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Therapiesitzung © Photographee.eu

Glücksspielsucht: Diagnose & Therapie

Pathologisches, zwanghaftes Glücksspiel ist als eigenständige Erkrankung im ICD (International Classification of Diseases) unter „Pathologisches Spielen“ gelistet. Beim zwanghaften Spielen wird wiederholt und episodenhaft Glücksspiel betrieben. Dieses steht im Zentrum des Lebens von Betroffenen und führt zum sozialen und beruflichen Verfall sowie familiären und finanziellen schweren Problemen. Zur genauen Diagnosestellung und der Abklärung etwaiger anderer seelischer Erkrankungen ist u.a. eine psychiatrische Untersuchung notwendig . . .

Merkmale des pathologischen Glücksspiels

Pathologisches Spielen wird zu den sogenannten Störungen der Impulskontrolle gezählt. Folgende Merkmale können dabei auftreten:

  • Glücksspiel als „Lebensmittelpunkt“ – alles kreist um das „eine“, wie man zu Geld kommt, wie man gewinnen und Verluste wettmachen kann.

  • Die Einsätze werden immer höher, damit sich die gewünschte Erregung einstellt.

  • Nehmen die Glücksspielaktivitäten ab, werden Betroffene reizbar und unruhig.

  • Laufendes Scheitern, das Glücksspiel von selbst aufzugeben.

  • Glücksspiel wird zum „Stressabbau“ und zur Flucht vor anderen Problemen eingesetzt.

  • Das Verhalten wird zu vertuschen versucht, Lügen häufen sich.

  • Die berufliche und private Situation wird aufs Spiel gesetzt. Arbeitgeber und Familie etc. sind mit gravierenden Problemen konfrontiert.

Test: Sind Sie gefährdet?

Auf der Website der Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark können Sie einen Spielsuchttest durchführen. Je nach Ergebnis wird ggf. eine Beratung empfohlen. Auch die Spielsuchthilfe in Wien bietet einen Online-Test sowie Tipps zu Erste-Hilfe-Maßnahmen in einem Folder.

Ein sehr einfacher Test, um problematisches bzw. pathologisches Glücksspiel zu erkennen, ist der Lie/Bet-Screen. Er besteht lediglich aus zwei Fragen:

  • Frage 1: Haben Sie jemals beim Spielen das Bedürfnis verspürt, immer mehr Geld einzusetzen?

  • Frage 2: Haben Sie jemals über das Ausmaß Ihres Spiels lügen müssen?

Wird eine oder werden zwei Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist professionelle Hilfe notwendig.

Therapie bei Glücksspielsucht

Am Beginn einer Therapie stehen die Bereitschaft dazu und eine gewisse Krankheitseinsicht. Der Weg dorthin ist oft lang und steinig. Ein möglichst früher Behandlungsbeginn ist von Vorteil. Therapeutische Maßnahmen bei Glücksspielsucht sind vielfältig z.B. psychiatrische Behandlung, Psychotherapie etc. Sie beinhalten Aufklärung über die Erkrankung sowie die Berücksichtigung sozialer Aspekte z.B. Schuldnerberatung sowie Angehörigenberatung.

In der psychiatrischen Behandlung können Medikamente verschrieben werden, die dabei helfen, das Verlangen nach dem Spielen zu mildern (Anti-Craving-Medikamente). Bei einer Psychotherapie (Einzelpsychotherapie oder Gruppenpsychotherapie) wird daran gearbeitet, ohne das Glücksspiel auszukommen – etwa durch alternative Handlungsweisen (z.B. wieder mehr Raum für andere Interessen etc.). Zudem können Betroffene herausfinden, wie es so weit kam und wie sie künftig rechtzeitig gegensteuern.

Zudem werden noch andere Behandlungsmaßnahmen eingesetzt z.B. Bewegung, Musiktherapie, kunsttherapeutische Ansätze etc.

In manchen Fällen ist eine stationäre Therapie notwendig.

Was kann ich als Angehörige(r) tun?

Die Spielsuchthilfe Wien informiert auf ihrer Website Angehörige in einem Folder und zeigt auf, was sie selbst tun können, um diese schwierige Situation besser bewältigen zu können (inklusive Erste-Hilfe-Tipps). Anlaufstellen für Glücksspielsucht bieten meist auch Beratung für Angehörige an.

Wohin kann ich mich wenden?

Anlaufstellen für Glücksspielsucht in den Bundesländern sind auf der Website des Finanzministeriums aufgelistet. Zudem bietet der Suchthilfekompass Unterstützung bei der Suche nach professioneller Hilfe.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Informationen finden Sie unter Abhängigkeit: Leistungen und Kosten.

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