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Ultraschalluntersuchung © casanowe

Akute Pankreatitis: Diagnose & Therapie

Zur Diagnose einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind u.a. eine körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen erforderlich. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung . . .

Diagnose

Die Ärztin/der Arzt erhebt in einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) die Beschwerden sowie möglichen Ursachen und führt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei wird der Oberbauch abgetastet und auf bläuliche bis grünliche Hautverfärbungen (Cullens- bzw. Grey-Turners-Zeichen) geachtet, die auf eine Pankreatitis hinweisen können. Zur näheren Abklärung können folgende Untersuchungen notwendig sein:

  • Laboruntersuchung des Blutes auf  
    • Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Amylase, Lipase)
    • Entzündungswerte (v.a. CRP)
    • Leberparameter (GPT, GOT)
    • Gallenparameter (Bilirubin
  • Harnuntersuchung (Harnamylase)
  • Eventuell Punktion des Bauchraumes bei Infektionsverdacht

Weitere Informationen erhalten Sie unter Laborwerte: Bauchspeicheldrüse.

Gegebenenfalls kommen bildgebende Verfahren zur Diagnosesicherung sowie zur Abklärung der Ursachen zum Einsatz, v.a.:

Therapie

Da bei akuter Pankreatitis zu Beginn keine Prognose über den Verlauf gestellt werden kann, werden alle Patientinnen/Patienten zunächst ein paar Tage in ein Krankenhaus aufgenommen. Im Vordergrund stehen intravenöser Flüssigkeits- und Elektrolytersatz, Antibiotikagabe bei Infektion und die Hemmung der Magensäuresekretion (Protonenpumpeninhibitoren) sowie medikamentöse Schmerzlinderung. Etwaige Gallengangsteine werden endoskopisch entfernt, infizierte Nekrosen chirurgisch oder endoskopisch saniert. Bei Vorliegen von Aszites oder Pleuraerguss erfolgt eine Entwässerung mittels Drainagen. Bilden sich Pseudozysten im Laufe mehrerer Wochen nicht von selbst zurück, werden sie operativ oder endoskopisch abgeleitet.

Mit einer Sondenernährung wird meistens am zweiten Tag im Spital begonnen. Sobald die Patientin/der Patient schmerzfrei ist, erfolgt ein langsamer Kostaufbau. Alkoholkarenz wird bei entsprechender Anamnese zur Vermeidung eines Rezidivs empfohlen.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Beschwerden der Bauchspeicheldrüse wenden Sie sich als erste Anlaufstelle an:

  • eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin.

Zur weiterführenden Abklärung und Therapie kann ein Besuch bei folgenden Ärztinnen/Ärzten erforderlich sein:

  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie),
  • Fachärztin/Facharzt für Chirurgie.

Bei starken akuten Beschwerden rufen Sie die Notärztin/den Notarzt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte


Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Zumeist ist bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, da die Gefahr von Komplikationen zu hoch ist. Hierbei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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