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Mann mit Bauchschmerzen © Viacheslav lakobchuk

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür: Ursachen

Jährlich erkranken etwa 50 von 100.000 Menschen – meist im Alter über 50 Jahre – an einem Magengeschwür. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen. Das Zwölffingerdarmgeschwür kommt etwa dreimal so häufig vor, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Männer erkranken etwa 3,5-fach häufiger daran als Frauen. Insgesamt ist die Häufigkeit von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren in den Industrieländern rückläufig . . .

Ursachen

Bei den Geschwüren handelt sich um abgegrenzte entzündliche Defekte in der Schleimhaut, die in tiefere Schichten der Magen- bzw. Darmwand reichen. Ihr Durchmesser kann von wenigen Millimeter bis zu mehr als drei Zentimeter betragen. Für die Entstehung von Ulzera werden v.a. folgende Faktoren verantwortlich gemacht:

  • Infektion mit Helicobacter pylori: Dieses Bakterium bildet Enzyme, welche die Zellen der Magenschleimhaut schädigen können. Die Infektion erfolgt von Mensch zu Mensch, selten durch kontaminierte Nahrungsmittel und Trinkwasser. Sie wird meist schon in der Kindheit erworben.
  • Einnahme von entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten (nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen) über einen längeren Zeitraum.
  • Andere Erkrankungen: z.B.  Zollinger-Ellison-Syndrom (tumorbedingte Überproduktion des Hormons Gastrin, das die Magensäureproduktion anregt).

Meist ist das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Faktoren für die Entstehung eines Magengeschwürs (Ulcus ventriculi) oder eines Zwölffingerdarmgeschwürs (Ulkus duodeni) erforderlich. Begünstigende Faktoren sind u.a.:

  • Genetische Veranlagung zu einem empfindlichen Magen (familiäre Häufung, Blutgruppe 0).
  • Psychosozialer Stress, Belastungen und Konflikte: fördern u.a. die Erhöhung der Magensaftproduktion.
  • Ungesunder Lebensstil: v.a. übermäßiger Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin.  
  • Chronische Gastritis.
  • Höheres Lebensalter.

Das Geschwür kann allein oder mehrfach vorkommen. Treten über Jahre immer wieder Ulzera auf, handelt es sich um eine sogenannte chronisch-rezidivierende Ulkuskrankheit.

Symptome

Beide Ulkus-Erkrankungen können über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben, wenn die Beschwerden nicht eindeutig bzw. sehr gering ausgeprägt sind. Folgende Symptome können auf ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür hinweisen:

  • Schmerzen im Oberbauch: krampfartig, drückend, dumpf, kneifend oder stechend, oft zur linken Körperseite hin ausstrahlend. Häufig steht der Schmerz in direkter Beziehung zur Nahrungsaufnahme. Beim Magengeschwür verschwinden die Schmerzen nach dem Essen für ein paar Stunden.
  • Schmerzen während der Nacht:
    - Hungerschmerz: besonders bei nüchternem Magen, typisch für das Zwölffingerdarmgeschwür.
    - Frühschmerz: v.a. direkt nach dem Essen, typisch für Geschwüre im Magenkörper
    - Spätschmerz: am stärksten ein bis drei Stunden nach dem Essen, vorwiegend bei Geschwüren des Magenpförtners und in seiner unmittelbaren Umgebung.
  • Unverträglichkeit bzw. Abneigung im Zusammenhang mit bestimmten Speisen: insbesondere solchen, welche die Magensaftproduktion stark anregen (z.B. Alkohol, Wein, Kaffee, scharfe Gewürze, fette Speisen, Gebackenes).
  • Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust

Etwa jedes zehnte Geschwür beginnt in unterschiedlichem Ausmaß bluten. Diese Blutungen sind oft kaum erkennbar, können jedoch ernsthafte Folgen nach sich ziehen, z.B.:

  • Wiederholte kleine Sickerblutungen: können zu Blutarmut mit allgemeiner Abgeschlagenheit und blasser Hautfarbe führen.
  • Stärkere Blutungen: äußern sich in Form von schwarzem, klebrigem Stuhlgang („Teerstuhl“)  oder Bluterbrechen (Hämatemesis) und können mitunter zu lebensbedrohlichen Schockzuständen führen.


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