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Endoskopie © Kot63

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür: Diagnose & Therapie

Die Spiegelung von Magen und Zwölffingerdarm ist die sicherste Methode, um ein Geschwür (Ulkus) festzustellen. Zur Therapie werden meist Medikamente zur Verringerung der Magensäure verabreicht. In vielen Fällen führt eine Helicobacter-pylori-Eradikation mit Säurehemmern und Antibiotika zur nachhaltigen Genesung. Gleich wichtig ist die Vermeidung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bei NSAR-Ulzera oder zumindest die Gabe eines Säurehemmers zum Schutz . . .

Diagnose

In der Anamnese fragt die Ärztin/der Arzt nach aktuellen Beschwerden, nach früheren Ulkusschüben und deren Therapie sowie nach den Lebensgewohnheiten etc. Es folgt eine körperliche Untersuchung, u.a. das Abtasten des Bauches. Weiters wird eine Spiegelung von Magen und Dünndarm (Gastroduodenoskopie) vorgenommen, meist mit Entnahme einer Gewebeprobe. Diese ermöglicht v.a. die Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori (gegebenenfalls gemeinsam mit einem sogenannten Urease-Schnelltest) und den Ausschluss einer bösartigen Erkrankung. Im Rahmen der Spiegelung können auch Blutungen gestillt werden. Weiters wird die Blutungsaktivität eines Geschwürs bestimmt und anhand eines Blutbildes abgeklärt, ob eine Blutarmut vorliegt.

Therapie

Mehr als ein Drittel der Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bildet sich von selbst zurück, insbesondere wenn schleimhautschädigende Faktoren vermieden werden. Dazu zählen v.a. Alkohol, Rauchen und Stress. Hilfreich ist auch das Erlernen eines besseren Umgangs mit Stress. Weiters empfiehlt sich leicht verdauliche Kost in mehreren kleinen Mahlzeiten. Gegebenenfalls kann auch eine psychotherapeutische Behandlung unterstützend wirken. Ziele der Therapie sind rasche Schmerzbefreiung, Ulkusheilung und Rezidivprophylaxe. Bei unkomplizierten Geschwüren (Ulzera) ist dazu meist eine medikamentöse Behandlung ausreichend wirksam.

Verringerung der Magensäure

Für die Verdauung wird Magensaft produziert. Dieser ist eine sehr saure Flüssigkeit, enthält eiweißzersetzende Substanzen und kann die entzündete Schleimhaut zusätzlich schädigen. Um die Abheilung von Geschwüren zu forcieren, stehen zur Verringerung der Magensäure verschiedene Substanzgruppen zur Verfügung. Heute kommen jedoch fast ausschließlich Protonenpumpenhemmer zum Einsatz:

  • Histamin-H2-Antagonisten (z.B.Ranitidin, Famotidin, Nizatidin, Roxatidin): vermindern  die Magensäurenproduktion. 
  • Anticholinergika: hemmen die Magensäureausschüttung in den Magen.
  • Antazida: neutralisieren die bereits gebildete Magensäure. 
  • Schutzfilmbildner (z.B. Alginate, Sucralfat) überziehen die Magenschleimhaut oder den Speisebrei mit einem Film, der vor der aggressiven Magensäure schützt.
  • Protonenpumpenhemmer (PPI) (z.B. Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol, Rabeprazol): vermindern die Magensäuresekretion.

Magenschutz

Falls Medikamente (z.B. zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung) für die Entstehung der Geschwüre (mit-)verantwortlich sind, besteht die Behandlung im Absetzen der auslösenden Wirkstoffe. Hier ist zu prüfen, ob neuere magenverträglichere Substanzen eingesetzt werden können. Ist dies nicht möglich oder für sich allein nicht ausreichend, kommen Medikamente, die die Magensäureproduktion vermindern, v.a. Protonenpumpenhemmer, zum Einsatz.

Abtötung der Helicobacter-pylori-Bakterien

Bei bis zu 80 Prozent der Patientinnen/Patienten tritt innerhalb eines Jahres erneut ein Ulkus auf, wenn zur Heilung des vorangegangenen Geschwürs lediglich säuresekretionshemmende Pharmaka eingesetzt wurden. Im Mittelpunkt einer Ulkusbehandlung mit Helicobacter-Nachweis steht daher die Abtötung der Helicobacter-pylori-Bakterien (Eradikation). Hierdurch wird nicht nur das aktuelle Geschwür geheilt, sondern auch eine effektive Prophylaxe betrieben.

Zur Sanierung der Helicobacter-pylori-Infektion wird die Kombination eines Protonenpumpenhemmers (zur Reduktion der Magensäureproduktion) mit zwei Antibiotika empfohlen. Hiermit kann die Infektion in 85 bis 100 Prozent der Fälle erfolgreich behandelt werden. Die Kombinationsbehandlung dauert üblicherweise ein bis zwei Wochen.

Bei einem Magengeschwür werden im Anschluss daran über mehrere Wochen weiter PPI verabreicht. Der Therapieerfolg der wird nach einigen Wochen im Rahmen einer erneuten Magen-Darm-Spiegelung kontrolliert. Ist der Effekt unzureichend, wird ein erneuter Behandlungsversuch eingeleitet. Normalerweise wird die Heilung von Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüren  innerhalb von vier beziehungsweise acht Wochen erreicht. Nur weniger als ein Prozent der Betroffenen infiziert sich innerhalb eines Jahres erneut mit Helicobacter pylori. Die Heilung der Infektion ist also dauerhaft. Fehlende Therapietreue während der Eradikation kann allerdings den Erfolg vereiteln.

Mögliche Komplikationen

Im Allgemeinen haben Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre eine günstige Prognose. Allerdings können verschiedene Komplikationen auftreten. Dazu gehören v.a.:

  • Blutendes Ulkus mit Schock,
  • Durchbruch des Ulkus in den Bauchraum,
  • Einbrechen des Ulkus in benachbarte Organe,
  • narbige Verengung des Magenausgangs.

Die Therapie richtet sich nach der vorliegenden Komplikation und ihrem Schweregrad. Sie reicht von endoskopischen Eingriffen über Angiographien bis zu Notfalloperationen und  medikamentöser Behandlung.

Was kann ich selbst tun?

  • Alkohol, Nikotin und Koffein vermeiden.
  • Auf Magen reizende und individuell nicht gut verträgliche Speisen und Getränke verzichten. Nähere Informationen finden Sie in der Broschüre „Magen, Darm, Galle & Co – Bedarfsgerechte Ernährung“ der Wiener Gebietskrankenkassse.  
  • Magenschädigende Medikamente nach Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt gegebenenfalls absetzen.
  • Stresssituationen meiden, Stressbewältigungsmechanismen erlernen, regelmäßig Entspannungsübungen durchführen.
  • Verordnete Medikamente regelmäßig und für die angesetzte Dauer der Behandlung einnehmen, um den Erfolg der Therapie zu gewährleisten.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Magen- bzw. Verdauungsbeschwerden können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).      

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen  finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

In manchen Situationen kann zur Behandlung eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Hausärztin/den Hausarzt bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet ein Spitalsaufenthalt?
 

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