzeit sollten Sie frühzeitig ein Krankenhaus aufsuchen, direkt den Notruf 144 wählen oder die Vergiftungsinformationszentrale unter +43 1 406 43 43 anrufen (für Notfälle rund um die Uhr besetzt)!

Die Expertinnen/Experten der österreichweiten Pilzberatungsstellen begutachten Ihre gesammelten Pilze: Näheres erfahren Sie unter:

Informative Links zum Thema:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse