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Salbe gegen Hämorrhoiden © 3 ThousandPhotosSTD

Hämorrhoiden: Diagnose & Therapie

Neben dem Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt sind eine genaue Untersuchung der Hämorrhoiden sowie eine endoskopische Untersuchung von Mastdarm (Rektoskopie) und Enddarm (Proktoskopie) erforderlich. Dadurch können andere Erkrankungen des Enddarms wie beispielsweise Fissuren, Polypen, Fisteln oder Tumore ausgeschlossen werden . . .

Basistherapie

Im Vordergrund steht die Optimierung der Ernährungsgewohnheiten im Sinne einer ballaststoffreichen Kost sowie des Stuhlgangverhaltens. Darüber hinaus soll auf eine hohe Analhygiene geachtet werden.

Medikamentöse Therapie

  • „Hämorrhoidenmittel“: Zur Linderung geringfügiger Beschwerden (Grad I-II) stehen lokal anzuwendende Salben, Cremes, Zäpfchen oder sogenannte Analtampons sowie Sitzbäder zur Verfügung. Zur Anwendung kommen dabei Lokalanästhetika, Adstringentien (zusammenziehend wirkend, entzündungshemmend und blutstillend) oder Entzündungshemmer. Eine Verstopfung sollte in jedem Fall behandelt werden, am besten mit sogenannten Quellstofflaxantien.
  • Intrahämorrhoidale Sklerosierung: Eine Injektions- oder Verödungstherapie (meist mit Polidocanol-Lösung) wird vor allem beim Hämorrhoidalleiden I. und II. Grades eingesetzt. Die Komplikationsrate ist zwar gering, die Rückfallquote allerdings hoch.
  • Suprahämorrhoidale Sklerosierung: Dabei wird eine Mandel- oder Erdnussöl-Phenollösung unter die Schleimhaut injiziert. Die Therapie ist bei mehr als zwei Drittel der Patientinnen/Patienten mit Hämorrhoidalleiden des I., II. und III. Grades wirksam. Die Komplikationsrate ist gering, die Rückfallquote ist allerdings hoch.

Gummiring-Ligatur

Die Hämorrhoidalpolster werden mit Gummibändern abgebunden. Der so von der Durchblutung ausgeschlossene Anteil geht zugrunde. Das Gewebe wird samt dem Band mit dem Stuhl ausgeschieden. Dieses Verfahren eignet sich zur Behandlung blutender Hämorrhoiden von Grad II und III, ist komplikations- und nebenwirkungsarm und kann ambulant durchgeführt werden.

Operative- und Laserbehandlung

Ziel ist die Wiederherstellung normaler anatomischer Verhältnisse und keinesfalls die komplette Entfernung des vergrößerten Gefäßpolsters. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine nicht operative Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg führt. Dieser Eingriff ist üblicherweise mit einem Krankenhausaufenthalt von drei bis vier Tagen verbunden. Die Hämorrhoidenentfernung mittels Laser konnte im Vergleich zu herkömmlichen Operationsmethoden keine Vorteile zeigen.

Sonderform: Hämorrhoidalthrombose

Bei der Hämorrhoidalthrombose (Analthrombose) kommt es in einem Gefäßpolster des Enddarmbereiches zu einer Thrombose und zum raschen Anschwellen, weil das Blut nicht mehr ablaufen kann. Es treten akute, starke Schmerzen auf. Vor dem After ist ein Knoten tastbar, der meistens etwa kirschgroß ist, aber auch einige Zentimeter groß sein kann.
Die Therapie besteht bei akuter Hämorrhoidalthrombose in einer Operation, bei längerem Bestehen kommen konservative, d.h. nicht operative, Maßnahmen zum Einsatz.

Die Hämorrhoidalthrombose ist nach der Hämorrhoidalblutung die zweithäufigste Beschwerde des Enddarmbereiches, die Patientinnen/Patienten dazu veranlasst, eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Therapie eines Hämorrhoidalleidens bietet hohe Heilungschancen. Bei Beschwerden im Enddarmbereich sollten Sie daher möglichst rasch eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin aufsuchen. Blut im Stuhl sollte in jedem Fall abgeklärt werden, da dieses auch durch andere Erkrankungen wie z.B. Darmkrebs verursacht werden kann.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Diagnose sowie für die meisten Therapieformen von Hämorrhoiden werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

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